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26.11.2012

17:21 Uhr

Troika erlaubt Hilfe

Spaniens Banken benötigen 40 Milliarden Euro

Lob von der Troika: Spanien erfüllt alle Bedingungen für eine Milliarden-Auszahlung aus dem ESM-Rettungsschirm. Das besagt ein Bericht von Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank.

Den Löwenanteil der Finanzhilfe wird die verstaatlichte Bankia brauchen. dapd

Den Löwenanteil der Finanzhilfe wird die verstaatlichte Bankia brauchen.

BerlinSpanien kann schon bald mit den ersten Milliarden aus dem Euro-Rettungsschirm ESM zur Stabilisierung seiner Banken rechnen. In einem Prüfbericht bescheinigt die Troika aus EU, IWF und EZB dem Land, alle geforderten Bedingungen für die Auszahlung zu erfüllen, meldete Reuters am Montag. Außerdem loben die Troika-Inspektoren die Bemühungen der Regierung in Madrid, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Die Bundesregierung signalisierte bereits grünes Licht für die erste Hilfstranche. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Luis de Guindos werden 40 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Institute gebraucht – weit weniger als die vorsorglich veranschlagten 100 Milliarden.

Die Rekapitalisierung soll bis Mitte 2013 abgeschlossen sein. Alleine ist das Land nicht in der Lage, den Betrag am Kapitalmarkt aufzutreiben, wie die Troika bestätigte. Der Finanzsektor leidet seit Jahren unter einer geplatzten Immobilienblase und dadurch vielen faulen Krediten in den Bankbilanzen. Zur Staatsfinanzierung will die Regierung bisher nicht auf den ESM zurückgreifen. Darüber wird seit Monaten immer wieder an den Finanzmärkten spekuliert.

Der positive Troika-Bericht ist eine zentrale Voraussetzung für die Überweisung der ersten Tranche. "Die Kommissionsdienste vertreten gemeinsam mit der EZB die Auffassung, dass Spanien alle geforderten Bedingungen für die erste Auszahlung aus dem EFSF-/ESM-Rettungsfonds erfüllt", heißt es darin. In einem eigenen Papier bestätigt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) die Umsetzung der Reformauflagen, die Spanien im Gegenzug für die Hilfe im Bankensektor umsetzen muss.

De Guindos sagte am Rande eines Euro-Finanzministertreffens in Brüssel, die bereits verstaatlichten Banken benötigten rund 37 Milliarden Euro: "Alles in allem sprechen wir über 40 Milliarden Euro, das ist die Zahl, die wir immer im Kopf hatten." Den Löwenanteil wird voraussichtlich die verstaatlichte Bankia brauchen, die im Mai mit 23,5 Milliarden Euro vom spanischen Staat vor der Pleite gerettet worden war.

Aus deutscher Sicht ist mit dem Troika-Bericht der Weg frei für die ESM-Hilfen. Die Bundesregierung befürworte die Auszahlung der ersten Kredittranche, heißt es in einem Reuters vorliegenden Brief von Finanz-Staatssekretär Steffen Kampeter an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Entscheidung über die Auszahlung solle auf EU-Ebene am 29. November erfolgen. Der Bundestag hatte bereits im Sommer Hilfen des ESM für die spanische Banken von bis zu 100 Milliarden Euro zugestimmt.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Frank3

26.11.2012, 19:20 Uhr

uns IN WELCHE NICHT Spanische HÄNDE FLIEST DANN SOFORT DAS GELD ? ODER IMMER REICHE VERDIENEN EGAL IN WELCHEM LAND ? WENIGER SCHULDEN HABEN SPANIER NUN NICHT , nur ZEIT GEKAUFT .

Frank Frädrich

Account gelöscht!

26.11.2012, 20:16 Uhr

Spanien trickst mit seinen VGR Zahlen, wie seinerzeit Griechenland. Auch heute befindet ein deutscher Offizieller, dass Alles in Ordnung sei. Wehe, wenn die Märkte den Blödsinn aufdecken!

Ludwig500

26.11.2012, 22:24 Uhr

Diese Troika ist ein lustiger Haufen. Die fliegen irgendwo hin und suchen nach Gründen, schon längst beschlossene Rettungspakete abnicken zu können. Ein "nein" steht gar nicht zur Diskussion. Die Troika-Luschen sind einfach zu sehr daran interessiert, das Schneeballsystem noch mindestens bis zum Ende der eigenen Amtszeit am laufen zu halten.

Die Allgemeinheit wird für dumm verkauft, soll denken, die prüfen das schon im Interesse aller Bürger. Dabei handeln die allein nach der Devise "durchhalten bis zum Schluss".

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