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25.02.2015

19:28 Uhr

Trotz Ukraine-Krise

Zypern erlaubt russischer Marine Nutzung von Häfen

Mitten in der Ukraine-Krise erlaubt Zypern der russischen Marine, seine Häfen zur Proviantaufnahme und Wartung anzulaufen. Gelten soll das Abkommen aber nur für Schiffe auf internationalen Missionen.

Die russische Marien darf bald auch Häfen auf Zypern anlaufen. dpa

Marineabkommen

Die russische Marien darf bald auch Häfen auf Zypern anlaufen.

MoskauTrotz der Ukraine-Krise hat das EU-Mitgliedsland Zypern ein Abkommen zur militärischen Zusammenarbeit mit Russland geschlossen. Demnach soll es russischen Marineschiffen erlaubt sein, regelmäßig zyprische Häfen anzulaufen.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte nach Gesprächen mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades am Mittwoch in Moskau, das Abkommen beziehe sich hauptsächlich auf russische Schiffe, die an internationalen Anti-Terror-Einsätzen und Anti-Piraterie-Einsätzen beteiligt seien. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und Zypern richte sich nicht gegen Dritte.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Russland bemüht sich für seine Marineschiffe um Nutzungsrechte in Häfen in mehreren Ländern. Die Schiffe sollen Proviant aufnehmen können und gewartet werden. Ziel ist es, weltweit mehr Präsenz zu zeigen. In Zypern gibt es auch britische Militärbasen.

Von

ap

Kommentare (3)

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Herr C. Falk

25.02.2015, 21:02 Uhr

"In Zypern gibt es auch britische Militärbasen"

Zunächst einmal bitte "auf Zypern gibt es auch britische Militärbasen". Zypern ist eine Insel. Bei Inseln immer "auf". Zumindest nach meinem Sprachverständnis. lol

Aber das nur am Rande.

Dass Zypern den Russen diese Möglichkeiten eröffnet, ist ein deutliches Signal in Richtung EU und den Brüssler Entscheidern, wohl auch in Absprache mit dem Bruderstaat Griechenland, dass Athen ebenfalls Annäherungen an die russische Förderation nicht ausschließt, sollte Brüssel nicht zu "Zugeständnissen" bereit sein in Hinblick auf die laufenden Verhandlungen.

Herr Lord DraCool

26.02.2015, 10:25 Uhr

Ein gefährliches Spiel treiben die Zyprioten. Wenn sie denken, der Ivan sei ein netter Geschäftspartner, dann sollen sie mal auf die Geschichte von Kuba schauen. Aus einemVerlöbnis früher oder später wird ein Vergewaltigungsversuch. Ich wette, dieser Zugeständnis hält nicht lange...

Herr Teito Klein

26.02.2015, 13:00 Uhr

Russische Kriegsschiffe nutzen zypriotische Häfen
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Das erfreut Warlord Putin. Dafür verspricht er Zypern weitere finanzielle Unterstützung zu.
Russland versucht, in mehreren Häfen ein Standbein zu finden. Zypern ist nicht das Einzige.
In Russland hat Putin die Krim annektiert. Griechenland wird sicher auch, im Zuge der Privatisierung, den Hafen von Piräus an die Russen verkaufen.

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