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22.05.2017

13:30 Uhr

Trump reist nach Israel

Warmer Empfang in Israel

Warm und freundlich wird Trump in Israel empfangen. Mehrfach wird das hohe Wort vom Frieden bemüht: für Israel, die Palästinenser, die ganze Region. Trump hat Großes vor. Aber was kann er bewirken?

Nach seiner Station in Saudi-Arabien reist US-Präsident Donald Trump nun zu Gesprächen nach Israel. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Nach seiner Station in Saudi-Arabien reist US-Präsident Donald Trump nun zu Gesprächen nach Israel.

JerusalemWie fern zu Beginn alle Probleme wirken. Blauer Himmel über Tel Aviv, strahlende Gesichter, Wind spielt mit Haaren und Manuskripten. Schmetterndes Blech und der allerlängste rote Teppich begleiten den ersten Besuch Donald Trumps in Israel. Noch nie hat ein US-Präsident dieses Land so früh besucht, und Israel weiß das sehr zu schätzen. „Wahrhaft historisch“ nennt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Besuch zur Begrüßung.

Trump selbst, Präsident Reuven Rivlin, Netanjahu: Alle bemühen sie in ihren kurzen Ansprachen das Wort vom Frieden. Trump sieht eine seltene Chance für die ganze Region, betont, das gehe nur gemeinsam! Schon vor Wochen zeigte er sich in Washington überraschend sicher, Frieden in Nahost sei vielleicht doch nicht ganz so schwierig, wie das manche Leute gedacht hätten. Der selbsterklärte Großmeister schwierigster Verhandlungen will auf alle Fälle einen „Deal“ für Nahost erreichen.

Donald Trump über Israel und die Palästinenser

27. April 2015

„Kein anderer als Donald Trump wird Israel retten.“

21. März 2016

„Ich bin sehr pro Israel. Ich war schon immer pro Israel. Ich habe viele Preise von Israel erhalten, viele Preise. Ich habe viel Geld an Israel gegeben. Es gibt niemanden, der mehr pro Israel ist als ich.“

21. März 2016 II

„Wir werden die US-Botschaft (von Tel Aviv) in die Ewige Stadt des jüdischen Volkes verlegen - nach Jerusalem. Und wir werden ein klares Signal aussenden, dass zwischen Amerika und unserem zuverlässigsten Verbündeten Israel kein Blatt passt.“

(auf einer Konferenz der US-israelischen Lobbyorganisation Aipac)

27. April 2016

„Präsident (Barack) Obama war kein Freund Israels. Er behandelte den Iran mit zärtlicher Liebe und Fürsorge und hat ihn so zu einer großen Macht werden lassen.“

(zum das Atom-Abkommen mit dem Iran während des republikanischen Vorwahlkampfs in Washington)

23. November 2016

„Ich will gern Frieden zwischen Israel und den Palästinensern schaffen. Das würde ich liebend gern. Das wäre solch ein großartiger Erfolg. Weil es niemand bisher geschafft hat. (...) Ich glaube, wir können das. Ich habe Grund zu der Annahme, dass ich es kann.“

28. Dezember 2016

„Halte durch, Israel, bald ist der 20. Januar!“

(mit Verweis auf seine Amtsübernahme von Obama)

3. Februar 2017

„Wir glauben zwar nicht, dass die Existenz von (israelischen) Siedlungen ein Hindernis für den Frieden sein muss. (...) Aber der Bau neuer Siedlungen oder ihre Ausweitung über bestehende Grenzen hinaus könnten für das Erreichen dieses Ziels nicht hilfreich sein“.

