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17.01.2017

09:40 Uhr

Trump als Herausforderung

„Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein“

Trumps Äußerungen über die EU, Deutschland und die Nato beunruhigen Europa. Schäuble sieht in Trumps Präsidentschaft gar große Herausforderungen und die Grünen betrachten seine Forderungen bereits als „Alarmsignal“.

Trumps Kritik an Europa und Merkels Flüchtlingspolitik mehren die Stimmen, dass sich die transatlantischen Beziehungen verschlechtern könnten. AP

Donald Trump

Trumps Kritik an Europa und Merkels Flüchtlingspolitik mehren die Stimmen, dass sich die transatlantischen Beziehungen verschlechtern könnten.

BerlinMit seinen harschen Äußerungen über die EU, Deutschland und die Nato stößt der künftige US-Präsident Donald Trump bei deutschen Politikern und in der Wirtschaft auf Ablehnung. Zugleich mehren sich Stimmen, die eine Verschlechterung der transatlantischen Beziehungen unter Trump befürchten. „Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, Elmar Brok, der „Neuen Westfälischen“ (Dienstag). Er attestierte Trump „Schwachsinn“, wenn dieser etwa behaupte, die EU sei nur gegründet worden, um den USA zu schaden.

Trump hatte die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem am Montag veröffentlichten Interview der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ als „äußerst katastrophalen Fehler“ bezeichnet. Der Europäischen Union, die von Deutschland dominiert werde, sagte er ohne Bedauern weitere Austritte voraus, die Nato nannte er im jetzigen Zustand „obsolet“, deutschen Autobauern drohte er Strafzölle an.

Grünen-Chef Cem Özdemir bezeichnete vor allem die Forderung Trumps nach einer 35-prozentigen Strafsteuer für deutsche Autobauer als „Alarmsignal“. Die Republikaner müssten ihren Präsidenten zu einer Kursänderung bringen, forderte Özdemir in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

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„Wir werden schauen, wie wir übereinkommen“

Merkel zum Trump-Interview: „Wir werden schauen, wie wir übereinkommen“

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Brok nahm sich Trumps Interview-Äußerungen zu EU und Nato vor. Es sei „Geschichtsträumerei“, wenn Trump behaupte, dass die EU nur gegründet worden sei, um den USA zu schaden. Auch die Diskussion um Strafzölle führe nicht weiter, ebenso die Äußerungen Trumps zur internationalen Verteidigungspolitik. „Das kommt einer De-facto-Aufkündigung der Nato in ihrer jetzigen Form gleich“, kritisierte Brok.

„Dies ist jetzt die Stunde der Europäer“, sagte Brok der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, in der Sicherheits- und Außenpolitik zusammenzustehen, kommt es zu einer neuen Weltordnung unter Russlands Präsidenten Putin und dem neuen US-Präsidenten Trump.“ Europa hätte darin keine Chance mehr, deshalb müsse es sich jetzt wehren.

Weniger dramatisch äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei ihre tiefe Überzeugung, dass Offenheit und die Akzeptanz von Wettbewerb für die Entwicklung der Menschheit das Beste sei - und nicht das Ausschalten von Wettbewerb, sagte sie beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Köln.

Kommentare (2)

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Herr Alessandro Grande

17.01.2017, 10:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Paul Kersey

17.01.2017, 10:58 Uhr

Was für ein aufgeregter Hühnerhaufen! Wenn unsere Politiker in den nächsten 4 Jahren auf jeden Tweet und jedes Interview von dieser Comicfigur so reagieren, dann sterben die uns noch reihenweise an Herzinfarkten weg. Wie heißt im Politik-Jargon doch gleich: Wir sehen der Angelegenheit gelassen entgegen!

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