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15.03.2016

06:51 Uhr

Trotz Sanktionen

Nordkorea plant neuen Atomwaffentest

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat angeordnet, neue Atomwaffen und Raketen zu zünden – zu Testzwecken. Die Pläne des abgeschotteten Landes sind auch eine Reaktion auf Manöver von Südkorea und den USA.

Nordkorea

Neue Atomwaffentests angekündigt: Eskaliert der Korea-Konflikt?

Nordkorea: Neue Atomwaffentests angekündigt: Eskaliert der Korea-Konflikt?

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SeoulNordkorea plant trotz internationaler Sanktionen weitere Atomwaffen- und Raketentests. Machthaber Kim Jong Un habe befohlen, zeitnah die Explosionskraft eines atomaren Sprengkopfes und Raketen für nukleare Sprengköpfe zu erproben, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag.

Demnach kam die Order, als Kim einen erfolgreichen Simulationstest eines lenkbaren Gefechtskopfes begleitete. Ein solcher Wiedereintrittskörper wird benötigt, um einen Sprengkopf nach einem Langstreckenraketentest wieder sicher in die Erdatmosphäre zu bringen.

Chronologie: Nordkorea und seine Atombomben

1989

Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.

1994

Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.

1998

Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.

2002

US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Januar zu einem Teil der "Achse des Bösen". Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.

2003

Nordkorea kündigt im Januar den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.

2005

Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.

2006

Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UN-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen.

2007

Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEA, Yongbyon sei geschlossen.

2009

Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UN-Sanktionen verschärft.

2011

Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong Un an die Macht.

2012

Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.

2013

Der UN-Sicherheitsrat verschärft am 22. Januar die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben "erfolgreich" einen unterirdischen Atomtest.

2014

In seiner Neujahrsansprache kündigt Diktator Kim Jong-Un gegenüber den USA eine „massive nukleare Katastrophe“ an, sollte auf der koreanischen Halbinsel ein Krieg ausbrechen. Im September veröffentlicht die IAEA einen Bericht, wonach der Atomreaktor Nyongbyon wieder in Betrieb sei, und belegt dies mit Satellitenbildern.

2015

Im Januar bietet Kim Jong-Un an, das Atomwaffenprogramm Nordkoreas aufzugeben, wenn die USA auf gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea verzichten. Im Mai verbreitet Pjöngjang, dass Nordkorea inzwischen auch Langstreckenraketen mit entsprechend miniaturisierten Nuklearwaffen ausrüsten zu können – eine offene Drohung in Richtung USA.

2016

Gleich zu Beginn des Jahres gibt Nordkorea bekannt, erstmals erfolgreich den Einsatz einer Wasserstoff-Bombe getestet zu haben. Chinesische und US-amerikanische Behörden bezweifeln die Behauptung aufgrund seismischer Signale in der Nähe des Testgeländes, die eher auf die Explosion einer Spaltbombe hindeuten. Einen Monat später führt Pjöngjang einen Raketentest durch: Am 7. Februar startet eine Unha-3-Trägerrakete und bringt einen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Die USA, Südkorea und Japan werten den Start jedoch als Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete – und erlassen erneut Sanktionen gegen Nordkorea.

Experten zufolge verfügt Pjöngjang jedoch noch nicht über einen funktionsfähigen Wiedereintrittskörper.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich nach dem vierten nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem Start einer Langstreckenrakete Pjöngjangs im Februar verschärft. Die Vereinten Nationen reagierten mit neuen harten Sanktionen gegen das abgeschottete Land. Aktuell sorgen die jährlichen Frühjahrsmanöver von Südkorea und den USA bei Nordkorea für massiven Unmut. Wiederholt drohte es mit Präventivschlägen.

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