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22.05.2017

16:10 Uhr

Trump in Israel

Small Talk und Zuversicht am Rollfeld

VonPierre Heumann

Der Besuch von US-Präsident Donald Trump in Israel beginnt mit einer Menge Optimismus: Er sehe eine „seltene Gelegenheit“, um der Region Frieden zu bringen. Dabei wird sein Rüstungsdeal mit den Saudis kritisch beäugt.

Trump in Israel

„Wir haben die seltene Gelegenheit den Terror zu schlagen“

Trump in Israel: „Wir haben die seltene Gelegenheit den Terror zu schlagen“

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Tel AvivUS-Präsident Donald Trump hat seinen Besuch in Israel mit einer optimistischen Botschaft begonnen. Nach seinen Gesprächen in Riad sei er überzeugt, dass ein israelisch-palästinensisches Abkommen im Bereich des Möglichen liege. Er sehe eine „seltene Gelegenheit“, um der Region Frieden zu bringen. So seien Sunniten bereit, auf Israel zuzugehen, allenfalls sogar die Palästinenser unter Druck zu setzen, sich kompromissbereiter zu zeigen, falls Jerusalem Konzessionen mache. Offen ist allerdings, ob Netanjahu seine Koalition auf Kompromisse einschwören kann.

Arabische Zeitungen berichten von einer Friedenskonferenz, die „sehr bald“ im ägyptischen Badeort Sharem el Sheich oder Washington stattfinden werde. Neben der israelischen, palästinensischen und jordanischen Spitze könnten auch Top-Politiker aus Saudi-Arabien eingeladen werden. Es wäre das erste Mal, dass Saudis gemeinsam mit Israelis und Palästinensern am Verhandlungstisch sitzen. In Riad sei man sehr an einem israelisch-palästinensischen Frieden interessiert, sagte Trump, der wenige Stunden zuvor mit dem König von Saudi-Arabien gesprochen hatte.

Donald Trump über Israel und die Palästinenser

27. April 2015

„Kein anderer als Donald Trump wird Israel retten.“

21. März 2016

„Ich bin sehr pro Israel. Ich war schon immer pro Israel. Ich habe viele Preise von Israel erhalten, viele Preise. Ich habe viel Geld an Israel gegeben. Es gibt niemanden, der mehr pro Israel ist als ich.“

21. März 2016 II

„Wir werden die US-Botschaft (von Tel Aviv) in die Ewige Stadt des jüdischen Volkes verlegen - nach Jerusalem. Und wir werden ein klares Signal aussenden, dass zwischen Amerika und unserem zuverlässigsten Verbündeten Israel kein Blatt passt.“

(auf einer Konferenz der US-israelischen Lobbyorganisation Aipac)

27. April 2016

„Präsident (Barack) Obama war kein Freund Israels. Er behandelte den Iran mit zärtlicher Liebe und Fürsorge und hat ihn so zu einer großen Macht werden lassen.“

(zum das Atom-Abkommen mit dem Iran während des republikanischen Vorwahlkampfs in Washington)

23. November 2016

„Ich will gern Frieden zwischen Israel und den Palästinensern schaffen. Das würde ich liebend gern. Das wäre solch ein großartiger Erfolg. Weil es niemand bisher geschafft hat. (...) Ich glaube, wir können das. Ich habe Grund zu der Annahme, dass ich es kann.“

28. Dezember 2016

„Halte durch, Israel, bald ist der 20. Januar!“

(mit Verweis auf seine Amtsübernahme von Obama)

3. Februar 2017

„Wir glauben zwar nicht, dass die Existenz von (israelischen) Siedlungen ein Hindernis für den Frieden sein muss. (...) Aber der Bau neuer Siedlungen oder ihre Ausweitung über bestehende Grenzen hinaus könnten für das Erreichen dieses Ziels nicht hilfreich sein“.

(Mitteilung des Weißen Hauses)

15. Februar 2017

„Die Palästinenser müssen etwas von diesem Hass loswerden, den sie von klein auf beigebracht bekommen. (...) Und sie müssen Israel anerkennen, das müssen sie tun. Es wird keinen Deal geben, wenn sie nicht ein sehr, sehr großartiges und wichtiges Land anerkennen. Und ich glaube, sie werden auch das tun.“

15. Februar 2017 II

„Ich schaue auf die Zwei-Staaten- und die Ein-Staaten-Lösung (...), eine Zeit lang meinte ich, die Zwei-Staaten-Lösung wäre die leichtere von beiden. Aber ehrlicherweise: Wenn Bibi (Netanjahu) und die Palästinenser - wenn Israel und die Palästinenser glücklich sind, bin ich zufrieden mit der Lösung, die sie am besten finden.“

25. April 2017

„Der Staat Israel ist das ewige Denkmal für die unsterbliche Kraft des jüdischen Volkes.“

(anlässlich des US-Holocaust-Gedenktags in Washington)

3. Mai 2017

„Keine Vereinbarung kann von den USA oder einer anderen Nation aufgedrängt werden. Palästinenser und Israelis müssen gemeinsam an einer Übereinkunft arbeiten, die es beiden Völkern erlaubt, in Frieden zu leben, die Religion auszuüben, zu wachsen und zu gedeihen.“

3. Mai 2017

„Wir glauben, dass Israel gewillt ist. Wir glauben, dass Ihr gewillt seid. Und wenn Ihr beide gewillt seid, machen wir einen Deal.“

Nach einem ersten Treffen mit Staatspräsident Ruben Rivlin griff Trump erneut die Forderung auf, dass die Unterstützung von Terroristen durch Teheran ein „sofortiges“ Ende haben müsse.

Später besuchte Donald Trump hat als erster amtierender US-Präsident die für Juden heilige Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt. Fernsehbilder zeigten Trump am Montag in Begleitung jüdischer Geistlicher. Er ging anschließend alleine an die Mauer und legte mit geschlossenen Augen eine Hand an sie. Trump trug eine Kippa, eine jüdische Kopfbedeckung. Er steckte auch einen Bittzettel in die Wand.

Um diesen Besuch mit großer Symbolkraft hatte es einiges Hin und Her gegeben. Der Besuch wurde als privat deklariert, damit Israel ihn nicht als Zeichen für seinen Anspruch auf ganz Jerusalem als seine ewige, unteilbare Hauptstadt werten kann. Trump wurde bei seinem Besuch nicht von Politikern begleitet.

Amerikanische Diplomaten hatten vor der Reise gesagt, die Klagemauer liege nicht in Israel, sondern im palästinensischen Westjordanland. Später distanzierte sich das Weiße Haus davon. Außenminister Rex Tillerson sagte auf dem Weg nach Israel, die Klagemauer sei Teil Israels.

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