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09.01.2014

21:33 Uhr

Trotz US-Bedenken

Afghanistan lässt "gefährliche" Gefangene frei

Afghanistan will 72 Gefangene freilassen, die laut den USA an terroristischen Verbrechen beteiligt gewesen seien. Es ist lange nicht der einzige Konflikt zwischen den Staaten, seit die USA sich aus dem Land zurückziehen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai geht auf Konfrontationskurs zu den USA. dpa

Der afghanische Präsident Hamid Karsai geht auf Konfrontationskurs zu den USA.

KabulIm Streit mit den USA über Gefangene in Afghanistan setzt die Regierung in Kabul ihren Konfrontationskurs fort. Das Land will die meisten der 88 Gefangenen freilassen, die die USA als besonders gefährlich einstufen. Ausreichende Beweise für eine Anklage gebe es nur gegen 16 von ihnen, sagte ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai am Donnerstag zu Reuters. Die übrigen kämen auf freien Fuß. Die USA reagierten besorgt auf die Ankündigung, die 72 Gefangenen freizulassen. Dies habe man auch der afghanischen Regierung mitgeteilt, erklärte eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington. Bei den betroffenen Gefangenen handele es sich um "gefährliche Kriminelle", die in Zusammenhang mit terroristischen Verbrechen stünden.

Die USA machen die Gefangenen unter anderem für die Tötung ausländischer Soldaten verantwortlich. So verlautete unlängst aus US-Regierungskreisen, 25 der Häftlinge hätten Anschläge auf die internationalen Truppen verübt. Rund 35 der Gefangenen seien zudem in Anschläge auf Zivilisten und afghanische Sicherheitskräfte verwickelt gewesen.

Die afghanischen Sicherheitsbehörden haben das Gefängnis auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram erst kürzlich vom US-Militär übernommen. Deshalb steht bei den Afghanen nun eine Entscheidung über die Zukunft der Häftlinge an. Die Angelegenheit verstärkte zuletzt die Spannungen zwischen den USA und der Regierung in Kabul. Karsai hatte die USA bereits mit seiner Weigerung gegen sich aufgebracht, einen Sicherheitspakt für die Zeit nach dem Abzug der meisten ausländischen Truppen zu unterzeichnen.

Von

rtr

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