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15.07.2013

07:48 Uhr

Trayvon-Martin-Prozess

„Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche“

Der Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin sorgt in den USA für Empörung. Obama mahnt zur Besonnenheit. Doch die Debatte um Rassismus und Waffenbesitz in den USA ist im vollen Gange.

Ärger über Urteil

Protest gegen Freispruch im Fall Trayvon Martin

Ärger über Urteil: Protest gegen Freispruch im Fall Trayvon Martin

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New York/WashingtonNach dem Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin sind am Sonntag in New York tausende Menschen aus Protest gegen das Urteil auf die Straße gegangen. "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden", rief die Menge, die sich zunächst am Union Square in Manhattan versammelt hatte, bevor sie am Abend zum Times Square marschierte. "Das Volk sagt schuldig", riefen die Demonstranten mit Blick auf den Nachbarschaftswächter George Zimmerman, der am Samstag von einer Jury in Florida freigesprochen worden war.

Auf einen Schild stand "Sperrt rassistische Mörder ein, nicht schwarze Jugendliche". Viele Demonstranten, darunter neben vielen Schwarzen auch Weiße und Hispanics, äußerten sich empört über das Urteil in dem Prozess, der seit Monaten das Land bewegte. "Ich bin entsetzt", sagte die 21-jährige Carli Van Voorhis. "Der Mann war bewaffnet, der Junge war es nicht und der Mann mit der Waffe kommt davon. Wenn wir sagen, dies war keine Rassenfrage, lügen wir."

Medienspektakel: Trayvon-Martin-Prozess vor Urteilsverkündung

Medienspektakel

Trayvon-Martin-Prozess vor Urteilsverkündung

Der Fall eines erschossenen schwarzen Jungen in Florida hatte in den USA zu Protesten und einer Rassismus-Debatte geführt. Der Prozess, der folgte, wurde zu einem Medienspektakel. Nun soll es bald ein Urteil geben.

US-Präsident Barack Obama rief zur Besonnenheit angemahnt. "Wir sind ein Rechtsstaat und die Jury hat ihr Urteil gesprochen", sagte Obama am Sonntag. Der Tod von Trayvon Martin sei eine Tragödie gewesen. Der Fall habe die Gemüter erhitzt, die Entscheidung des Gerichts müsse nun aber akzeptiert werden.

"Wir haben ein großes Problem mit Rasse und ein anderes Problem mit Waffen", sagte ein Redner, Rodney Rodriguez. "Hätte Zimmerman keine Waffe gehabt, hätte er Trayvon Martin nicht töten können." Am Nachmittag hatte US-Präsident Barack Obama zur Ruhe aufgerufen. "Wir sind ein Rechtsstaat, die Jury hat entschieden", erklärte Obama. Zugleich brachte er den Fall in Verbindung mit den Waffengesetzen. "Wir sollten uns fragen, ob wir alles unternehmen, um die Welle der Gewalt mit Schusswaffen aufzuhalten", sagte Obama.

Kommentare (31)

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15.07.2013, 08:37 Uhr

Ich würde den USA mal dringenst raten, eine offizielle Liste bzw eine Infographic über die KRiminalitätsrate von "schwarzen" Amerikanern usw zu veröffentlichen. Mal sehen wovon wir dann noch sprechen...

Bei aller Liebe, für mich sind alle Menschen gleich aber ich kenne die USA sehr gut und habe ebenso einen Verwandten der dort bei der Polizei arbeitet...komm mir bloss keiner und erzähl mir was von den armen armen schwarzen Amerikanern die ja sooo benachteiligt und vorverurteilt werden....der Kriminalitätsraten und die zugehörigen Profile dort, sprechen MEHR als Bände.

Account gelöscht!

15.07.2013, 08:37 Uhr

"Bei der Vernehmung durch den leitenden Untersuchungsbeamten Chris Serino gab Zimmerman an, dem Jugendlichen gefolgt zu sein, ihn dann aber aus den Augen verloren zu haben. Als er zu seinem Wagen zurückgekehrt sei, habe Martin ihn von hinten angegriffen, niedergeschlagen und habe, nachdem er bereits am Boden lag, seinen Kopf noch mehrfach auf den Boden geschlagen. Aus Angst um sein Leben habe er zur Waffe gegriffen und Martin in die Brust geschossen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Trayvon_Martin
"Zimmerman was bleeding from the nose and from two vertical lacerations on the back of his head."
http://en.wikipedia.org/wiki/Shooting_of_Trayvon_Martin

Warum bekommt selbst das HB es nicht hin wahrheitsgemäß darüber zu berichten dass der Getötete ein von der Schule suspendierter Rauschgiftkonsument (Handel konnte nicht nachgewiesen werden) war?
Dass er bereits eine Hausdurchsuchung hinter sich hatte bei der Einbruchswerkzeug und Damenschmuck gefunden wurde dessen Herkunft Martin nur so unbefriedigend erklären konnte dass dieser beschlagnahmt wurde. Er hatte eigentlich nur Glück dass seine bisherigen Straftaten (Sachbeschädigung, Drogenkonsum) so gering waren dass sie nicht zu Verurteilungen reichten und die vermuteten Straftaten nicht nachgewiesen werden konnten.
Insofern ist die Aussage Zimmermanns der bisher eine weiße Weste hatte glaubwürdig. Wäre Martin tatsächlich "nur ein Jugendlicher" gewesen wäre der Prozess vermutlich anders ausgegangen. Aber nicht wenige Beobachter sahen in Zimmermanns Schilderung der Ereignisse nur einen weiteren Entwicklungsschritt eines " wannabe gangsters" und daher berechtigte Notwehr.

btw

15.07.2013, 08:43 Uhr

" "Leider werden alle Fakten in diesem tragischen Fall wohl nie bekannt werden."...
______________________

Das ist das Bedauerliche an dieser unseligen Causa.

Und in dieser Tatsache alleine liegt imao bereits ein Justizskandal begründet.

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