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23.10.2014

13:01 Uhr

Trotz Waffenruhe

Mindestens fünf Tote bei Anschlag in Nigeria

Im Norden von Nigeria hat die Explosion einer Bombe an einer Bushaltestelle mindestens fünf Tote gefordert. Zwölf Menschen wurden laut der Polizei verletzt. Die vermutet derweil ein Attentat der Terrorgruppe Boko Haram.

In der Hand des Terrors: Nigeria ist häufig Schauplatz von Terroranschlägen. Das Schicksal der beiden Deutschen ist noch ungeklärt. dpa

In der Hand des Terrors: Nigeria ist häufig Schauplatz von Terroranschlägen. Das Schicksal der beiden Deutschen ist noch ungeklärt.

AbujaMindestens fünf Menschen sind bei einem Bombenanschlag auf eine Bushaltestelle in der nigerianischen Stadt Azare ums Leben gekommen. Zwölf Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei am Donnerstag weiter mit. Weil die Attentäter im Umfeld der Boko Haram vermutet wurden, wuchsen die Zweifel an der nach Regierungsangaben vereinbarten Waffenruhe mit der radikal-islamischen Organisation.

Der Anschlag habe sich am Vorabend ereignet, teilte die Polizei mit. Zu den Attentätern äußerte sie sich zunächst nicht.

Mit der befristeten Waffenruhe, die Regierung nach eigenen Angaben vereinbart hat, sollte nach offizieller Darstellung die Freilassung der rund 200 von Boko Haram verschleppten Mädchen gewährleistet werden. Fast eine Woche nach Verkündung der Waffenruhe gibt es aber noch keine Hinweise auf eine Freilassung der Mädchen, die im April aus einer Schule entführt wurden.

Die EU und Afrika

Bildung, Gesundheit und Zivilgesellschaft

Die EU fördert afrikanische Staaten bei der Ausbildung. Mehr als zwölf Millionen Menschen hat sie nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2013 bei ihrer Schul- oder Berufsausbildung unterstützt. Tausende Studenten erhielten Stipendien oder nahmen am Erasmus-Austauschprogramm teil. 178 Millionen Euro flossen in den vergangenen sieben Jahren in mehr als 600 afrikanische Forschungsprojekte zu Ernährungssicherheit, Klimawandel, Gesundheit und Energie. Auch zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und für den Kampf gegen den Klimawandel stellt die EU Geld bereit.

Wachstum und Handel

Europa ist der wichtigste Partner Afrikas in der Entwicklungshilfe. Zwischen 2007 und 2013 unterstützten die EU und ihre Staaten Afrikas Entwicklung mit rund 141 Milliarden Euro. Der Handel zwischen Europa und Afrika wächst seit Jahren – in beide Richtungen. 2013 exportierten die EU-Staaten Waren im Wert von 153 Milliarden Euro auf den afrikanischen Kontinent. Das war ein Rekord, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldete. Frankreich, Deutschland und Italien waren die größten Exporteure. Deutschlands Ausfuhren nach Afrika summierten sich 2013 auf 22 Milliarden Euro. Umgekehrt ist die EU für Afrika der größte Handelspartner, dorthin gehen 40 Prozent aller afrikanischen Ausfuhren. Die afrikanischen Staaten verkauften im vergangenen Jahr Waren für 168 Milliarden Euro nach Europa.

Friedenssicherung

Im vergangenen Jahrzehnt hat die EU 16 EU-Missionen nach Afrika geschickt, um Krisen zu bewältigen und den Frieden zu sichern. Darunter waren nach Angaben des EU-Rates sieben Militäroperationen etwa im Kongo, Somalia und Mali sowie 9 zivile Missionen wie in Kinshasa oder im Sudan/Darfur. Derzeit sind mehr als 2300 Männer und Frauen unter der EU-Flagge bei EU-Friedensmissionen in Afrika im Einsatz. Seit 2004 hat die EU 1,2 Milliarden Euro zur Unterstützung afrikanischer Operationen zur Friedenssicherung bereitgestellt.

Es hat trotz der Waffenruhe auch immer wieder Anschläge gegeben. Unklar ist daher, ob es tatsächlich die Vereinbarung eines umfassenden Waffenstillstands mit Boko Haram gibt oder ob sich nur eine Gruppe der Extremisten darauf eingelassen hat, während andere weiterkämpfen. Offen ist auch, welche Gruppe der Extremisten die Mädchen in ihrer Gewalt hat und ob die Unterhändler, die mit der Regierung über deren Freilassung verhandeln, zu ihr gehören.

Von

rtr

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