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14.08.2014

00:43 Uhr

Trotz Waffenruhe

Israel reagiert mit Luftangriffen auf Raketen aus Gaza

Scheinbar ist der Begriff „Waffenruhe" für die Beteiligten im Nahost-Konflikt Interpretationssache. Trotz Abkommen feuerten erst Palästinenser Raketen auf Israel. Der Gegenschlag ließ nicht lange auf sich warten.

Raketen aus Gaza in Richtung israelischem Gebiet: Trotz erneuerter Waffenruhe befeuern sich die gegnerischen Parteien im Nahost-Konflikt. Reuters

Raketen aus Gaza in Richtung israelischem Gebiet: Trotz erneuerter Waffenruhe befeuern sich die gegnerischen Parteien im Nahost-Konflikt.

GazaKurz nach der Verlängerung der Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen angegriffen. Ein Vertreter des palästinensischen Innenministeriums erklärte, die vier Attacken seien unmittelbar nach Inkrafttreten der ab Mitternacht geltenden neuen Feuerpause erfolgt.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, die Luftangriffe seien eine Reaktion auf den Abschuss von sechs Raketen aus dem Gazastreifen am späten Mittwochabend. Zwei weitere Raketen schlugen der Armee zufolge nach den Luftangriffen im Süden Israels ein, ohne Schaden anzurichten.

Nach Angaben der Armee griffen die Kampfjets Stellungen militanter Palästinenser in dem Küstengebiet an. Das Militär bleibe in höchster Alarmbereitschaft und werde jeden Angriff auf Israel umgehend erwidern, hieß es.

Zahlen zum Gaza-Krieg

Dauer

Der israelische Militäreinsatz dauerte bislang 29 Tage.

Opfer

Dem Gesundheitsministerium in Gaza zufolge starben dabei 1867 Palästinenser. Darunter seien 429 Kinder. 9563 Menschen wurden demnach verletzt.

Israelische Opfer

Drei Zivilisten wurden in Israel bei Raketen- oder Mörserangriffen getötet. 640 Israelis wurden laut dem Ambulanzdienst Magen David Adom medizinisch behandelt, davon 469 wegen Schocks.

Zerstörung

485 000 Palästinenser mussten ihre Häuser verlassen, schätzen die Vereinten Nationen. Sie rechnen, dass 10 690 Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden.
270 000 Menschen kamen in UN-Schulen unter.

Versorgungslage

1,5 Millionen Menschen haben nach UN-Angaben keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu Wasser.

Soldaten

Auf israelischer Seite starben nach Militärangaben 64 Soldaten. Einige hundert trugen Verletzungen davon.

Bilanz

Die israelische Armee griff 4800 Ziele im Gazastreifen an. Laut israelischem Militär feuerten militante Palästinenser 3356 Raketen auf Israel ab.
578 wurden von der Raketenabwehr abgefangen. 130 Raketen seien innerhalb des Gazastreifens eingeschlagen.

Die Konfliktparteien hatten sich zuvor in Kairo nach Angaben aus ägyptischen und palästinensischen Verhandlungskreisen darauf verständigt, eine bis Mitternacht (Ortszeit) geltende Waffenruhe um fünf Tage zu verlängern, um die indirekten Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand unter Vermittlung Ägyptens fortzusetzen.

Bei der mehr als vierwöchigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, mit dem die militärische Infrastruktur der Hamas zerstört werden sollte, um dauerhaft den Raketenbeschuss zu unterbinden, wurden fast 2000 Palästinenser getötet, der Großteil von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

Von

afp

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