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21.07.2015

09:26 Uhr

Trotz monatelanger Proteste

Burundi wählt einen neuen Präsidenten

Trotz gewaltsamer Proteste wählt der afrikanische Krisenstaat Burundi am Dienstag einen neuen Präsidenten. Staatschef Nkurunziza bewirbt sich um eine dritte Amtszeit – obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht.

Monatelang hat es in Burundi gewaltsamen Protest gegen die Präsidentschaftswahl gegeben. Doch die Wahl findet wie geplant statt. AFP

Burundi wählt einen neuen Präsidenten

Monatelang hat es in Burundi gewaltsamen Protest gegen die Präsidentschaftswahl gegeben. Doch die Wahl findet wie geplant statt.

New York/BujumburaVor der umstrittenen Präsidentenwahl im ostafrikanischen Krisenstaat Burundi hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen friedlichen Ablauf der Abstimmung angemahnt. Ban rief die Behörden auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um eine sichere Stimmung während der Wahl zu schaffen.

Gewalt jeglicher Art müsse von allen Beteiligten unterlassen werden, forderte Ban laut von den Vereinten Nationen in der Nacht zum Dienstag verbreiteter Mitteilung.

In Burundi soll am Dienstag nach monatelangen Unruhen und viel internationaler Kritik ein neuer Präsident gewählt werden. Der umstrittene Staatschef Pierre Nkurunziza bewirbt sich um eine dritte Amtszeit, obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten vorsieht. Die Kandidaten der Opposition wollen die Abstimmung aus Protest boykottieren. Die Abstimmung war zuvor auf Druck der Ostafrikanischen Staatengemeinschaft mehrmals verschoben worden.

Am Abend vor der Wahl waren in der Hauptstadt Bujumbura Schüsse und Granateneinschläge zu hören. Ein Präsidentenberater ließ im Kurznachrichtendienst Twitter wissen, damit sollten offensichtlich Wähler eingeschüchtert werden, berichtete der französische Auslandssender RFI am frühen Dienstagmorgen. Berater Willy Nyamitwe sprach von „Terrorakten“.

Burundi: Gewalt am Vorabend der umstrittenen Wahl

Burundi

Gewalt am Vorabend der umstrittenen Wahl

Etwa tausend Menschen fliehen täglich aus Burundi. Das ostafrikanische Land leidet unter Unruhen, seit Präsident Nkurunziza seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit bekundete. Nun erschüttern Explosionen die Hauptstadt.

Letzte Vermittlungsbemühungen unter Führung des ugandischen Verteidigungsministers Crispus Kiyonga waren am Sonntag gescheitert. Neben dem 51-jährigen Nkurunziza treten nur drei Bewerber an, die alle mit der regierenden CNDD-FDD verbündet sind. Knapp vier Millionen Wahlberechtigte sind registriert.

Ein ethnischer Bürgerkrieg der Volksgruppen der Hutu und Tutsi mit 300 000 Toten endete in dem armen ostafrikanischen Land erst vor zwölf Jahren. Seit Ende April kommt es immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen Nkurunziza. Mehr als 80 Menschen wurden dabei bereits getötet, knapp 170 000 sind nach UN-Angaben aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in die Nachbarländer geflohen.

Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kommen alleine in Tansania täglich rund 1000 neue Flüchtlinge aus Burundi an. Im überfüllten Lager Nyarugusu halten sich demnach bereits rund 80 000 Menschen auf.

In einem ursprünglich nur als Notlösung gedachten Zelt von 176 Quadratmetern schliefen mehr als 200 Menschen. „Den Flüchtlingen müssen dringend neue Gebiete zugewiesen werden, wo sie sich niederlassen können, damit sie unter humaneren Bedingungen leben können“, fordert Sita Cacioppe, die Nothilfekoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Tansania.

Von

dpa

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