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25.01.2017

13:55 Uhr

Trump reaktiviert Keystone-Pipeline

Lange Leitung

VonGerd Braune

Donald Trump kassiert eine weitere Entscheidung seines Vorgängers Obama. Der US-Präsident treibt den Bau der Keystone-Pipeline voran. Kanadas Premier Trudeau begrüßt die Entscheidung – Umweltschützer laufen Sturm.

Proteste gegen US-Präsidenten

Trotz Umweltbedenken – Trump will Bau von Ölpipelines fortsetzen

Proteste gegen US-Präsidenten: Trotz Umweltbedenken – Trump will Bau von Ölpipelines fortsetzen

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Ottawa/WashingtonDer neue US-Präsident Donald Trump will den Bau zweier umstrittener Öl-Pipelines wieder voranbringen. Die Bauarbeiten an der Dakota-Access-Pipeline, sowie an der Keystone XL waren unter seinem Vorgänger Barack Obama gestoppt worden, doch Trump verfügte am Dienstag neue Schritte, um die Bauarbeiten wieder aufzunehmen.

Die 3,8 Milliarden Dollar teure Dakota-Access-Pipeline ist so gut wie fertig, und sollte eigentlich künftig Öl von North- durch South Dakota und Iowa zur Verschiffung nach Illinois transportieren. Doch der US-Pionierkorps verweigerte Ende vergangenen Jahres den abschließenden Bau, der mitten im Reservat eines Sioux-Stammes liegt. Der Bauherr, Energy Transfer Partners, zog gegen die Entscheidung vor Gericht.

Die acht Milliarden Dollar teure Keystone-XL-Pipeline hingegen sollte lediglich eine Erweiterung der Pipeline von Kanada nach Nebraska sein. Mit dem Baustopp im Jahr 2015 wollte Obama das Herzstück seiner Umweltagenda, das globale Klimaschutzabkommen, unterstützen.

Mit der Pipeline könnten eines Tages bis zu 830.000 Barrel Öl pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern) durch die USA bis zur Küste des Golfes von Mexiko in Texas gepumpt werden. Startpunkt der bis zu 4000 Kilometer langen Pipeline, ist Hardisty bei Calgary. Die größte Stadt der kanadischen Provinz Alberta ist zugleich die Öl-Hochburg des Landes.

Weil sie keine Küste hat, ist die Provinz auf Pipelines angewiesen um Öl auf den Weltmarkt zu bringen. In den 1970er-Jahren hatten mehr als 400 Öl-Unternehmen in Calgary ihren Sitz, und auch heute noch ist die Branche eine wichtige Säule der Millionenmetropole. Entsprechend erfreut zeigte sich Kanadas Regierung von Trumps Entscheidung. Wie auch der US-Präsident, verspricht sich Premierminister Justin Trudeau von dem Projekt zahlreiche Arbeitsplätze.

Die wichtigsten Zitate aus Trumps Einführungsrede

Der Einstieg

Trump kündigte einschneidende Veränderungen in Washington an. Zu lange hätten Politiker profitiert und das Establishment, aber nicht die einfachen Leute, die ihre Arbeit verloren hätten. „Das ändert sich alles, jetzt beginnt es, genau hier“, sagte Trump. „Das ist Euer Moment, das ist Euer Tag. Die USA sind Euer Land.“ Dieser 20. Januar werde in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem das Volk die Macht zurückerhalte.

Er will für Veränderungen sorgen

Donald Trump fuhr damit fort, den gegenwärtigen Zustand der USA zu kritisieren. „Mütter und Kinder leben mitten in unseren Städten in Armut“, erklärte er. Man habe die Grenzen von anderen Ländern verteidigt, während man die eigenen vernachlässigt habe. Das ende hier und jetzt, versprach Trump. Mit seinem Eid habe er einen Eid an das amerikanische Volk geleistet, erklärte er.

