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17.03.2012

17:49 Uhr

Trotz Erdogans Absage

Tausende protestieren für Menschenrechte

In Bochum haben mehr als 22 000 Menschen gegen den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan demonstriert, obwohl er seinen Besuch abgesagt hatte. Erdogan sollte mit dem „Steiger Award“ für Menschlichkeit geehrt werden.

Mitglieder der Alevitischen Gemeinde Deutschlands protestieren in Bochum gegen die Verleihung des Steiger Awards an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. dpa

Mitglieder der Alevitischen Gemeinde Deutschlands protestieren in Bochum gegen die Verleihung des Steiger Awards an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan.

BochumAnlass war die geplante Auszeichnung Recep Tayyip Erdogans mit dem „Steiger Award“ – eine Auszeichnung für Menschlichkeit und Toleranz. Der Regierungschef hatte seine Teilnahme an der für den Samstagabend geplanten Verleihung zwar wegen des Absturzes eines türkischen Militärhubschraubers am Freitag in Afghanistan kurzfristig abgesagt. Die aus Protest gegen die Ehrung angemeldeten Kundgebungen fanden dennoch statt.

Allein dem Aufruf der Alevitischen Gemeinde in Deutschland folgten Polizeiangaben zufolge 22 000 Menschen. „Wir fühlen uns nicht von Erdogan repräsentiert. Er ist ein lupenreiner Antidemokrat, der keinen Preis für Humanismus und Geradlinigkeit bekommen darf“, sagte der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde, Ali Dogan. Die Begründung für die Absage Erdogans sei für ihn eine „Schutzbehauptung“.

Die Aleviten nahmen erst an einer Kundgebung im Bochumer Fußballstadion teil und zogen dann zum Bergbaumuseum. Auf den Plakaten der Demonstranten standen Sprüche wie: „Hier werden die Menschenrechte versteigert“ oder „Erdogan, du Absteiger“.

Außerdem hatten Kurden und Armenier zu Kundgebungen gegen Unterdrückung in der Türkei aufgerufen, an ihren Veranstaltungen beteiligten sich nach Polizeiangaben jedoch nur 400 beziehungsweise 80 Menschen. Insgesamt ging die Polizei am späten Nachmittag von etwas mehr als 22 000 Demonstranten aus. Vor Erdogans Absage waren bis zu 30 000 Teilnehmer erwartet worden. Busse kamen aus ganz Deutschland und auch aus europäischen Nachbarländern.

Die Aleviten warfen Erdogan die Unterdrückung ihres Glaubens vor. In dem Preis für Erdogan sahen die Protestierenden einen „Schlag ins Gesicht aller Minderheiten in der Türkei“.

Mit dem „Steiger Award“ sollten am Abend Königin Silvia von Schweden, Altbundespräsident Horst Köhler, Designer Wolfgang Joop, Journalist Peter Kloeppel, die Musiker Steven Sloane und Tim Bendzko sowie die Schauspieler Hannes Jaenicke und Christine Neubauer ausgezeichnet werden. Der Preis ist nach der traditionellen Aufsichtsperson im Bergbau, dem Steiger, benannt.

Steiger Award Bochum: Erdogan sagt Besuch ab

Steiger Award Bochum

Erdogan sagt Besuch ab

Eigentlich sollte Erdogan in Bochum einen Freundschafts-Preis empfangen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Ameise

17.03.2012, 19:48 Uhr

Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Der Islam ist keine Religon, sondern eine totalitäre, menschen-und frauenverachtende, rückständige Ideologie, die nicht zwischen Staat und Religion trennt. Im Islam herrscht das Religionsrecht, die Scharia. Mehr Demokratiefeindlichkeit geht nicht. Wer von unserenn linken Gutmenschen meint, den Tiger Islam reiten zu können, wird sein "blaues Wunder" erleben. Ziel des Islam ist die Unterwerfung der ganzen Welt unter seine kranken,faschistoiden Ideen.

Account gelöscht!

17.03.2012, 20:15 Uhr

Religionsfreiheit sollte tatsächlich in jedem Land gelten, was für die Türkei definitiv nicht gilt. Es gibt allerdings keinen Grund, einen Menschen abzulehnen, der in D seine Steuern zahlt, gesetzestreu lebt und sich zum Islam bekennt, ich kenne einige davon persönlich. Einige der Beiträge sind islamophob geprägt, wahrscheinlich kennen diejenigen nicht einen normalen Muslim.

Account gelöscht!

17.03.2012, 21:47 Uhr

Ich denke auch, dass man zwischen Moslems, die ihre Religion ungefähr so Ernst nehmen wie die meisten Christen, von den Fanatikern unterscheiden muss.

Das Problem scheint aber darin zu liegen, das die Gruppe der Fanatiker größer zu werden scheint, vor allem aber wird Sie immer lauter. Das das dann wieder auf die Gemäßigten zurückfällt, ist bedauerlich, läßt sich aber wohl nicht vermeiden wenn Diese sich nicht mal ganz klar von den Fanatikern distanzieren.
Leider passiert aber gerade das Gegenteil: Die Gemäßigten dulden, teilweise befürworten Sie mehr und mehr die Taten der Fanatiker.

Und so bläßt sich der Konflikt mehr und mehr auf... Am Ende wird es wohl nur noch zwei Lager geben: Fanatische Moslems gegen fanatische Christen. Willkommen zurück in der Vergangenheit.

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