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10.08.2016

04:11 Uhr

Trump empört mit Waffen-Kommentar

Eindeutig zweideutig

Donald Trump deutet in einer Rede an, dass nur Waffen seine Konkurrentin Hillary Clinton aufhalten könnten. Der Kommentar sorgt online für erneuten einen Empörungssturm – Trumps Unterstützer winken beschwichtigend ab.

Harte Worte gegen Hillary Clinton: Donald Trump deutet in einer Rede Waffengewalt gegen seine Konkurrentin an. AP

Donald Trump

Harte Worte gegen Hillary Clinton: Donald Trump deutet in einer Rede Waffengewalt gegen seine Konkurrentin an.

WashingtonMit einer zweideutigen Ansprache an Waffenfreunde, die sich als Aufruf zur Gewalt deuten lässt, hat der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump einen weiteren Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bei einem Wahlkampfauftritt deutete der Rechtspopulist am Dienstag an, dass nur Waffenfreunde seine Rivalin Hillary Clinton aufhalten könnten.

Trump sagte in Wilmington im Bundesstaat North Carolina, die Demokratin wolle das Verfassungsrecht auf Waffenbesitz, den sogenannten Zweiten Zusatzartikel, abschaffen. Wenn sie als Präsidentin über Richterposten entscheide, lasse sich dagegen nichts machen. Den nächsten Satz ließ der republikanische Präsidentschaftskandidat dann abgebrochen in der Luft hängen: „Obwohl, die Unterstützer des Zweiten Zusatzartikels - vielleicht gibt's da - ich weiß nicht.“

Trumps Wahlkampfteam versucht zu glätten

Von US-Medien und Nutzern der sozialen Netzwerke wurde die Äußerung sogleich dahingehend gedeutet, dass Trump für den Einsatz von Waffengewalt - entweder gegen Clinton oder Richter - plädiert haben könnte.

Das Wahlkampfteam des Republikaners versuchte, diesen Verdacht zu zerstreuen. Trump habe lediglich gesagt, dass die Waffenfreunde in hoher Zahl in November zur Wahl gehen und geschlossen gegen Clinton und für Trump stimmen würden. Die Verteidiger des Rechts auf Waffenbesitz stellten eine „enorm geschlossene Gruppe“ mit einer „großen politischen Macht“ dar, erklärte Trumps Kommunikationsberater Jason Miller.

Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence nahm ihn ebenfalls in Schutz. „Natürlich“ habe Trump nicht dazu aufgerufen, Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton anzuwenden, sagte Pence nach einer Ansprache in Pennsylvania dem Sender WCAU.

Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook warf Trump indessen vor, „gefährliche“ Sprache zu verwenden. Ein Kandidat für das Präsidentenamt sollte "in keiner Weise Gewalt vorschlagen". Der Abgeordnete David Cicilline, der für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt, bezeichnete die Äußerung als „abscheulich“. Trump rufe entweder zur bewaffneten Revolte oder zum Mord an seiner Rivalin auf, schrieb Cicilline im Internetdienst Twitter.

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