„America first“

Die Vergessenen würden nicht länger vergessen werden, sagte Trump. „Wir haben andere Länder reich gemacht“, sagte er, während eine Fabrik nach der anderen in den USA geschlossen habe. „Aber das ist Vergangenheit. Und jetzt schauen wir nur nach vorne.“ In jedem Teil des Landes solle nun eine neue Vision das Land regieren: „Amerika zuerst - Amerika zuerst“. Jede Entscheidung werde dieser Maxime gehorchen, ob in der Wirtschaft oder der Außenpolitik. „Ich werde mit jeder Faser meines Herzens kämpfen. Ich werde Euch niemals im Stich lassen.“

Für den Patriotismus

Trump beschwor die Menge mit ähnlichen Worten, wie er sie schon im Wahlkampf benutzt hatte. „Amerika wird wieder gewinnen“, erklärte er. „Wir werden unsere Jobs zurückbringen. Wir werden uns unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Wir werden unsere Träume zurückbringen.“ Er rief dazu auf, zusammenzustehen. „Wenn Du Dein Herz für den Patriotismus öffnest, dann ist darin kein Platz für Vorurteile.“

Kein leeres Gerede mehr

Trump appellierte an die Solidarität der Amerikaner. Er sagte, wenn Amerika vereint sei, sei es nicht aufzuhalten. „Wir werden ungleich größer träumen“, sagte Trump. Die Zeit leeren Geredes sei vorbei. „Nun ist die Stunde des Handelns gekommen.“ Niemand solle sich einreden lassen, dass das nicht zu schaffen sei. Amerika müsse seine Teilung überwinden. „Ob wir weiß oder schwarz sind, uns alle eint das rote Blut der Patrioten.“

Den islamistischen Terror bekämpfen

Trump rief dazu auf, den islamistischen Terrorismus auszulöschen. Der neue US-Präsident sagte, man werde den radikal-islamischen Terrorismus vom Antlitz der Erde verschwinden lassen.

Das Ende

Trumps Rede endete mit der Wiederholung seines Wahlkampfversprechens. „Zusammen werden wir Amerika wieder großartig machen.“

Allerdings gehen die beiden damit auf Konfrontationskurs mit Umweltschützern. Für die ist Keystone zu einem Symbol im Kampf gegen den Klimawandel geworden. Denn die Leitung würde die Kapazität der Pipelines, die Öl aus Ölsand transportieren, massiv vergrößern. Kritiker befürchten, dass die von der Ölsandindustrie ausgehenden CO2-Emissionen gesteigert würden.

Trump will an das Projekt Auflagen knüpfen, die der US-Wirtschaft Vorteile bringen sollen. So soll beispielsweise Stahl aus US-Produktion für den Bau der Pipeline verwendet werden. Sean Spicer, Trumps Sprecher im Weißen Haus, betonte aber, dass der Umweltschutz eine wichtige Aufgabe bleiben werde.

Kommentare (6)

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Herr Chris Adam

25.01.2017, 14:41 Uhr

Wer einen Blick auf die Karte wirft kann sehen wie gerne Hr. Braune schlecht recherchierte Fakten blind übernimmt. Die Dakota-Access-Pipeline verläuft nicht MITTEN durch ein Indianer Reservoir sondern streift es an der nordöstlichen Spitze. Wieder mal aufgebebauschter Dreck der Medien. Nachdem der erste Fakt schonmal an den Haaren herbeigezogen war will ich den Rest ehrlich gesagt schon nichtmal mehr lesen!

Account gelöscht!

25.01.2017, 14:49 Uhr

Trump legt ein sehr gutes Tempo hin. Er weis auf was es ankommt. Die Fesseln der sog. Umweltbehörden müssen endlich durchschlagen werden. Das Klimageschwätz von einer menschengemachten CO2 Klimaerwärmung ein Ende haben.
Co2 steht für Mangel und Armut!
CO2 ist die Basis für unser Leben und für den Wohlstand...unser modernes Leben. Kohle, Gas, Oel und Kernenergie sind die Energieträger, die uns Menschen vom Überleben ins Leben katapultiert.

Frau Sabrina Dresdnerin

25.01.2017, 15:18 Uhr

Es ist schon erstaunlich mit welcher Arroganz und Faktenresistenz die Klimaschutzgegner von einer Klimalüge sprechen. Das Klima verändert sich naturgemäß, nur eben nicht in der rasenden Geschwindigkeit wie die der letzten Jahre. Wir haben Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber. Wenn dann die Lebensgrundlagen der oft ohnehin schon in armen Regionen lebenden Menschen durch den Klimawandel komplett zerstört wurde, ficht das den weißen Mann natürlich nicht an. Er hat ja sein Schäfchen im trockenen. Verliert dann aber die Fassung wenn damit Völkerwanderungen, vorzugsweise nach Europa in Gang gesetzt werden.

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