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12.12.2011

19:36 Uhr

Trotz Gipfelbeschlüsse

Ratingagenturen bleiben skeptisch

Für die Ratingagenturen Moody's und Fitch gehen die Beschlüsse des EU-Gipfels nicht weit genug. Die Kritik sorgte am Montag für Katerstimmung an den Finanzmärkten.

Die Ratingagenturen sehen bei der EU Stolpergefahr. dapd

Die Ratingagenturen sehen bei der EU Stolpergefahr.

Berlin/London/AthenDie Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bekämpfung der Schuldenkrise haben noch nicht zur erhofften Beruhigung der Märkte geführt. Neue Nervosität löste am Montag die Ratingagentur Moody's aus, die von den weitreichenden Entscheidungen der europäischen Staats- und Regierungschefs nicht überzeugt ist. Die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten werde im ersten Quartal 2012 einer genauen Prüfung unterzogen, teilte die Agentur am Montag mit und bekräftigte damit ihre Warnung vom November.

Am Abend legte auch die Ratingagentur Fitch nach: Das Spitzentreffen habe wenig dazu beigetragen, den Schuldendruck von der Währungsunion zu nehmen, heißt es in einer am Montagabend veröffentlichten Analyse. Fitch betrachtet die Europäische Zentralbank (EZB) als einzige Instanz, die kurzfristig „Feuerschutz“ für die angeschlagenen Euroländer bieten kann. Hoffnungen auf einen massiveren Einsatz der Notenbank seien nach den Gipfelergebnissen jedoch nicht angebracht. Auf dem Gipfel sei zwar starke politische Unterstützung für die Gemeinschaftswährung demonstriert worden, allerdings liefere der schrittweise Ansatz der Politiker keine sofortige umfassende Lösung, so Fitch.

Standard & Poor's, die dritte große Agentur, hatte die Länder der EU und Eurozone bereits vor dem Spitzentreffen unter verschärfte Beobachtung gestellt.

Derweil verteidigte der britische Premier David Cameron vor dem Parlament seine Blockadehaltung beim jüngsten EU-Gipfel gegen heftige Kritik. Er habe im Interesse des Landes gehandelt, Großbritannien spiele in der EU weiter ganz vorne mit, sagte er. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy versprach, die Union werde bei Reformen Tempo machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will dem Bundestag am Mittwoch ihr Vorgehen in der Euro-Schuldenkrise erläutern.

Der deutsche Aktienmarkt ging auf Talfahrt und lag am Ende fast 3,4 Prozent im Minus. Auch die europäischen Börsen präsentierten sich schwach. Der Euro geriet stark unter Druck und sackte unter 1,32 Dollar.

Kommentare (8)

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leser

12.12.2011, 19:47 Uhr

Die Kritik sorgte am Montag für Katerstimmung an den Finanzmärkten.
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Und wenn keine Kritik mehr da ist, dann geht es allen gut.
Und dann, erst recht, werden weiterhin Schulden gemacht.

Wie schön: am besten noch eine eigene Agentur aufmachen, die "solchen" Leuten mal zeigt, was eine "Harke" ist.

we love u

Stefan

12.12.2011, 20:33 Uhr

Also,
1. Ratingagenturen sind "gekaufte" Einrichtungen, die nicht seriös arbeiten. Vgl. Buch Spielgeld ein neues Wirtschaftssytem, dort wird die Arbeitsweise dieser "Agenturen" genau analysiert und aus internen Emails zitiert...
2. Werden genau diese Agenturen derzeit wieder verwendet um von den noch größer verschuldeten Ländern abzulenken, USA z. B., denn sonst bricht deren Finanzierung komplett zusammen.
Was lernen wir nun daraus? Wir benötigen dringend ein transparentes Wirtschafts- und Geldsystem, damit Abhängigkeiten offen nachvollziehbar sind. Dann erkennen wir die Manipulationen. VG Stefan

mfg

12.12.2011, 21:42 Uhr

@Stefan
Ihr erkenntnistheortischer Exkurs "dringend ein transparentes Wirtschafts- und Geldsystem, damit Abhängigkeiten offen nachvollziehbar sind. Dann erkennen wir die Manipulationen."
erinnert an, sry, Väter der KLamotte, dafür hatten Sie Ihre Tastatur doch schon mal wenigstens in Betrieb genommen.
Hoffen wir, daß aus Ihrem Dünnsinn wenigstens nocheinal so etwas wie Lust zu Erkenntnisbefähigung wird.
mfg

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