Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2011

02:02 Uhr

Treffen mit Barroso

Letzte Ermahnungen für Papandreou

Jose Manuel Barroso zeigt Verständnis für die Nöte vieler Griechen. Doch der EU-Kommissionspräsident drängt Griechenland zur Einigkeit. Und er sieht noch härtere Entscheidungen als die Abstimmung zur Vertrauensfrage.

Jose Manuel Barroso (r)mit Girgios Papandreou. Quelle: Reuters

Jose Manuel Barroso (r)mit Girgios Papandreou.

BrüsselNach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Griechenland zu Einigkeit aufgerufen.

„Ich vertraue darauf, dass die griechische Regierung morgen das Vertrauen des Parlamentes bekommen wird“, sagte Barroso nach dem Gespräch am späten Montagabend in Brüssel. Das Parlament in Athen stimmt in der Nacht zum Mittwoch über die von Papandreou gestellte Vertrauensfrage ab.

„Zu der entscheidenderen Abstimmung kommt es aber Ende Juni“, sagte Barroso. Dann müsse die griechische Regierung über Papandreous ehrgeiziges Reformpaket entscheiden, das zwischen der Regierung in Athen, der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart worden war. Es sieht harte Spar- und Privatisierungsprogramme vor.

„Die Zustimmung zu diesem Paket ist eine nötige Bedingung, damit die Eurogruppe Anfang Juli über die Auszahlung der nächsten Kredittranche für Griechenland entscheiden kann“, sagte Barroso. Er drängte die Griechen auf Entscheidungen „in einem Geist nationaler aber auch europäischer Verantwortung.“

Barroso erkannte die Nöte vieler Griechen an. „Wenn es einen leichteren Weg aus der Krise gegeben hätte, wären wir ihn gegangen. Aber es gibt ihn nicht.“ Griechenland habe den Weg „harter, aber längst überfälliger Entscheidungen“ eingeschlagen, mit der vollen Unterstützung der Europäischen Union.

Barrosos Fazit: „Ein nützliches Treffen“. Er stärkte Papandreou den Rücken und lobte ihn für seine „enormen Anstrengungen“ beim Umgang mit der „sehr ernsten Haushaltslage“ Griechenlands. „Substanzielle Fortschritte“ seien bereits erreicht worden. Dennoch gebe es noch viel zu tun.

Papandreou hatte zuvor den EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy in Brüssel getroffen.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.06.2011, 07:57 Uhr

Dieses Bild ist symptomatisch für die ganze EU-Klicke.
Ein EU-Diktator Namens Jose Manuel Barroso erhebt den Zeigefinger, gegen Griechenlands Regierungschef, wo war der Zeigefinger im Vorfeld???
Was für eine Symbolik, ein Kranker erhebt sich über einen anderen Kranken?
Ich bin für die sofortige Entlassung sämtlicher EU-Kommissare, wegen Betrug, unerlaubte Macht Anhäufung und nicht von den Völkern der EU gewählt.
Kein weiter Machtzuwachs für diese EU-Diktatur.
Alternativlos.
Danke

Thomas-Melber-Stuttgart

21.06.2011, 08:15 Uhr

Griechenland ist immer noch ein demokratisches Staatswesen, deshalb entscheidet in letzter Instanz nicht die EU-Kommission, sondern zunächst das Parlament und dann das griechische Volk. Offensichtlich hat Herr Barroso damit ein problem.

Prenden

21.06.2011, 08:19 Uhr

Anders wären sie nicht dort wo sie jetzt sind!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×