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25.09.2014

15:40 Uhr

Treffen in Berlin

Gasstreit geht in neue Verhandlungsrunde

Droht nach dem Krieg in der Ostukraine ein neuer Gaskonflikt über alle Grenzen hinweg? Ein Treffen in Berlin soll das verhindern. Doch die Zeit wird knapp, der Winter und damit auch die Heizperiode naht.

Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine wird wieder verhandelt. Gastgeber der Gespräche ist Berlin. ap

Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine wird wieder verhandelt. Gastgeber der Gespräche ist Berlin.

Kiew/BerlinDie Russen reisen mit Hoffnungen auf einen harten Winter zu neuen Gasgesprächen mit den Ukrainern nach Berlin. Wochenlang herrschte zwischen Moskau und Kiew Stillstand im Gasstreit, in dem die EU vermittelt. Grund sind vor allem die ukrainischen Milliardenschulden für geliefertes russisches Gas, aber auch der trotz einer Waffenruhe ungelöste Konflikt in der Ostukraine. Schon seit Juni erhält die Ukraine kein Gas von Russland. Nun aber drängt die Zeit. Die Heizperiode beginnt. Und die Russen hoffen auf eisige Temperaturen, die den Gasverkauf und die Gewinne hochtreiben.

Auch die EU will sichergehen, dass russisches Gas weiter ausreichend durch die Ukraine - das wichtigste Transitland - strömt. Deshalb hat der Westen großes Interesse daran, dass sich die Konfliktseiten auf einen neuen Gaspreis einigen. Unvergessen ist in der EU der Energiekonflikt beider Länder von 2009, als durch einen Transitstopp auch Menschen in östlichen EU-Staaten in ihren Wohnungen erfroren.

In der chronisch klammen Ukraine herrscht Skepsis. Als Rathauschef der Millionenstadt Kiew schwört der frühere Box-Weltmeister Vitali Klitschko die Bürger bereits auf harte Zeiten ein. Die Heiztemperatur in den Wohnungen werde in diesem Jahr um 2 auf 16 Grad Celsius sinken, kündigt er an.

Bereits seit Juni erhält die Ukraine wegen offener Rechnungen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar (aktuell 3,93 Milliarden Euro) kein Gas mehr aus Russland. Warmes Wasser haben Kiews Bürger wie die meisten Menschen in der Ex-Sowjetrepublik bereits seit Monaten nicht mehr. Die Reserven in den Gasspeichern sind knapp. Russland und der Westen befürchten, dass die Ukraine Transitgas für den Eigenbedarf illegal abzweigen könnte. Der russische Energieriese Gazprom wirft der Ukraine seit Jahren „Gas-Klau“ vor. Kiew weist solche Anschuldigungen zurück.

Russen und Europäer wollen vor allem wegen befürchteter Engpässe bei der Energieversorgung rasch eine Lösung. Der Staatskonzern Gazprom hofft zudem auf eine Lösung, weil die fehlenden Milliardenzahlungen der Ukraine auf seine Bilanzen drücken. Auch der russische Staatshaushalt hängt am Tropf des Gasmonopolisten. Die Abgaben aus dem Gasgeschäft braucht Präsident Wladimir Putin dringend, um die zuletzt ausgeweiteten Sozialleistungen zu bezahlen.

Kommentare (3)

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Herr walter danielis

25.09.2014, 16:20 Uhr

Berlin ist der richtige Ort für Verhandlungen. Da kann die Gasrechnung für die Ukraine gleich persönlich unserer lieben Kanzlerin übergeben werden.

Herr Hermann Paul

25.09.2014, 18:12 Uhr

Da bin ich ja mal gespannt was unserm Wirtschaftsminister dazu einfällt , bisher wollte er mit Exportverboten die deutsch wirtschaft "beglücken" jetzt droht in deutschen Unternehmen die lichter auszugehen und ein Herr Gabriel steht dem wie ein Gartenzwerg gegenüber .

Herr Hermann Paul

25.09.2014, 18:23 Uhr

In der Geschichte der Sowjetunion / Russlands ist das Riesenreich nie lange als besonders Vertragstreu aufgefallen , so wie es sich heute andeutet verfällt Russland wieder in die Diktatur und in die Totalität .
Verträge zu schließen setzt Vertrauen voraus , vertrauen was Russland in Deutschland endgültig verspielt hat !

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