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11.01.2017

03:48 Uhr

Trudeau baut Kabinett um

Kanada wappnet sich gegen Trump

Chrystia Freeland hat einen neuen Job: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau beruft die bisherige Handelsministerin ins Außenministerium – ihr Händchen für schwierige Verhandlungspartner ist dort gefragt.

Kurzer Prozess in Kanada: Premierminister Justin Trudeau (l.) mit Chrystia Freeland nach ihrer Vereidigung als kanadische Außenministerin. Reuters, Sascha Rheker

Chrystia Freeland

Kurzer Prozess in Kanada: Premierminister Justin Trudeau (l.) mit Chrystia Freeland nach ihrer Vereidigung als kanadische Außenministerin.

OttawaGut eine Woche vor der Vereidigung Donald Trumps als US-Präsident baut Kanadas Premierminister Justin Trudeau sein Kabinett um. Die bisherige Handelsministerin Chrystia Freeland, die für das Freihandelsabkommen Ceta zwischen Kanada und der EU gekämpft hatte, wird neue Außenministerin, wie Trudeau am Dienstag mitteilte.

Neuer Handelsminister wird François-Philippe Champagne, ein Experte in internationalen Wirtschaftsfragen. Die Gestaltung der Handelsbeziehungen zu den USA soll aber weiter in Freelands Händen bleiben.

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Mit der Unterzeichnung von Ceta demonstriert die Europäische Union Handlungsfähigkeit. Die Wirtschaft atmet bereits auf. Doch der lange Weg zum kanadisch-europäischen Freihandelsabkommen ist damit noch nicht zu Ende.

Die Personalien gelten als Versuch des linksliberalen Trudeau, der neuen und womöglich angriffslustigeren Regierung im Nachbarland USA etwas entgegenzusetzen. In den Beziehungen zu Washington wird Freeland mit die wichtigste Ansprechpartnerin sein und dürfte sich weiter für grenzübergreifenden Handel stark machen.

Trump verfolgt dagegen eine protektionistische Handelspolitik und hat angekündigt, das Nafta-Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko neu aushandeln zu wollen. Etwa drei Viertel aller kanadischen Exporte gehen in die USA.

Freeland hatte sich vor allem in den schwierigen Gesprächen über das Handelsabkommen Ceta mit der EU einen Namen gemacht, das im Oktober in Brüssel unterzeichnet wurde. Sie hat weltweit gute Kontakte und ist damit eine der wenigen Minister in Trudeaus Kabinett, die internationalen bekannt ist. Auch in Washington könnte sie mehr Gehör finden als einige ihrer Kollegen.

Ein Gegengewicht zur Trump-Regierung dürfte Freeland in ihrer neuen Rolle auch durch ihr Verhältnis zu Russland bilden: Moskau hatte 2014 gegen Freeland und zwölf weitere kanadische Politiker im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt Einreiseverbote verhängt. Die ehemalige Journalistin bezeichnete sich selbst als kanadisch-ukrainische Aktivistin. Trump sucht dagegen anders als sein Vorgänger Barack Obama die Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin.

Freeland folgt auf Stephane Dion, der nach Medienberichten auf einen anderen diplomatischen Posten wechseln soll. Auch die Ministerposten für Einwanderung, Arbeit und Frauen besetzt Trudeau neu. Einwanderungsminister wird demnach Ahmed Hussen, der erste kanadische Parlamentarier somalischer Abstammung. Kanada gilt als sehr offen gegenüber Einwanderern und will dieses Jahr rund 40.000 Flüchtlinge aufnehmen.

Maryam Monsef, derzeit Ministerin für Reformen der demokratischen Institutionen, übernimmt das Ministerium für Frauen. Ihre Nachfolgerin wird Karina Gould. Die derzeitige Frauenministerin Patricia Hajdu wird Arbeitsministerin.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.01.2017, 16:30 Uhr

Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

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