Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2017

15:54 Uhr

Trump-Anwalt Kasowitz

Noch eine Russland-Connection

VonKatharina Kort

Trumps Anwalt, der ihn in den Russland-Untersuchungen vertreten soll, hat einem amerikanischen Medienbericht zufolge selbst enge Beziehungen zu Kreml-nahen Mandanten. Das sorgt für einen bitteren Beigeschmack.

Donald Trumps Anwalt soll selbst Kreml-nahe Mandate gepflegt haben. AP

Marc Kasowitz

Donald Trumps Anwalt soll selbst Kreml-nahe Mandate gepflegt haben.

New YorkEs war Marc Kasowitz, der sich nach der Anhörung des ehemaligen FBI-Direktors James Comey im Senat vor die Presse stellte. „Ich bin Marc Kasowitz, Präsident Trumps persönlicher Rechtsanwalt“, stellte sich der Mann mit dem schlotweißen Haar vor und triumphierte: Comey habe bestätigt, dass gegen seinen Mandanten nicht ermittelt worden sei. Für den Juristen, der Trump in den Russland-Untersuchungen vertritt, das wichtigste Ergebnis.
Nun berichtet die Washington Post, Kasowitz habe auch sonst ein großes Interesse an Russland: Zu seinen Mandanten gehörten laut US-Gerichts-Dokumenten mehrere Putin-nahe Menschen. So sei der Kreml-nahe Oligarch Oleg Deripaska, der auch mit dem Wahlkampf-Manager Paul Manafort zusammen gearbeitet hat, ebenso ein Mandant wie die größte staatliche Bank Sberbank.

Nach der Comey-Aussage: Trump will unter Eid aussagen

Nach der Comey-Aussage

Trump will unter Eid aussagen

Das Wort von James Comey steht gegen das von Donald Trump. Der frühere FBI-Chef und der US-Präsident bezichtigen sich gegenseitig der Lüge. Trump wird die Affäre wohl nicht so schnell loswerden.

Kasowitz ist für sein aggressives Auftreten im Gerichtssaal bekannt. Er hat Trump auch schon in der Vergangenheit vertreten, bevor er die russischen Mandanten hatte.

Rein rechtlich gesehen mag es keinen Grund geben, dass Kasovitz nicht auch wieder Trump in der Russland-Frage vertreten sollte. Aber ganz offensichtlich ist auch dem Anwalt klar, dass das Ganze einen gewissen Beigeschmack hat und nicht gut aussieht: Bei einem Gerichts-Termin am 25. Mai hätte Kasovitz eigentlich zur Verteidigung einer von Deripaskas Unternehmen in Manhattan auftreten sollen. Das war zwei Tage, nachdem bekannt geworden war, dass er als Anwalt Trump vertritt. Kasovitz schickte lieber einen anderen Anwalt aus seiner Kanzlei als Vertretung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×