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26.04.2011

11:56 Uhr

Trotz Schulden

Die USA bleiben die unsinkbare Supermacht

VonRobert Landgraf

In den USA dominiert der Kapitalmarkt - er sorgt dafür, dass Amerika stark bleibt. Warum den USA trotzdem, auch bei einer Bonitätsverschlechterung durch eine der Ratingagenturen, nicht viel passieren kann.

Redakteur Robert Landgraf. Quelle: Pablo Castagnola

Redakteur Robert Landgraf.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das mächtigste Land der Welt. Nicht nur ihre Politik bestimmt maßgeblich das Weltgeschehen, die amerikanischen Konzerne üben auf praktisch jedem Flecken der Erde ihre Macht aus und lassen ihre finanziellen und industriellen Muskeln spielen. Aber das Wichtigste, der Kern der ganzen Macht, ist die Stärke des Kapitalmarkts.

Das war nicht immer so. Aber heute dominiert der Kapitalmarkt mit seinen schier unermesslichen Quellen und Formen sowohl die Politik als auch die Industrie in Übersee, auch wenn das so keiner wirklich offen sagen oder gar zugeben mag. Am Ende bedeutet das: Der Name USA steht für den Kern aller Kapitalmärkte weltweit. Allein deshalb kann den Staaten auch bei einer Bonitätsverschlechterung durch eine der Ratingagenturen nicht viel passieren.

Man mag das mögen oder nicht. Zwar würden kurzzeitig durchaus Verwerfungen auftreten, Anleiheverkäufe einsetzen, wenn beispielsweise Standard & Poor’s tatsächlich wie angedroht im Jahr 2013 den Daumen senken würde. Auch der Dollar würde unter Druck geraten. Das wären aber nur kurzfristige Verwerfungen. Warum?

Schauen wir zunächst einmal auf die Ratingagenturen. Es war ein taktisch kluger und durchaus ernst gemeinter Schritt von Standard & Poor’s, die USA zu warnen und damit zu drohen, dem Land das Gütesiegel der besten Kreditwürdigkeit zu entziehen. Nachdem der Ruf der Ratingagenturen unter der Krise stark gelitten hat, handelt es sich hier aber auch um einen Befreiungsschlag. Wir trauen uns an die großen Tiere heran, soll das heißen. Doch kommt es zum Schwur, dann wird der Druck in den USA vonseiten der Politik, der Lobbyisten und der Wirtschaft riesig sein. Einfach zu stark. Vergessen wir nicht, Standard & Poor’s ist und bleibt am Ende ein amerikanisches Unternehmen, das dem amerikanischen Einfluss unterliegt.

Ähnliches gilt für alle, die am Finanzmarkt agieren, seien es die Manager in den Banken, in den Hedge- und Pensionsfonds, in Spezial- und Publikumsfonds. Es glaubt doch niemand im Ernst, dass sie alle ihre eigene Existenz durch Spekulationen und einen massiven Verkauf von Anleihen aufs Spiel setzen, der am Ende die USA in die Pleite treiben könnte.

Der größte Kapitalmarkt der Welt ist gleichzusetzen mit der größten Bonusmaschine der Welt – auch nach der Krise. Hier werden Jahr für Jahr Milliarden und Abermilliarden an Tausende Finanzmanager ausgeschüttet. Natürlich gibt es Ausnahmen wie den weltgrößten Anleihefonds Pimco, der nichts mit US-Treasuries zu tun haben will. Mehr als eine Ausnahme von der Regel ist das aber nicht.

Im Notfall würde die US-Notenbank Fed erneut eingreifen und US-Staatsanleihen kaufen. Ohnehin sind alle Notenbanken weltweit ein Garant für das Überleben des amerikanischen Staates. Sie haben riesige Währungsreserven in Dollar aufgetürmt. Eine Pleite der USA können sich China & Co. nicht leisten.

Kommentare (6)

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Realist

26.04.2011, 12:11 Uhr

>Sie haben riesige Währungsreserven in Dollar aufgetürmt. >Eine Pleite der USA können sich China & Co. nicht leisten.

Die Frage ist lediglich wer als erster abspringt. Pimco ist aktuell noch die Ausnahme, aber ein gutes Beispiel für eine selbstbewußte Anlageentscheidung. Politik kann nicht alles retten und sobald die Fed dauerhaft Anleihen aufkauft - die USA also faktisch pleite sind, werden sich auch andere Staaten überlegen den Dollar als Leit- bzw. Handelswährung abzulösen. Es gibt immer Alternativen.

Kraeftemangel

26.04.2011, 12:28 Uhr

Die USA sinkt bereits. Was bleibt ist die Hoffnung auf ein sehr langsames Sinken. Falls sich dieser Vorgang aber beschleunigen sollte besteht auf Grund der militärischen Stärke die Gefahr von Gewaltausbrüchen ala Irak. Keine schöne Vorstellung für die Welt.

azaziel

26.04.2011, 15:59 Uhr

Herr Landgraf, Sie sollten erstmal ins Unreine schreiben und nochmal durchlesen, bevor Sie etwas ins Internet stellen. Ihr Artikel ist ein wenig konfus!

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