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11.09.2013

04:20 Uhr

Treffen mit den Russen

USA drücken in Syrienfrage auf die Tube

Nach einem geplatzten Treffen des Uno-Sicherheitsrats setzen die USA Gespräche mit dem russischen Außenminister an. Syrischen Rebellen liefern sie offenbar Waffen. Doch im eigenen Land bröckelt der Rückhalt.

US-Außenminister John Kerry soll am Donnerstag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über Syrien verhandeln. dpa

US-Außenminister John Kerry soll am Donnerstag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über Syrien verhandeln.

Washington/LondonDie US-Regierung drückt in der Syrien-Krise aufs Tempo. Man werde zwar einen konkreten Vorschlag zur internationalen Kontrolle über Syriens Chemiewaffen abwarten, sagte US-Außenminister John Kerry am Dienstag. "Aber wir werden nicht lange warten."

Unterdessen stecken die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Streits um die syrischen Chemiewaffen in einer Sackgasse: Russland hat am Dienstagabend überraschend eine selbst beantragte Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrats wieder abgesagt und damit die Abstimmung über einen französischen Resolutionsentwurf verhindert. Nun wollen die Außenminister Russlands und der USA am Donnerstag in Genf verhandeln.

Wie die AP aus Ministerienkreisen in Washington erfuhr, sollen Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow am Donnerstag in Genf versuchen, sich auf eine Syrien Resolution zu einigen, die dem Uno-Sicherheitsrat vorgelegt werden soll.

Kerry und Lawrow hatten sich am Dienstag bereits telefonisch ausgetauscht. Der US-Außenminister erklärte anschließend, dass Russland den USA noch im Laufe des Tages Einzelheiten zu seinem Syrien-Plan vorlegen wolle. Kerry bestand darauf, dass Damaskus "Konsequenzen" angedroht werden müssten für den Fall, dass die noch zu treffenden Vereinbarungen nicht eingehalten werden.

In einem vom sozialen Netzwerk Google+ organisierten Online-Forum sagte der US-Außenminister, dass Lawrow "einige interessante Beobachtungen" über die mögliche "Sicherung" der syrischen Chemiewaffen gemacht habe. "Er wird sie uns zusenden. Sie werden im Laufe des Tages eintreffen. Wir werden die Möglichkeit haben, sie zu prüfen", sagte Kerry. Die internationale Kontrolle der Waffen hielte er für eine "bedeutende Errungenschaft".

Kerry betonte allerdings, dass der Vorschlag einen "laufenden Überprüfungsprozess" beinhalten müsse, der internationalen Beobachtern vollen Zugang zu den Chemiewaffenanlagen gewähre. "Das darf kein Spiel sein. Und wir müssen das den Russen sehr deutlich machen", sagte Kerry.

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Syrien kündigte zuvor an, es wolle der internationalen Chemiewaffenkonvention beitreten und seine Waffenbestände komplett offenlegen. Doch die USA bleiben zurückhaltend. Auch westliche Staaten wie Großbritannien und Frankreich begrüßten zwar die Chance auf eine diplomatische Lösung der Krise. Sie verlangten jedoch konkrete Schritte. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, es sei wichtig, dass Syrien "sehr, sehr schnell" seinen Betritt zur Chemiewaffen-Konvention ankündige und seine Bereitschaft zeige, diese Waffen auch zu vernichten.

Kommentare (15)

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Analytiker

10.09.2013, 23:37 Uhr

USA muss militärisch eingreifen, aber die Doktrin mit der begrenzten Bestrafung wird nicht ziehen, denn Iran wird direkt Israil unter Beschuss nehmen. Er braucht ein voll Befugnis in Form einer Kriegserklärung aus dem Parlament, wie Erdogan es gesagt hat, entweder wie in Kosovo bis zum Ende oder überhaupt nicht. In der Zwischenzeit werden sogar die Langstrecken Bomber auf GUAM bereit gemacht...Die Gutmenschen die hier wie die Blumenkinder den Friedenstanz mit Narkoleptikum betreiben wird er sicher enttäuschen. Russland bricht mit der Brechstange Syrien die Dominanz des Westens im Nahen Osten. Die Anreiner Staaten werden jetzt ihre eigenen vitalen Interessen selbst unkoordiniert durchsetzen müssen. Die Vorherrschaft Irans im Nahenosten ist damit bestätigt. Der Rückzug der mächtigen NATO vom Hindukush hat schon im Blitzmanier die EU Grenzen erreicht, der naheosten ist gefallen und ich wette Die Griechen und Zypern laufen bald zu den Russen über, und beginnen den Rubel zu benutzen. Vom selben Parlament das nach dem Netanyahu seine Kriegsrede gegen Iran gehalten hat, in standing ovation ausbrach, erwarte ich eigentlich eine Israilfreundliche Haltung. Sag die Sache wird mit einem Angriff auf Iran gekoppelt und braucht Zeit zum organisieren. Sonst können die Israilis die Koffer packen und der letzte der geht macht die Lichter aus.

K.West

10.09.2013, 23:47 Uhr

Nein, es stehen Wahlen an?

Amerikanische Politiker denken?

Achtung, dreiköpfiger Affe: http://3koepfigeraffe.de


Ist es dort auch eine Bananenrebublik,
wie in Deutschland? Nein,... sie sind technisch
hochüberlegen, militärisch und spionatisch ;)

Früher hieß es die Russen komme,
heute kommen die Amerikaner
und lauschen.

Sie sollten jedoch wie die Bundesregierung
mehr zuhören statt abhören - dann würden sie
die Welt und die UN verstehen.

Die Frage: Wollen die Amerikaner denn zuhören?

Und wer sind die Amerikaner?

Die Bevölkerung, eigentlich nicht politikverdrossen,
aber kriesgmüde - und besorgt wegen der Irak-Lüge.

Gut so, Syrien braucht Hilfe und keine Bomben!

Account gelöscht!

10.09.2013, 23:51 Uhr

@Analytiker

Sie sind ein gekaufter Schwallhans, der diesen - immerhin neu verfassten - Kommentar heute Abend 8mal gepostet hat. Sie missbrauchen die Meinungsfreiheit in den Foren.

Im übrigen: "...denn Iran wird direkt Israel unter Beschuss nehmen."

Muhaha, billigste Propaganda, von Unkenntnis der Sachlage durchtränkt.

Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Der Iran ging seit der Neuwahl auf blitzsauberen Schmusekurs, ein militärischer Angriff auf Israel wäre Irans Untergang - das weiß jeder, gerade auch Dank direkter Irak-Nachbarschaft im Iran.

Also unterlassen Sie Ihr dummes Propaganda -Gebabbel und stellen sich nicht so plump an.

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