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28.04.2011

14:16 Uhr

Trotz EU-Regelung

Flughäfen träge bei Lockerung der Handgepäckregeln

Die engen Handgepäckvorgaben der EU werden zwar gelockert, viele Flughäfen werden diese Änderungen aber zunächst nicht komplett übernehmen, um Unübersichtlichkeit zu vermeiden.

Eine Handtasche einer Flugreisenden auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Quelle: ZB

Eine Handtasche einer Flugreisenden auf dem Flughafen Leipzig/Halle.

Brüssel In der EU werden die peniblen Sicherheitsvorschriften für Flüssigkeiten im Handgepäck am (morgigen) Freitag gelockert. Doch die Weigerung vieler Länder, den Schritt mitzumachen, wird an vielen Flughäfen eher zusätzliche Verwirrung stiften. Schon bevor die neuen Regeln in Kraft treten, warnte der Verband der Europäischen Fluggesellschaften (AEA) vor einer „unübersichtlichen Lage“.

Von den weniger strikten Regeln profitieren zunächst nur Transit-Passagiere, die in Duty-Free-Shops eingekauft haben. Sie dürfen künftig Parfüm oder Alkohol auf ihre Anschlussflüge mitnehmen, auch wenn die Menge über 100 Millilitern liegt.

Allerdings müssen die Flaschen und Tiegel in durchsichtige Plastiktüten eingeschweißt sein. Für innereuropäische Flüge werden die Regeln erst in zwei Jahren geändert.

Auch der erste Schritt könnte schon für viele Transit-Passagiere Erleichterung bringen, die über die europäischen Drehkreuze weiterfliegen: Alleine an Deutschen Flughäfen werden täglich sechs Tonnen oft teurer Kosmetika oder Getränke eingezogen - um die Terrorgefahr durch Flüssigsprengstoff einzudämmen. Allerdings ziehen Frankreich, Großbritannien und andere Länder zunächst nicht mit, weil sie Sicherheitsbedenken haben. Denn die zulässigen Flüssigkeiten müssen gescannt werden - und die neuen Geräte stehen derzeit nur an den deutschen und ein paar anderen Flughäfen.

Die EU-Kommission zeigte sich am Donnerstag verärgert über die zögerliche Umsetzung. Man erwarte, dass die Mitgliedsstaaten ihre Pflichten erfüllten, sagte ein Sprecher. Um die Verwirrung in Grenzen zu halten, will Brüssel bald eine Liste der Flughäfen veröffentlichen, an denen die Flüssigkeiten auch weiterhin einkassiert werden.

Von

dapd

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