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22.03.2011

18:41 Uhr

Trotz Japan-Katastrophe

Frankreich steht zur Atomkraft

ExklusivTrotz der Atom-Katastrophe in Japan spielt Frankreich nicht mit dem Gedanken, etwas an seiner Energiepolitik zu ändern. Nach wie vor soll die Atomkraft eine führende Rolle spielen.

Jean-Francois Copé: Der UMP-Generalsekretär will auf Atomstrom nicht verzichten. Quelle: Reuters

Jean-Francois Copé: Der UMP-Generalsekretär will auf Atomstrom nicht verzichten.

DüsseldorfJean-François Copé, der Generalsekretär der französischen Präsidentenpartei UMP, plädiert auch nach der Nuklearkatastrophe in Japan für den Ausbau der Atomkraft in seiner Heimat. In einem Gastkommentar, dass am Mittwoch im Handelsblatt erscheint, begründet er das damit, dass Kernenergie einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leiste, Frankreich unabhängiger mache von importierten Energieträgern und billigen Strom erzeuge.

Allerdings sei die Sicherheit stets allerhöchste Priorität gewesen: "Diese unabdingbare Anforderung macht unsere Atomkraftwerke übrigens teurer als die unserer internationalen Wettbewerber, mit dem Risiko, dass wir Marktanteile verlieren, wenn der Preis das wichtigste Kriterium ist.", schreibt Copé. Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe die Überprüfung aller Reaktoren angeordnet, die Ergebnisse würden veröffentlicht.   

Der Sarkozy-Intimus wendet sich dagegen, Atomkraft und erneuerbare Energien als Alternativen anzusehen. Beide müssten sich ergänzen, die Zukunft gehöre einer vielfältigen Energieversorgung.

Für Frankreich, das 85 Prozent seines Stroms aus Kernkraftwerken bezieht, sei aber klar, dass diese weiter eine führende Rolle spielen werden. Zwischen der Rechten und der Linken gebe es in dieser Frage einen seltenen Konsens.

Copé weist darauf hin, dass sein Land in den nächsten Jahren den größtenteils aus den 70er-Jahren stammenden Park von Atomkraftwerken nach und nach durch modernere Druckwasser-Reaktoren ersetzen werde.

Von

th

Kommentare (1)

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Kowalski

22.03.2011, 19:30 Uhr

Glückliches Frankreich !! mit einer seriösen und sachlichen Berichterstattung und einem Zukunftfähigen Energiekonzept. Der unaufhaltsame Vormarsch der grünen Weltsicht in allen, im deutschen Bundestag vertretenen Parteien, hingegen ist ein von Dummheit-generiertes Armutszeugnis. Die Grünen und Friedensbewegten demonstrieren ihre Unfähigkeit, das kleinere Übel auszumachen, indem sie deutsche Atomkraftwerke verteufeln, gleichzeitig aber durch die Subventionierung unzuverlässiger und teurer „erneuerbarer“ Energien alles tun, um Deutschland von Atomstrom-Importen abhängig zu machen. Obendrein betonen die gleichen Gruppierungen, dem iranischen Mullah-Regime stehe das Recht auf die zivile und militärische Nutzung der Atomkraft zu. Eine solche Schizophrenie kann man wohl nur durch eine Kernschmelze im Kopf erklären.

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