Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2011

02:28 Uhr

Treffen Obama-Peres

Friedensverhandlungen dringender denn je

Vondapd

Der Wohnungsbau in Ost-Jerusalem überschattet das Treffen von US-Präsident Obama und Israels Präsident Peres in Washington. Obama rief dazu auf, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern wieder aufzunehmen.

US-Präsident Barack Obama im gespräch mit Israels Präsident Shimon Peres im Oval Office des Weißen Hauses in Washington. Quelle: dapd

US-Präsident Barack Obama im gespräch mit Israels Präsident Shimon Peres im Oval Office des Weißen Hauses in Washington.

WashingtonNach einem Treffen des US-Präsidenten Barack Obama mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres in Washington hat Obama die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinenser als dringender denn je bezeichnet.

In dem Gespräch seien sie ausführlich auf die Entwicklungen in der arabischen Welt eingegangen, wo infolge von Aufständen langjährige Verbündete der USA und Israels, etwa Ägyptens Präsident Husni Mubarak, die Macht abgeben mussten, sagte Obama. Wir beide „teilen den Glauben, dass es sowohl eine Herausforderung, wie auch eine Gelegenheit ist“, sagte der US-Präsident in Bezug auf die Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika. Mit dem Wind des Wandels, der durch die arabische Welt fege, „ist es dringender denn je, dass wir versuchen, die Gelegenheit zur Schaffung einer friedlichen Lösung zwischen Palästinensern und Israelis zu ergreifen.“

Auch Peres bezeichnete eine Rückkehr an den Verhandlungstisch als notwendig. „Wir wollen keine Auseinandersetzungen mit der muslimischen Welt. Wir wollen uns mit ihnen anfreunden. Wir wollen Frieden“, sagte der israelische Staatschef Reportern vor dem Weißen Haus. Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern brachen 2008 zusammen, wurden 2010 kurz wiederbelebt, scheiterten aber kurz darauf daran, dass Israel ein Moratorium für Neubauten in den Siedlungsgebieten nicht verlängerte.

Die Frage des Baus von Wohnungen in von Israel besetzten Gebieten überschattete auch Peres' Besuch in Washington. Die USA hatten die Pläne zum Bau neuer Wohnhäuser in einem zwischen Palästinensern und Israelis umstrittenen Stadtteil in Ost-Jerusalem verurteilt. Die Siedlungsfrage sprach Obama vor den Medienvertretern allerdings nicht an. Die Kritik an den am Montag bekannt gegebenen Bauvorhaben trug Außenamtssprecher Mark Toner vor. „Wir sind tief besorgt über die Ankündigung der Genehmigung für diese Einheiten“, sagte er.

Unterdessen wurden bei einem israelischen Luftangriff auf Ziele im Gazastreifen sind in der Nacht zum Mittwoch zwei Menschen verletzt. Wie Augenzeugen berichteten, griffen die israelischen Jets eine Fabrik für Kunststoff im Ostteil von Gaza-Stadt an. Auch eine Gruppe von Bewaffneten sei angegriffen worden. Während von dem Angriff auf die Fabrik zwei verletzte Zivilisten gemeldet wurden, gab es keine Angaben über eventuelle Opfer des Luftschlags auf die Bewaffneten.

Die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen nimmt seit etwa drei Wochen wieder deutlich zu. Dabei sind nach Krankenhausangaben bislang 19 Palästinenser getötet und mehr als 30 verletzt worden. Bei Raketenangriffen auf Israel wurden in dem Zeitraum mehrere Menschen verletzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×