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03.09.2014

03:28 Uhr

Trotz schlechter Erfahrungen

Mexiko plant größeren Hauptstadtflughafen

VonPetrina Engelke

Mexiko plant ein beeindruckendes Infrastrukturprojekt: Der Flughafen in der Hauptstadt soll ausgebaut werden und die Tourismuseinnahmen vergrößern. Ähnliche Pläne gab es bereits vor 12 Jahren - mit einem Unterschied.

Warten am Benito Juárez International Airport in Mexiko-Stadt: Nach Ansicht der Regierung braucht die Hauptstadt einen neuen Flughafen. ap

Warten am Benito Juárez International Airport in Mexiko-Stadt: Nach Ansicht der Regierung braucht die Hauptstadt einen neuen Flughafen.

New YorkAuch Mexiko trägt sich mit einem neuen Hauptstadtflughafen: Der Flughafen von Mexiko-Stadt soll zu einem der größten Drehkreuze der Welt ausgebaut werden. Der Benito Juárez-Flughafen werde bis 2018 für jährlich bis zu 120 Millionen Passagiere erweitert, kündigte Präsident Enrique Peña Nieto in seiner Regierungserklärung am Dienstag an.

Das sei eine viermal so große Kapazität wie bislang. Die Zahl der Start- und Landebahnen werde von derzeit zwei auf sechs erhöht und ein neues Terminal gebaut. Der bisherige Flughafen, Benito Juárez International, verfügt zwar über zwei Start- und Landebahnen. Doch diese liegen so nah beieinander, dass sie nicht gleichzeitig angeflogen werden können.

Der neue Flughafen soll zunächst zwei Start- und Landebahnen bekommen, die gleichzeitig genutzt werden können - und damit die Kapazitäten des Flughafens verdoppeln. Nach Bedarf soll ein dritter Runway gebaut werden.

Schließlich schrammt der Benito Juárez-Flughafen an der Wachstumsgrenze. Dem "Wall Street Journal" zufolge hängen die Anfragen mehrere Fluglinien aus Europa, Asien und Afrika nach Landezeiten in der Schwebe, weil der Flughafen nicht genug Platz hat.

Das sind die größten Flughäfen der Welt

Platz 10 – Jakarta

Jakarta (Indonesien, CGK)
Passagiere: 60,14 Millionen
Zuwachs: + 4,1 Prozent

Platz 9 – Dallas/Fort Worth

Dalls/Fort Worth (Texas, USA, DFW)
Passagiere: 60,47 Millionen
Zuwachs: + 3,2 Prozent

Platz 8 – Paris

Paris (Frankreich, CDG)
Passagiere: 62,05 Millionen
Zuwachs: + 0,7 Prozent

Platz 7 – Dubai

Dubai (Abu Dhabi, DXB)
Passagiere: 66,43 Millionen
Zuwachs: +15,2 Prozent

Platz 6 – Los Angeles

Los Angeles (Florida, USA, LAX)
Passagiere: 66,67 Millionen
Zuwachs: + 4,7 Prozent

Platz 5 – Chicago

Chicago (Illinois, USA, ORD)
Passagiere: 66,78 Millionen
Zuwachs: + 0,2 Prozent

Platz 4 – Tokio

Tokio (Japan, HND)
Passagiere: 68,91 Millionen
Zuwachs: + 3,2 Prozent

Platz 3 – London

London (Großbritannien, LHR)
Passagiere: 72,37 Millionen
Zuwachs: + 3,3 Prozent

Platz 2 – Peking

Peking (China, PEK)
Passagiere: 83,71 Millionen
Zuwachs: + 2,2 Prozent

Platz 1 – Atlanta

Atlanta (Georgia, USA, ATL)
Passagiere: 94,43 Millionen
Rückgang: - 1,1 Prozent

Quelle: Airports Council International (ACI), Zahlen für das Gesamtjahr 2013

In den vergangenen drei Jahren betrug das Fluggast-Wachstum durchschnittlich neun Prozent. 2013 fertigte der Flughafen 31,5 Millionen Passagiere ab, ein Drittel davon kam aus dem Ausland. Darauf stützt die mexikanische Regierung ihre Pläne: Schätzungen der Beamten zufolge könne Mexiko mit dem neuen Flughafen bis 2040 zusätzliche 19,6 Milliarden Dollar an Tourismuseinnahmen verbuchen. Der neue Flughafen soll 50 Millionen Fluggäste bewältigen können - beinahe so viele wie der New Yorker JFK-Flughafen.

Mit der Machete gegen den Flughafen

Der Ausbau des Flughafens ist das größte Infrastrukturprojekt der vergangenen Jahre in Mexiko. Er dürfte Medienberichten zufolge rund 120 Milliarden Pesos (etwa sieben Milliarden Euro) kosten. Den bisherigen Flughafen wollen die Verantwortlichen nach dem Neubau schließen und das Gelände zum Teil kommerziell nutzen, zum Teil in einen Park umwandeln.

Pläne für einen neuen Flughafen sind in Mexiko indes nichts Neues. Bereits 2002 hatte die damalige Regierung unter Präsident Vicente Fox sich sogar einen Baustellenort ausgesucht - jedoch schließlich vor dem massiven Widerstand in der Bevölkerung kapituliert. Mit Macheten waren Anwohner zu Protesten erschienen, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Das sei diesmal aber kein Problem, berichten die Regierungsbeamten, die das "Wall Street Journal" als Quellen nennt. Als Bauort habe man Land ausgesucht, das sich in Staatsbesitz befindet. Jeder etwaige Ausbau müsse allerdings mit den umliegenden Bauern verhandelt werden.

Und auch für diesen Fall geben sich die Flughafenplaner zuversichtlich: Sie würden den Bauern für ihr Land einen besseren Preis bieten als ihre Vorgänger.

Mit Material von dpa.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

03.09.2014, 14:06 Uhr

Hoffentlich haben die Mexikaner ein Verbot erteilt? Keine Deutschen!!!!!

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