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15.07.2014

12:07 Uhr

Trotz Gespräche mit Merkel

Erneut Tote bei Gefechten in Ukraine

Im Ukraine-Konflikt sollen Gespräche der Konfliktparteien Entspannung in die schwere Krise bringen. So vereinbarten es Kanzlerin Merkel und Präsident Poroschenko. Bei massiven Gefechten gibt es aber erneut viele Tote.

Konflikte in der Ost-Ukraine fordern wieder Tote

Flugzeug bombadiert Kleinstadt

Konflikte in der Ost-Ukraine fordern wieder Tote: Flugzeug bombadiert Kleinstadt

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Lugansk/KiewBei erneuten schweren Kämpfen in der Ostukraine sind den Behörden zufolge mindestens zwölf Zivilisten getötet worden, darunter ein Kind. In Lugansk seien Einwohner bei massiven Gefechten von Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten in die Schusslinie geraten, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Zudem seien mehr als 50 Zivilisten verletzt worden. In Donezk starben bei einem Luftangriff der Armee mindestens vier Zivilisten. Vier weitere Menschen wurden in der Millionenmetropole verwundet. Die Aufständischen sprachen von zehn weiteren Toten in einer Kleinstadt.

Das ukrainische Präsidialamt bestätigte, dass die Führung in Kiew direkten Kontakt mit den Aufständischen aufnehmen wolle. Das hätten Staatschef Petro Poroschenko und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat besprochen. Noch an diesem Dienstag könne es zu einer Videokonferenz der Kontaktgruppe aus Vertretern der Ukraine, von Russland, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der „Volkswehr“ kommen, hieß es.

Poroschenkos 15-Punkte-Plan

01

Sicherheitsgarantien für alle Teilnehmer an Verhandlungen

02

Befreiung von strafrechtlicher Verfolgung derjenigen, die die Waffen niederlegen und keine schweren Verbrechen begangen haben

03

Freilassung von Gefangenen

04

Schaffung einer Pufferzone von zehn Kilometern an der russisch-ukrainischen Grenze. Abzug illegal bewaffneter Formierungen

05

Garantierter Korridor für den Abzug russischer und ukrainischer Söldner

06

Entwaffnung

07

Schaffung von Einheiten innerhalb der Struktur des Innenministeriums für die Absicherung gemeinsamer Patrouillen

08

Freigabe illegal besetzter administrativer Gebäude in den Donezker und Lugansker Gebieten

09

Wiederherstellung der Tätigkeit der örtlichen Machtorgane

10

Wiederaufnahme der zentralen Fernseh- und Radioübertragung in den Donezker und Lugansker Gebieten

11

Dezentralisierung der Macht (durch die Wahl von Komitees, Schutz der russischen Sprache, Projekt einer Verfassungsänderung)

12

Absprache der Gouverneure mit den Vertretern des Donbass vor Wahlen (Einigung auf eine Kandidatur, bei Uneinigkeit trifft der Präsident die Entscheidung)

13

Vorgezogene Kommunal- und Parlamentswahlen

14

Programm für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region

15

Wiederaufbau von Industrieobjekten und sozialer Infrastruktur

Der Separatistenanführer Andrej Purgin wies Berichte über eine Versorgung der Aufständischen mit russischem Kriegsgerät zurück. Sämtliche Waffen, darunter auch schwere Raketenwerfer, hätten die militanten Gruppen aus Arsenalen der ukrainischen Armee erbeutet, sagte Purgin in Donezk. Die Führung in Kiew und der Westen werfen Russland vor, das Einsickern von Waffen und Kämpfern über die ukrainische Grenze nicht zu verhindern. Moskau weist dies zurück.

Kommentare (2)

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Herr Ossi NB

15.07.2014, 12:52 Uhr

Immer wenn Frau Merkel alternativlos wird geht's "in die Hose".
Eurorettung
Energiewende
Ukraine-Politik
Ob sie anläßlich ihres Geburtstages auch mal darüber nachdenkt, welchen Anteil sie am Zustandekommen des grauenvollen Bürgerkriegs in der Ukraine hat?

Herr walter danielis

15.07.2014, 15:35 Uhr

Wenn für Putin der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird es mit der Ostukraine ganz schnell gehen. Dann kann der ukrainische Kriegsminister gleich zwei Siegesparaden halten. Eine in Sewastopol und eine in Donezk. Vielleicht wird Frau Merkel und Herr Steinmeier auch eingeladen.

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