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24.01.2005

14:48 Uhr

Trotz Dementis

Weiter Gerüchte um geheimen Geheimdienst

US-Medien haben ungeachtet eines Dementis vom Pentagon am Montag über weitere Einzelheiten eines neuen Geheimdienstes im US-Verteidigungsministerium berichtet.

HB WASHINGTON. Als Konsequenz plane der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im US- Senat, John McCain, eine Anhörung, meldete die Tageszeitung „Washington Post“.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, dass die neue „Abteilung für Strategische Unterstützung“ nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegründet worden sei. Die Aktivitäten würden mit der CIA abgestimmt. Die Einheit könne weltweit geheime Anti-Terror- Operationen durchführen.

Nach einem Bericht der „New York Times“ geht die Gründung der Spezialeinheit auf den Wunsch von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zurück, Geheimdienstinformationen mehr mit Hilfe von Agenten als mit technischen Hilfsmitteln zu sammeln. Die kleinen Einheiten würden aus Experten des Armee-Geheimdienstes DIA zusammengestellt. Sie sollten beispielsweise Ziele ausspionieren und mit ihren Informationen die Kampfeinsätze von Spezialeinheiten unterstützen.

Es bestehe jetzt die Sorge, dass diese Einheiten die vom Gesetzgeber festgeschriebene Aufsicht des US-Kongresses über Geheimdienstoperationen unterlaufen könnten, schreibt das Blatt weiter.

Die „Washington Post“ berichtete, dass der Pentagon-Geheimdienst die „fast totale Abhängigkeit“ vom US-Geheimdienst CIA beenden solle. Zu den angeworbenen Spionen gehörten auch „berüchtigte Gestalten“, deren Verbindung zu den USA im Falle einer Offenlegung peinlich sein könnte.

Das Pentagon hatte am Sonntag Berichte über die Spezialeinheiten dementiert, die bereits seit 2002 im Irak, Afghanistan und anderen Ländern im Einsatz sein sollen. „Es gibt keine Einheit für geheime Operationen, die direkt dem Verteidigungsminister unterstellt ist“, hieß es in der Erklärung des Pentagons.

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