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18.05.2015

14:19 Uhr

Trotz Finanznot

Athen garantiert Gehälter und Pensionen

Die griechische Regierung will Pensionen, Gehälter und Löhne trotz der akuten Finanznot zahlen. Die Angst vor der Staatspleite treibt indes die Zinsen für griechische Staatsanleihen.

Die bedrohliche Finanzlage Griechenlands sorgt für Hohe Zinsen griechischer Anleihen. dpa

Griechische Flagge in Athen

Die bedrohliche Finanzlage Griechenlands sorgt für Hohe Zinsen griechischer Anleihen.

Athen/BrüsselTrotz akuter Finanznöte Griechenlands müssen Staatsdiener laut Regierung nicht um Löhne und Gehälter zum Monatsende bangen. Auch die Pensionen könnten überwiesen werden, sicherte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Montag zu. Das Land wolle auch die Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern erfüllen – dazu gehöre die am 5. Juni fällige Überweisung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 298 Millionen Euro. Wegen der sich zusehends leerenden Kassen sollten die Gespräche mit den Gläubigern jedoch noch in diesem Monat abgeschlossen werden: „Es sollte eine Lösung im Mai geben, damit wir die Liquiditätsfrage lösen können.“

Dabei werde sich Athen jedoch nicht auf die von den Geldgebern verlangten Rentenkürzungen einlassen. Ein drittes Hilfspaket für den klammen Ägäis-Staat schloss Sakellaridis aus. Das Land wird seit 2010 von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Bei dem laufenden zweiten Hilfspaket ist eine Einigung mit den Gläubigern in den entscheidenden Fragen derzeit nicht absehbar. Laut EU-Kommission geht es nur schleppend voran. Es müssten größere Anstrengungen unternommen werden, um die Differenzen zu überbrücken.

Angesichts der Furcht vor einer Staatspleite muss die griechische Regierung immer höhere Zinsen für Anleihen auf den Tisch legen. Am Montag erklommen die Zinsen für Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit die Marke von 23,5 Prozent, während die Athener Börse am Mittag um fast zwei Prozent ins Minus rutschte.

Wann Griechenland die nächsten Milliarden überweisen muss

Die griechische Regierung...

... steht mit dem Rücken zur Wand. In den kommenden drei Monaten müssen erhebliche Summen an die internationalen Geldgeber überwiesen werden. Es ist unklar, ob Athen den Verpflichtungen nachkommen und eine Staatspleite noch abwenden kann. Das sind die wichtigsten Termine…

Im Mai...

… hatte die Regierung in Athen zur Rückzahlung von 750 Millionen Euro an den internationalen Währungsfonds auch auf 650 Millionen von einem eigenen IWF-Konto zurückgegriffen. Unklar ist, wann sie dieses Geld wieder auf das Konto einzahlen muss. In der Regierung war damals von "einigen Wochen" die Rede.

Dem IWF...

… muss Griechenland besonders im Juni viel überweisen. In dem Monat werden insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro fällig.

Auf vier Tranchen...

…verteilt sich laut IWF die Summe auf vier Tranchen.

5. Juni

298 Millionen Euro

12. Juni

335,2 Millionen Euro

16. Juni

558,8 Millionen Euro

19. Juni

335,2 Millionen Euro

Im Juli...

… am 13., ist eine weitere Zahlung an den IWF in Höhe von 447 Millionen Euro fällig.

Härtemonat Juli

In dem Monat werden außerdem Zinsen und Tilgung für Staatsanleihen fällig, die im Bestand der Europäischen Zentralbank (EZB) sind. Die Summe beläuft sich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat gefordert, die Rückzahlungstermine dieser Papiere zu verschieben. Die genauen Daten sind bisher nicht bekannt.

Auch im August...

… steht Griechenland vor enormen Herausforderungen, weil weitere 3,2 Milliarden Euro für die EZB fällig werden.

Zinsen

Dem IWF stehen zudem Zinsen in Höhe von rund 165 Millionen Euro zu. Dafür ist jedoch kein Datum festgelegt.

Griechenland muss dem Internationalen Währungsfonds demnächst hohe Kredite zurückzahlen und ist dafür auf die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro Hilfsgeldern angewiesen. Eine Vereinbarung mit den anderen Mitgliedstaaten der Eurozone darüber steht aber immer noch aus.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte am Montag, er sei sicher, dass es in den kommenden Tagen eine Übereinkunft geben werde. Diese sei auch dringend notwendig. Er drängte die Regierung in Athen, endlich eine Liste mit weitreichenden Wirtschaftsreformen vorzulegen, die die Kreditgeber als Gegenleistung für das Hilfspaket verlangen.

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