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27.07.2017

12:35 Uhr

Trotz US-Sanktionen

Maduro will Verfassungsänderung einleiten

Nur wenige Tage vor der umstrittenen Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela kündigen die USA neue Sanktionen gegen Vertraute von Präsident Maduro an. Bei Zusammenstößen kommt erneut ein Mensch ums Leben.

Die Regierung des Landes plant einen speziellen Notfallplan, um mutmaßliche Verschwörer gegen die Regierung festnehmen zu können. dpa

Krise in Venezuela

Die Regierung des Landes plant einen speziellen Notfallplan, um mutmaßliche Verschwörer gegen die Regierung festnehmen zu können.

Caracas Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat sich von der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen 13 aktuelle und ehemalige Regierungsmitglieder wenig beeindruckt gezeigt. „Wir erkennen keine Sanktionen an“, sagte Maduro am Mittwoch (Ortszeit). Viel mehr würden die Sanktionen als „Bestätigung von Moral, Loyalität an die Nation und zivile Ehrlichkeit“ gesehen, so Maduro. Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, Konten einzufrieren und US-Firmen davon abhalten zu wollen, mit den von den Strafmaßnahmen Betroffenen Geschäfte einzugehen.

Die USA forderten zudem gemeinsam mit weiteren südamerikanischen Regierungen Maduro auf, die für Sonntag geplante Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung abzusagen. Nach Ansicht der Opposition würde eine neue Verfassung die Macht Maduros auf die wenigen Institutionen ausdehnen, die sich noch außerhalb der Kontrolle seiner Partei befinden.

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Seit Wochen kommt es immer wieder zu Protesten gegen den Plan der Regierung, die Verfassung zu ändern. Bei Zusammenstöße zwischen der Polizei und Demonstranten in Caracas kam am Mittwoch erneut ein Mensch ums Leben, wie das Büro der Staatsanwaltschaft bekanntgab. Nach offiziellen Angaben wurden damit innerhalb von vier Monaten mindestens 98 Menschen getötet.

Der venezolanische Oppositionsführer Leopoldo López rief die Menschen zur Teilnahme an einem 48-stündigen Generalstreik auf. López, der unter Hausarrest steht, bat in einer Videobotschaft außerdem das Militär, die Wahl am Sonntag nicht zu unterstützen. Es war das erste Mal seit seiner Entlassung aus der Haft in den Hausarrest, dass sich López mit einer Botschaft direkt an die Venezolaner wandte. Der 46-Jährige wurde wegen Anstiftung zur Gewalt 2015 zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Oberste Gerichtshof gewährte ihm kürzlich eine Amnestie aus humanitären Gründen und entließ ihn am 8. Juli in den Hausarrest.

Bis zur Wahl am Sonntag sind zahlreiche Protestaktionen geplant, darunter eine Großdemonstration am Freitag. „Ich will den Venezolanern sagen, dass ich sie im Geist und in der Überzeugung bei dem Kampf auf den Straßen begleitet habe“, erklärte López. „Und ihr alle wisst, wenn ich könnte, wäre ich physisch an der Front dabei.“

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Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte die venezolanischen Behörden auf, die Spannungen zu reduzieren. Die Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung drohe das Land weiter zu polarisieren. Das Risiko einer Konfrontation steige damit. Die EU stehe bereit, um bei der Suche nach einer friedlichen und demokratischen Lösung zu helfen.

Kuba kündigte an, es habe nicht die Absicht, in der Krise zu vermitteln. Kuba mische sich nicht ein und verlange absoluten Respekt für die Souveränität Venezuelas, erklärte José Ramón Machado Ventura, Zweiter Sekretär der Kommunistischen Partei.

Von

ap

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