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23.03.2011

11:16 Uhr

Trichet warnt vor unregulierten Bereichen

Notenbanker sagen Schattenbanken den Kampf an

Die Regulierung der Banken hat eine fatale Folge: Milliardensummen verschwinden in den unregulierten Bereichen der Hedge-Fonds und Zweckgesellschaften. EZB-Chef Jean-Claude Trichet drängt die Politik nun zum Handeln.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Quelle: Reuters

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet dringt auf eine strikte Überwachung des Schattenbanken-Sektors. „Wir müssen sicherstellen, dass strengere Regeln für die Banken keine Anreize dazu bieten, ihre Geschäfte in unregulierte Bereiche auszulagern“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch laut Redetext auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Zugleich sei auch die Frage der systemrelevanten Banken noch nicht gelöst. Bisher sei ungefähr die Hälfte des Weges bei den Finanzreformen geschafft, die angesichts der Krise notwendig geworden seien. „Es bleibt aber noch viel zu tun.“

Als Folge der Finanzkrise arbeitet die Politik an einer grundsätzlichen Reform der Regulierung der Finanzbrache. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: So müssen die Banken künftig mehr Eigenkapital einbehalten und einen größeren Teil von Verbriefungen - also Krediten, die in Wertpapiere verpackt wurden - in den eigenen Büchern halten. In den USA sind den Banken beim risikoreichen Eigenhandel mit Wertpapieren überdies enge Grenzen gesetzt.

Die Politiker übersahen dabei jedoch eine gravierende Nebenwirkung ihrer Regulierungsarbeit. Je stärker sie den Bankensektor zähmten, desto mehr Geld wechselte in sogenannte Schattenbanken - in Hedge-Fonds, Private-Equity-Firmen oder Zweckgesellschaften. Allein in den USA belaufen sich nach Angaben der US-Notenbank die Verbindlichkeiten der Schattenbanken auf 15,3 Billionen Dollar - was in etwa der gesamten Staatsverschuldung der USA entspricht. Im traditionellen Bankensektor sind es nur 12,9 Billionen Dollar. Für Europa gibt es keine vergleichbaren Zahlen.

Bundesbankpräsident Axel Weber warnt in diesem Zusammenhang davor, die Reform von Aufsicht und Regeln des Finanzsektors auf internationaler Ebene nicht zu starr ausfallen zu lassen. „Die Verschiedenartigkeit der nationalen Strukturen erfordert es geradezu, ein gewisses Maß an Flexibilität zu lassen“, sagte Weber laut Redetext auf der Konferenz. Es gelte bei dieser Aufgabe eine Balance herzustellen zwischen Einheitlichkeit und Subsidiarität.

Kommentare (7)

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Ausgerechnet_Herr_Trichet

23.03.2011, 11:41 Uhr

Lächerlich, der Herr Trichet ! Die EZB ist doch selbst die grösste Bad- und Schattenbank ! Clam-heimlich kaufte sie Schrottanleihen in - unfrisiert - dreistelligem Milliardenumfang von den PIIGS-Staaten, um vorwiegend französische und schweizer Banken zu "entlasten".
.
Hert Trichet und sein trauriges Institut sollten auf sich statt auf andere zeigen !

Bankster

23.03.2011, 12:44 Uhr

Und wer überwacht die Notenbankster ?????????????
Das ist ja wohl der Hohn.....

Oberbankster

23.03.2011, 13:13 Uhr

Einer der Oberbankster macht dicke Hose.....zum totlachen !
Es sollte mal wieder erwähnt werden, dass unser Geld FALSCHGELD ist, da es keinen Wert hat !
Keinerlei Absicherung im Hintergrund. Schuldgeld kreiert aus der Luft.
Und die dumme Bevölkerung bezahlt auch noch Zins und Zinseszins dafür !!!
Oh ihr dummen Mitmenschen......wann wacht ihr endlich auf !!!???

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