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01.08.2016

22:51 Uhr

Trump-Äußerungen

US-Präsident Obama ist genervt vom „Blödsinn“

Die abfälligen Bemerkungen Donald Trumps gegen die Eltern eines gefallenen US-Soldaten schlagen weiter Wellen. Selbst der Präsident schaltet sich ein. Auch einigen Trump-Befürwortern geht die Verbal-Attacke zu weit.

US-Präsident Barack Obama bei einem Treffen von kriegsversehrten Veteranen in Atlanta. AP

Barack Obama

US-Präsident Barack Obama bei einem Treffen von kriegsversehrten Veteranen in Atlanta.

AtlantaUS-Präsident Barack Obama hat sich in den Chor der Kritiker von Donald Trumps abfälligen Äußerungen über die Familie eines im Irak getöteten Soldaten eingereiht. Als Oberster Kommandierender sei er den „Blödsinn“ leid, den „manche Leute“ über Amerikas Militär und Soldaten erzählten, sagte Obama bei einem Treffen von kriegsversehrten Veteranen am Montag in Atlanta.

Zwar nannte er Trump nicht ausdrücklich beim Namen. Doch war deutlich, auf wen die Bemerkung gemünzt war. Obama ehrte die sogenannten Gold Star-Familien - jene, die Angehörige in einem Militäreinsatz verloren haben.

„Niemand hat mehr für unsere Freiheit und unsere Sicherheit gegeben als unsere Gold Star-Familien“, sagte der Präsident. Diese Familien hätten ein Opfer gebracht, dass „die meisten von uns sich nicht einmal ansatzweise vorstellen können“. Obama mahnte, es müsse alles für diese Familien getan und diese müssten geehrt werden.

In der Kontroverse hat es unterdessen die Taschenausgabe der US-Verfassung auf Platz zwei von Amazons Bestsellerliste geschafft. Der plötzliche Erfolg des ein Dollar teuren Büchleins geht auf den Auftritt von Khizr Khan zurück. Er hielt während seiner Rede in Philadelphia ein Exemplar der Verfassung hoch und fragte, ob Trump diese überhaupt gelesen habe.

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Die Angriffe von Donald Trump gegen die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten traten eine Welle der Empörung los. Jetzt währte sich die Mutter des US-Soldaten in der Washington Post.

Der aus Pakistan stammende Khan, dessen Sohn 2004 bei einem Selbstmordanschlag im Irak starb, warf Trump vor, Muslime in den USA zu verteufeln. Der Rechtspopulist hatte vor einiger Zeit verlangt, im Kampf gegen mögliche Terrorgefahren Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern. Nun fordert er ein Einreiseverbot für Menschen aus „Terrorstaaten“. Khan empfahl Trump insbesondere die Lektüre des 14. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der den selben Schutz der Gesetze für alle garantiert. An Trump gewandt sagte Khan: „Ich leihe Ihnen gerne meine Ausgabe!“

Er könne nicht „genügend betonen, wie wenig ich mit den Kommentaren von Herrn Trump übereinstimme“, sagte John McCain, republikanischer Senator und Schwergewicht in der Partei, am Montag. „Ich hoffe, die Amerikaner verstehen, dass dies nicht die Sichtweise der republikanischen Partei, ihrer Mitarbeiter oder Kandidaten widerspiegelt“, sagte McCain.

Präsident Barack Obama kritisierte Trump bei einer Rede vor Hinterbliebenen und Veteranen ebenso scharf, ohne den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten allerdings beim Namen zu nennen. „Sie repräsentieren das Beste in unserem Land“, sagte Obama über Soldaten, die im Kriegseinsatz verwundet oder gar getötet worden.

All das hielt Trump nicht davon ab, sich am Montag als Opfer einer Kampagne darzustellen. Der Vater des toten Soldaten, Khizr Khan, rief derweil zur Versöhnung auf.

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