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30.01.2015

16:06 Uhr

Trotz Sparbemühungen

IWF warnt Portugal

Nach Zeiten der schweren Krise befindet sich Portugal auf dem Weg der Besserung, Sanierungserfolge sind offensichtlich. Dennoch warnt der IWF das einstige Krisenland, an den Reformen festzuhalten.

Mit einem Hilfspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der IWF Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt. dpa

Portugals Fahne

Mit einem Hilfspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der IWF Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt.

Washington/LissabonDas frühere Euro-Krisenland Portugal darf nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz aller Sanierungserfolge bei den Sparbemühungen und Reformen auf keinen Fall nachlassen. Unter anderem auf dem Arbeitsmarkt seien weitere Reformen nötig, um höhere Wachstumsraten und ein dauerhaftes Gleichgewicht in der Wirtschaft zu erreichen. Das schreibt der IWF in einem am Freitag veröffentlichten ersten Bericht nach dem Ende des Hilfsprogramms für Portugal im Mai 2014.

Die Risiken für das sowohl privat als auch öffentlich weiterhin hoch verschuldete Land liegen laut IWF nicht nur im außenwirtschaftlichen Sektor, wo finanzielle Schwankungen wieder zunähmen. Betroffen sei auch der interne Bereich. Gewarnt wird vor möglichen „juristischen und politischen Rückschlägen“. Das portugiesische Verfassungsgericht hat mehrere Sparbeschlüsse der Mitte-Rechts-Regierung gekippt.

Im Herbst stehen zudem Parlamentswahlen an. Der IWF hebt allerdings auch die vielen Fortschritte im ärmsten Land Westeuropas hervor. So sei nach langer Rezession im vergangenen Jahr inmitten des strengen Sparprogramms ein geschätztes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erreicht worden. Für 2015 würden sogar 1,2 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote sei vom Rekordwert von 17,5 Prozent auf 13,1 Prozent zurückgegangen.

Mit einem Hilfspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der IWF Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt. Erst vor wenigen Tagen hatte Lissabon bekanntgegeben, dass man die vom IWF erhaltenen Kredite im Wert von 26 Milliarden Euro dank gestiegener Reserven schon vor dem Ablauf der vereinbarten Laufzeit tilgen werde.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Henry Wuttke

30.01.2015, 16:26 Uhr

Leider kann dieser Beitrag nicht unter der Rubrik „Banken fürchten Verstaatlichung“ eingestellt werden. Was hat sich das Handelsblatt dabei gedacht?

Dem Premiers Alexis Tsipras stinkt die Zockerei mit dem Kapital, zudem die masse der Bevölkerung leer ausgeht und in Armut versinkt. Wen interessieren die Aktienzocker und Scheinheiligen?

Da hilft nur eins. Banken für das Großkapital kurzfristig schließen und die Drachme wieder einführen. Der Euro dient dann als Verrechnungseinheit. Zudem wird die Insolvent von Griechenland bekanntgegeben und ausgerufen. Geld gibt es an die EU-Staaten vorerst nicht, die Schulden werden im besten Fall eingefroren. Und somit dürften die Zähne der EU-Abgeordneten, insbesondere von dem Kapitalisten Martin Schulz, gezogen sein.

Mit der Drachme kann sich die Binnenwirtschaft allmählich erholen. Danach könnte es Verhandlungen mit der EU geben, was und wie mit den Schulden umgegangen wird. Die eigene Souveränität und die Identität der Griechen (überhaupt aller Staaten) sollten über der Brüssel-Diktatur stehen.

Herr Peter Spiegel

30.01.2015, 16:40 Uhr

"IWF warnt Portugal"
Haben die Herrschaften etwas bei ihrem Raubzug vergessen?

Account gelöscht!

30.01.2015, 18:03 Uhr

Gewarnt wird vor möglichen „juristischen und politischen Rückschlägen“. Das portugiesische Verfassungsgericht hat mehrere Sparbeschlüsse der Mitte-Rechts-Regierung gekippt.

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Wenn ein Land sogar angibt seine Ihnen anvertraute Gelder frühzeitiger Zurück zu bezahlen...

dann sollte man auch die Souveränität eines Landes respektieren....

und dieses Land die eigene Entscheidungen treffen lassen.

Einen Bankkunden schreibt der Kreditgeber auch nicht vor was bei dem kunde Zuhause auf dem Teller kommt.

Und da der Kunde schließlich seine Verpflichtungen nachgekommen ist...und weiterhin nachkommen will...

muss sich Portugal keinerlei Bevormundung dulden.

Was die IWF jetzt betreibt ist schädlich für Portugal...

und schadet auch eine positive Zukunft für Europa und der EU.

Der IWF sollte sich jetzt um bedürftigere Länder der EU kümmern die eine Gefahr für Europa darstellen wie etwa ITALIEN.

PORTUGAL und SPANIEN als auch GRIECHENLAND bedürfen jetzt INVESTOREN IN INDUSTRIELLEN BEREICHE....

und durch solche IWF-UNRUHEN werden Investoren abgeschreckt.

Es gibt eher den Anschein dass der IWF gerne Portugal weiterhin als Hilfsbedürftig gesehen hätte ???

Wem wäre dann damit geholfen ??? - Der EU auf keinem Fall !


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