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05.10.2017

02:31 Uhr

Trauer in Las Vegas

Trump trifft Hinterbliebene von Schießerei

Nach dem Massaker von Las Vegas flog Trump in die Metropole, um dort Opfer und Helfer der Tragödie zu treffen. Er schlägt dabei leise Töne an - über eine geforderte Debatte über Waffenrechte äußert er sich aber nicht.

Shelby Stalker und Stephanie Melanson (links) Hinterbliebene des Massakers von Las Vegas treffen den US-Präsidenten. Reuters, Sascha Rheker

Trump trifft Hinterbliebene und Opfer

Shelby Stalker und Stephanie Melanson (links) Hinterbliebene des Massakers von Las Vegas treffen den US-Präsidenten.

Las VegasUS-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump haben in einem Krankenhaus Opfer der Schießerei in Las Vegas getroffen. Er sei „einigen der fantastischsten Menschen“ begegnet, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) zu Reportern in der Lobby des University Medical Center in der Stadt. Er lobte die Ärzte, die sich um die Rettung der Opfer bemühten. „Es macht dich sehr stolz, Amerikaner zu sein, wenn du den Job siehst, den sie gemacht haben“, sagte Trump. Die Gesellschaft der USA könne nicht von dem Bösen oder der Gewalt definiert werden. Zur neu entflammten Diskussion über Waffenrechte sagte Trump nichts.

„Unsere Seelen sind getroffen von der Trauer für jeden Amerikaner, der einen Ehemann oder eine Ehefrau, eine Mutter oder einen Vater, einen Sohn oder eine Tochter verloren hat“, las Trump vor. Das Land stehe zusammen, um den Betroffenen beim Tragen des Schmerzes zu helfen. Auf seiner Reise vom Flughafen in Las Vegas zum Krankenhaus fuhr die Kolonne des Präsidenten an dem Hotel Mandalay Bay vorbei, wo ein Schütze vom 32. Stockwerk aus am Sonntagabend (Ortszeit) auf eine Menge bei einem Freiluftkonzert geschossen hatte. Mindestens 59 Menschen, inklusive dem Schützen selbst, kommen ums Leben und 527 verletzt.

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Trump und seine Frau trafen später in der Polizeizentrale von Las Vegas Ersthelfer der Tragödie. Sie sollten stolz darauf sein, wie sie auf die Schießerei reagiert hätten, sagte Trump zu ihnen. „Sie haben es der Welt gezeigt und die Welt schaut zu“, sagte er. Trump hat eine lange persönliche Verbindung zu Las Vegas. In der Stadt steht sein Name in großen goldenen Buchstaben auf seinem Hotel. Er hatte während seiner Präsidentschaftskandidatur auch ausgiebig Wahlkampf im US-Staat Nevada gemacht, in dem Las Vegas liegt.

Fragen zum leichten Zugang zu Waffen lehnte er ab. Dies sei nicht die Zeit, um die Möglichkeit weiterer Beschränkungen für den Waffenkauf zu diskutieren, so Trump. Der Todesschütze hatte in seinem Hotelzimmer, von dem aus er das Feuer eröffnete, Waffen und Munition gehortet. Die Republikaner, die derzeit die Mehrheit in den Kammern des US-Kongresses halten, hatten relativ deutlich gemacht, dass sie keine Absicht haben, die Gesetze zur Waffenkontrolle zu ändern.

Trump hatte in einem Buch aus dem Jahr 2000 erklärt, er unterstütze ein Verbot von Angriffswaffen und eine „etwas längere Wartezeit, um eine Waffe zu kaufen“. In einem Buch 2013 sagte der jetzige US-Präsident, er sei für „Hintergund-Überprüfungen, um die Spinner auszusieben“. Doch Trump stütze seine Wahlkampfkampagne unter anderem auf Zuspruch der US-Waffenlobby und der National Riffle Association.

Verbote von bestimmten Waffen und Munitions-Magazinen seien ein totaler Misserfolg, hieß es in einer Broschüre der Trump-Kampagne. Gegner von Waffenbesitz-Rechten kämen mit angsteinflößenden Ausdrücken wie Angriffs-Waffe auf, um die Menschen zu verwirren. In Wirklichkeit gehe es um weit verbreitete halb-automatische Waffen und Standard-Magazine, die Zehnmillionen Amerikanern besitzen würden.

Von

ap

Kommentare (5)

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Herr Peter Spiegel

05.10.2017, 09:53 Uhr

Man sollte Waffen auf Staatskosten verteilen, so daß der Bürger sich gegen diese Ratten wehren kann.

Herr Ilyas Kurtbecer

05.10.2017, 10:58 Uhr

Der Schusswaffenbesitz ist das wichtigste demokratische Menschenrecht von allen. Ohne dieses Recht sind alle anderen nichts wert. Das wird man spätestens feststellen, wenn der Staat beschließt, dass sein Bürger gar nichts zu melden hat.

Herr Paul Kersey

05.10.2017, 13:52 Uhr

@Spiegel
Wie so häufig, ist Ihr Kommentar mal wieder nur polemisch!
Niemand denkt in den USA darüber nach, einem Farmer der 50 Meilen vom nächste Nachbarn weg lebt, den Revolver vom Nachttisch wegzunehmen.
Dieses Attentat wäre aber auch durch noch mehr Waffen nicht zu verhindern gewesen. Und das wissen Sie natürlich auch. Aber erst mal einen raushauen, richtig?
Legale vollautomatische Waffen sind einfach Mist und gehören verboten. Dennoch muss man mal auseinanderklamüsern, wie viele der 30.000 Schusswaffen-Toten in den USA tatsächlich durch legale vollautomatische Waffen ermordet wurden.
Aber wenn sich nur diese 60 Menschen plus 500 Verletzten hätten vermeiden lassen, hätte sich das Verbot vollautomatischer Schusswaffen bereits gelohnt.

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