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28.01.2010

09:29 Uhr

Treibhausgase

EU bleibt bei „Klimaschutz light“

VonEric Bonse

Die Europäische Union wird ihr Angebot zur Reduzierung der Treibhausgase vorerst nicht aufstocken. In einem Brief an das Uno-Klimasekretariat in Bonn, der dem Handelsblatt vorliegt, bleibt die EU bei dem Ziel, die Emissionen bis 2020 um ein Fünftel zu senken. Die deutsche Industrie hatte im Vorfeld vor einer Aufstockung gewarnt.

Die EU bleibt bei ihrem Ziel, die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken. dpa

Die EU bleibt bei ihrem Ziel, die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken.

BRÜSSEL. Eine Reduzierung um 30 Prozent, die unter anderen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gefordert hatte, fand bei einem Treffen der EU-Botschafter in Brüssel keine Mehrheit.

Die Europäer müssen ihre Reduktionsziele wie alle Teilnehmer der Klimakonferenz in Kopenhagen bis zum 31. Januar melden. Neben Deutschland hatten sich auch Großbritannien und die Niederlande dafür ausgesprochen, das EU-Ziel auf 30 Prozent zu erhöhen. Polen leistete jedoch Widerstand. In dem Brief an Uno-Koordinator Yvo de Boer tauchen die 30 Prozent nun nur noch als Option auf. Die Treibhausgase sollten um „20 Prozent bzw. 30 Prozent“ reduziert werden.

Die Aufstockung komme indes nur infrage, wenn „andere entwickelte Länder sich zu vergleichbaren Reduzierungen verpflichten“, heißt es in einer Fußnote. Außerdem müssten auch die Schwellenländer „angemessen“ zum Klimaschutz beitragen. In Kopenhagen waren diese Forderungen auf taube Ohren gestoßen. Bisher deutet nichts darauf hin, dass die USA und China ihren Widerstand bei den für dieses Jahr geplanten Folgekonferenzen in Bonn und Mexiko aufgeben werden.

Das Europaparlament kritisierte die Einigung der EU-Botschafter, die formell noch vom Ministerrat bestätigt werden muss. Die EU unterschreite die Vorgaben des Weltklimarates, der einen Abbau der Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent gefordert hatte, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Jo Leinen (SPD). Halte die EU an dieser Strategie fest, werde sie „sowohl ihre Führungsrolle als auch ihre Glaubwürdigkeit verlieren“.

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