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19.01.2015

07:47 Uhr

Treffen der Außenminister

EU sucht eine Strategie im Anti-Terror-Kampf

Anschläge, Razzien und Terrorwarnungen halten Europa in Atem. Die EU ringt um Antworten, um die Sorgen der Bürger vor weiteren Bluttaten islamistischer Terroristen zu zerstreuen. In Belgien herrscht weiter Alarmzustand.

Erhöhte Sicherheitsstufe

Das belgische Militär unterstützt die Polizei

Erhöhte Sicherheitsstufe: Das belgische Militär unterstützt die Polizei

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BrüsselNach den Attentaten von Paris und dem Terroralarm in Belgien und Deutschland beraten die Außenminister der 28 EU-Staaten an diesem Montag über den Kampf gegen militante Islamisten. Thema des Treffens in Brüssel sind Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit. Vor allem bei den Geheimdiensten sehen Experten Potenzial für mehr Kooperation.

Die EU-Innenminister haben bereits verabredet, den Austausch von Fluggastdaten voranzutreiben. Für Deutschland hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine deutliche Stärkung der Sicherheitsbehörden in Aussicht gestellt – finanziell und personell. In Kürze will ihre Regierung verschärfte Regelungen vorlegen, um die Terrorfinanzierung und Ausreisen in Konfliktgebiete unter Strafe zu stellen.

Polens Chefdiplomat Grzegorz Schetyna rief die Europäer im Kampf gegen den Terror radikaler Islamisten zu einem entschlossenen Handeln auf. „Dieses erste Außenministertreffen nach der Tragödie von Paris ist voller Emotionen, aber es ist jetzt wichtig darüber zu beraten, wie wir mit den vielen Herausforderungen, die vor uns liegen, besser umgehen“, sagte er der „Welt“. „Wir müssen die Gründe für die wachsende Radikalisierung verstehen und das Problem an der Wurzel bekämpfen.“

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

In Belgien sucht die Polizei mit Hochdruck nach möglichen Hintermännern des vereitelten Terroranschlags gegen Polizisten. Anders als zunächst vermutet könnten die jüngsten Festnahmen in Griechenland nach Angaben der Ermittler doch in Zusammenhang mit den Anschlagsplänen im ostbelgischen Vervier stehen. Dies habe eine gründliche Prüfung aller Indizien ergeben, erklärte die Staatsanwaltschaft am Sonntag. Es gebe nun „ausreichende Gründe“, in Athen die Auslieferung eines der beiden Festgenommenen zu beantragen. Am Samstagabend hatte es seitens der Ermittler zunächst geheißen, beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun.

In Belgien herrscht Alarmzustand, seit die Behörden am Donnerstag nach eigenen Angaben einen größeren Anschlag von Islamisten auf Polizeibeamte in letzter Minute vereitelten. Bei dem Anti-Terror- Einsatz im ostbelgischen Verviers waren zwei gesuchte Extremisten ums Leben gekommen. Sie stammten offenbar aus Brüssel. Direkt danach wurden 15 Personen festgenommen, davon zwei in Frankreich.

In Athen gingen den Fahndern laut griechischer Nachrichtenagentur ANA-MPA am Samstag nach einem belgischen Amtshilfeersuchen zwei algerische Staatsbürger ins Netz. Zunächst hatten griechische Medien berichtet, es seien vier Verdächtige festgenommen worden, unter ihnen auch der angebliche Anführer der Terrorzelle. Der aus Marokko stammende Extremist Abdelhamid A., der seinen Wohnsitz in Brüssel hatte, war demnach zum Kampf für die Terrormiliz Islamischer Staat nach Syrien aufgebrochen.

Justizminister Koen Geens sagte, der mutmaßliche Anführer sei noch nicht gefasst. „Aber es wird gegen ihn ermittelt, und ich nehme an, dass er gefunden werden wird“, sagte Geens dem Sender VRT. Am Sonntag gab es in Brüssel zudem zwei neue Hausdurchsuchungen.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Frau Ich Kritisch

19.01.2015, 08:02 Uhr

Deutschland wird erpresst!

Nein, nicht von Islamisten.
Nein, nicht von Terroristen.

Von einem Staat der nach eigenem Ermessen die moralischte Armee der Welt hat.

Wer so etwas behauptet weis wohl gar nicht was Moral ist ...

Herr Kurt Küttel

19.01.2015, 09:01 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

19.01.2015, 09:15 Uhr

EU und Strategie ... !?! Zwei Gegensätze treffen auf einander ;-)

Fakt ist, dass diese real-existierende EU mit dem großen völlig überhasteten EUR-Experiment den Wohlstand extrem veringert hat, ggü. einem Schweizer Bürger musste ein Deutscher mittlerweile gut 35% rel. Kaufkraftverlust einstecken!!!

1999: 1,30 DM = 1 CHF
2015: 1 EUR = 1 CHF

Das nächste Problem ist die rapide sinkende Innere Sicherheit, die es Terroristen und organisiertem Verbrechen immer einfacher ermöglicht hier unerkannt einzusickern und ihr böses Geschäft zu betreiben.

Statt die Grenzen besser zu kontrollieren gegen unwillkommene Elemente, werden lieber die Rechte aller Bürger zunehmend beschnitten und jeder und alles abgehört, um damit angeblich Verbrechen zu bekämpfen. Das hat aber meistens nie funktioniert.

Objektiv geht es bergab für die Bürger, und da wundern sich alle, dass die EU bzw. EUR mittlerweile ein solch schlechtes Image haben. Man kann den Leuten halt nicht ewig etwas Gegenteiliges zur Realität einreden.

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