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06.10.2014

13:25 Uhr

Trotz der US-Luftangriffe

IS beschießt Zentrum von Kobane mit Granaten

Vor allem ein strategisch wichtiger Hügel wird hart umkämpft: IS-Kämpfer feuern Granaten ins Zentrum von Kobane, sie wollen die syrische Grenzstadt einnehmen. Trotz der US-Luftangriffe können sie weiter vorrücken.

Die IS-Kämpfer beschießen die Stadt Kobane an der syrisch-türkischen Grenze von drei Seiten aus mit Mörsergranaten. AFP

Die IS-Kämpfer beschießen die Stadt Kobane an der syrisch-türkischen Grenze von drei Seiten aus mit Mörsergranaten.

MursitpinarDie Kämpfer der Islamisten-Miliz IS versuchen weiter, die Stadt Kobane an der syrisch-türkischen Grenze von drei Seiten aus sturmreif zu schießen. „Sie feuern mit Mörsergranaten ins Stadtzentrum, und wir haben nur leichte Waffen“, sagte der Chef der Kobane-Verteidiger, Esmat al-Scheich, am Montag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Umkämpft ist vor allem ein strategisch wichtiger Hügel, dessen Einnahme den Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) einen ungehinderten Einfall in Kobane ermöglichen würde. „Sollten sie in Kobane einmarschieren, wird die Stadt zum Friedhof für uns und für sie“, sagte Scheich. „Wir werden Widerstand leisten bis zum Ende.“

Ungeachtet der Luftangriffe, die die USA und einige Golfstaaten seit Tagen gegen die IS-Milizen in Nordsyrien fliegen, rückten die Dschihadisten weiter auf die Stadt vor. Dort wird die Lage für die Bevölkerung immer schwieriger. Ein Übersetzer der kurdischen Partei PYD sagte Reuters, die Stadt sei von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten.

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Das US-geführte Militärbündnis hat offenbar Kampfmaterial der Dschihadisten-Miliz IS zerstört. Derweil ist der türkische Staatschef Erdogan besorgt um 40 Soldaten, die in Syrien eine ganz besondere Aufgaben haben.

An der türkischen Grenze in Sichtweite der Stadt fuhren am Montag wieder Panzer des Nato-Mitglieds auf, die Geschützrohre Richtung Syrien ausgerichtet. Schon vergangene Woche hatte die türkische Armee einmal Panzer an der Grenze postiert, nachdem Querschläger von syrischen Gebiet aus dort eingeschlagen waren.

Das türkische Parlament hat der Regierung grünes Licht für Einsätze in Syrien und im Irak gegeben, allerdings gab es keine Hinweise darauf, dass eine solche Militäraktion unmittelbar bevorsteht.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Fred Meisenkaiser

06.10.2014, 14:48 Uhr

Interessant ist das Verhalten der Türkei.
Die Türkische Regierung verkündet viel, es folgen aber keine Taten. Vielmehr sieht mandie IS als willkommenen Partner an, um einerseits die Kurden zu schwächen - damit einen Kurdenstaat zu verhindern. Zum anderen setzt man auf die IS, um die Syrische Regierung anzugreifen.
Die Folgen für die Region und Eurupa sind verheerend: Zum einen lassen die Russen wie auch der Iran eine Niederlage Syriens niemals zu, zum anderen werden dann IS-Kämpfer ungehindert über die Türkei in Europa einsickern.
Es wird Zeit dass unsere schlafmützigen Politiker Druck auf Erdogan machen, um dies zu verhindern!
Aber stattdessen hilft die Nato nur den Irakischen Kurden ein wenig, die syrischen Kurden lässt sie im Regen stehen!

Herr Dietmar Müller

06.10.2014, 16:30 Uhr

Es ist vielsagend, bezeichnend, wenn es der USA und ihren Verbündeten sonderbarerweise nicht gelingt, trotz Aufklährungen und Bombardements, die Unternehmungen der IS zu stoppen bzw. zu verhindern.

Möchte man einen sich lang hinziehenden Konflikt, um ganz bestimmte Interessen zu verwirklichen? Und, - wer ist denn der Lieferant ihrer modernen Waffen - und wie ist es ihnen möglich, über Ländergrenzen hinweg diese und weiteren Nachschub von Munition zu erhalten.
Oder hat die IS fliegende Teppiche?

Lars Werner

06.10.2014, 17:14 Uhr

Die USA könnten die IS stoppen, wenn sie wollten, wollen sie aber nicht. Die IS ist ihr Argument und Instrument für das Eingreifen jeder Art im nahen Osten und anderswo. Wer glaubt, diese IS hat irgendetwas mit dem Islam zu tun, ist komplett naiv. Alle islamischen Verbände haben sich distanziert. Es geht um Geopolitik und Öl, wie immer.

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