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09.03.2012

11:24 Uhr

Treffen in Brüssel

EU droht Schiffbruch im Kampf gegen Klimawandel

Beim Treffen der europäischen Umweltminister lautet die Devise: Scheitern verboten! Es soll ein verbindlicher Klimaschutz-Fahrplan ab 2020 entwickelt werden. Erster Widerspruch hat sich allerdings schon angekündigt.

Dampfende Kühltürme des Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde. dpa

Dampfende Kühltürme des Braunkohlekraftwerks in Jänschwalde.

BrüsselIm Ringen um ehrgeizige Klimaschutzziele droht die EU Schiffbruch zu erleiden. Die Umweltminister sind am Freitag in Brüssel zusammengekommen, um einen Fahrplan zur CO2-Reduzierung bis 2050 zu beschließen. Allerdings hat Polen mit einem Veto gegen jede Festlegung gedroht. „Es werden sehr harte Verhandlungen, es wird ein langer Tag“, sagte der dänische Klimaminister und amtierende Ratspräsident Martin Lidegaard zum Auftakt der Beratungen.

Deutschland kämpft mit einer Reihe anderer Länder für eine Festlegung auf konkrete Meilensteine. Geht es nach Bundesumweltminister Norbert Röttgen, dann verpflichten sich die EU-Länder am Freitag zu einer Minderung der Klimagas-Emissionen um 25 Prozent bis zum Jahr 2020. Nur dann könnten auch die weiteren Etappen und das Fernziel von minus 80 Prozent bis 2050 erreicht werden.

Polen will dagegen jedes weitere Vorpreschen der EU stoppen und erst auf verbindliche Zusagen der anderen Großverschmutzer wie China und die USA warten. Umweltminister Marcin Korolec hatte einen Brief an seine Kollegen geschickt, in dem er mit einem Veto gegen weitergehende Beschlüsse droht.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir eine klare Botschaft zur Fortsetzung unserer Klimapolitik hinbekommen“, sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Freitag. „Dafür werden wir kämpfen.“ Der EU-Gipfel hatten den Umweltministern in der vergangenen Woche den Auftrag erteilt, sich auf den Fahrplan für die Zeit ab 2020 zu einigen. Ein Scheitern wäre ein verheerendes Signal auch für den internationalen Klimaschutzprozess.

Von

dapd

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