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01.10.2012

19:00 Uhr

Troika besorgt

Griechische Wirtschaftskraft sinkt und sinkt

Auch im kommenden Jahr wird sich Griechenlands Wirtschaft nicht erholen - im Gegenteil. Während Athen weiterhin Zuversicht demonstriert, ist die „Troika“ besorgt. Einige der geplanten Sparmaßnahmen wurden abgelehnt.

Wird die Troika grünes Licht für weitere Hilfstranchen geben? dpa

Wird die Troika grünes Licht für weitere Hilfstranchen geben?

AthenGriechenland steckt tief in der Krise fest. Die Wirtschaft des pleitebedrohten Euro-Landes wird im kommenden Jahr weiter schrumpfen - um fast vier Prozent. Ein Treffen der Geldgeber-„Troika“ mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras ging am Montagabend nach etwa 35 Minuten ohne konkretes Ergebnis zu Ende. „Sie (die Troika) wollen einige Erläuterungen des (Spar)Programms haben, das wir ihnen präsentiert haben“, sagte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras nach dem Treffen. „Wir werden uns wiedertreffen“, fügte der Minister hinzu.

Regierungskreise zeigten sich zuversichtlich. Die Sache sei „nicht in die Sackgasse geraten“, sagte ein Mitarbeiter des griechischen Regierungschefs der Nachrichtenagentur dpa. Ein positiver Bericht der Experten aus der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Hilfstranche an das pleitebedrohte Euro-Land von 31,5 Milliarden Euro. Wann der Abschlussbericht vorliegen wird, ist weiter unklar.

Ministerpräsident Antonis Samaras steht unter Druck. Er will so schnell wie möglich das grüne Licht der „Troika“ erhalten und das Programm vom Parlament in Athen billigen lassen. Er wolle dann mit dem verabschiedeten Sparprogramm zum EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober nach Brüssel reisen, heißt es in griechischen Medienberichten.

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Der Tag hatte in Athen schlecht für die „Troika“ begonnen: Dutzende Mitglieder der Rechtspartei der „Unabhängigen Griechen“ beschimpften die Kontrolleure bei ihrer Ankunft im Finanzministerium, wie das Fernsehen zeigte. Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) rief die Bevölkerung auf, die Regierung und die Sparmaßnahmen zu stürzen.

Die Experten stellten bei ihren neuen Kontrollen fest, dass rund zwei Milliarden Euro des Sparpakets in Höhe von insgesamt 14,5 Milliarden Euro unsicher seien und durch weitere Lohn- und Rentenkürzungen ersetzt werden müssten. Zudem sollen 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden.

Der griechische stellvertretende Finanzminister, Christos Staikouras, sagte bei der Präsentation des Haushaltsentwurfs 2013, die Griechen hätten seit 2010 49 Milliarden Euro gespart. Es sei der Wille der Regierung „das Land im Euroland zu halten“. Allein 2013 müssen weitere 7,3 Milliarden Euro gespart werden. Die Wirtschaft wird dem Ministerium zufolge weiter schrumpfen, voraussichtlich um 3,8 Prozent im kommenden Jahr.

Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer. Griechenland hofft, 2013 ohne Schuldendienst erstmals seit Jahren einen Haushaltsüberschuss zu erwirtschaften. Der Haushaltsentwurf, den die Regierung am Montag dem Parlament vorlegte, sieht einen sogenannten primären Überschuss in Höhe von 2,2 Milliarden Euro vor. Ein ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes liege allerdings noch in weiter Ferne, erklärte Staikouras.

Von

dpa

Kommentare (48)

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lichtderaufrechten

01.10.2012, 19:15 Uhr

Davor haben die reichen Eliten Angst

Griechenland nimmt wie Irland und Argentinien sein
Schicksal in die eigenen Hände. Schulden werden nicht
bezahlt und Reiche Enteignet. Eine nationale Währung
wird von den Bürgern aus der Taufe gehoben und die
reichen Steuerhinterzieher enteignet. Dem Adel wird
eine Landreform verschrieben , damit er abspeckt
und alle Banken verstaatlicht. Eine neue Regierung
verfolgt die alten Kader von CDU und SPD und
steckt den korrupten Haufen in die Zuchthäuser.
Ja davor haben unsere reichen Eliten Angst.

Account gelöscht!

01.10.2012, 19:18 Uhr

Die Redakteure von dpa haben ihre Sprachregelung : Griechenland ist ein pleite-bedrohtes Land und nicht einfach "pleite" wie viele Fachleute behaupten. Doch Junker und Barroso & Co haben sich noch nie an Fachleuten orientiert. Sie sind die heimlichen Abgesandten der Banken. Solange Barroso, Junker& Co weiter in der EU das Sagen haben, haben die Völker in Europa das grosse Nachsehen.

Account gelöscht!

01.10.2012, 19:20 Uhr

Italien = next one...dann Frankreich... wer bis 3 zählen kann, weiss das. Dieser ganze Euro-Zirkus ist so berechenbar wie nichts anderes.

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