(Mitteilung des Weißen Hauses)

15. Februar 2017

„Die Palästinenser müssen etwas von diesem Hass loswerden, den sie von klein auf beigebracht bekommen. (...) Und sie müssen Israel anerkennen, das müssen sie tun. Es wird keinen Deal geben, wenn sie nicht ein sehr, sehr großartiges und wichtiges Land anerkennen. Und ich glaube, sie werden auch das tun.“

15. Februar 2017 II

„Ich schaue auf die Zwei-Staaten- und die Ein-Staaten-Lösung (...), eine Zeit lang meinte ich, die Zwei-Staaten-Lösung wäre die leichtere von beiden. Aber ehrlicherweise: Wenn Bibi (Netanjahu) und die Palästinenser - wenn Israel und die Palästinenser glücklich sind, bin ich zufrieden mit der Lösung, die sie am besten finden.“

25. April 2017

„Der Staat Israel ist das ewige Denkmal für die unsterbliche Kraft des jüdischen Volkes.“

(anlässlich des US-Holocaust-Gedenktags in Washington)

3. Mai 2017

„Keine Vereinbarung kann von den USA oder einer anderen Nation aufgedrängt werden. Palästinenser und Israelis müssen gemeinsam an einer Übereinkunft arbeiten, die es beiden Völkern erlaubt, in Frieden zu leben, die Religion auszuüben, zu wachsen und zu gedeihen.“

3. Mai 2017

„Wir glauben, dass Israel gewillt ist. Wir glauben, dass Ihr gewillt seid. Und wenn Ihr beide gewillt seid, machen wir einen Deal.“

Dafür, das sagt er allerdings auch, brauche man zwei willige Partner. Das könnte nur eines der Probleme sein, sind doch der Akteure in diesem Teil der Welt viele. Der Friedensprozess steht still, der Konflikt ist verkeilt und verfahren.

Allerdings schreibt die israelische „Haaretz“ am Montag: Man müsse Trump weder mögen noch ihm zustimmen - aber wenn bisher alles schief gegangen sei mit dem Friedensprozess, was habe man dann schon zu verlieren? Vielleicht, heißt es im Kommentar, sollte man ihn einfach mal probieren lassen?

Der prachtvoll inszenierte Empfang zu Beginn des kurzen Besuchs soll die Schwierigkeiten überstrahlen. Sein Besuch bietet Donald Trump die goldene Gelegenheit, sich als ernstzunehmender Staatsmann zu präsentieren. Lang sind die Schatten der Skandale aus der Heimat. Unter anderem hat er Russland laut „New York Times“ heikle Geheimdienstinformationen weitergereicht. Aus israelischer Quelle.

Trumps Grundsatzrede zum Islam : Anti-Terror-Allianz gegen Teheran

Trumps Grundsatzrede zum Islam

Anti-Terror-Allianz gegen Teheran

US-Präsident Trump hat mit seiner Rede zum Islam seine Nahost-Doktrin offengelegt. Er griff das Regime in Teheran scharf an. Die Ansprache markiert eine radikale Abkehr von Obamas Nahost-Politik.

Offiziell ignoriert Israel den Skandal und betont immer wieder das unverbrüchliche und einzigartige Bündnis mit den USA. Doch hinter den Kulissen rumort es, auch am milliardenschweren Waffendeal Trumps mit den Saudis wird am Montag Kritik laut. Saudi-Arabien sei ein feindliches Land, heißt es aus der Regierung. Man fürchtet um die israelische Waffenhoheit, wenn Riad mit reichlich Gerät aus den USA eingedeckt wird.

Israels rechtes Lager hatte Trump nach dessen Wahlsieg euphorisch als Heilsbringer gefeiert. Politiker wie der ultra-rechte Erziehungsminister Naftali Bennett hofften, Israel könnte sich unter Trump endgültig von der ungeliebten Vision eines unabhängigen Palästinenserstaates lossagen und ungehindert mit Volldampf in den Siedlungen bauen. Doch inzwischen hat sich Katerstimmung breitgemacht.

Kommentare (5)

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Herr Günther Schemutat

22.05.2017, 10:28 Uhr

Erst einmal Dank an die Tochter und an die Ehefrau von Donald Trump , die den Saudis gezeigt haben , dass eine moderne westliche Frau sich nicht zwingen lässt
ein Kopftuch zu tragen weil Männer darauf bestehen.

Daher war ich verwundert, dass die Medien in Deutschland diese Freiheit der Beiden in die Nachrichten aufgenommen hatten. Z.B N-TV der Moderator war fast entsetzt
das keine der beiden ein Kopftuch oder Schleier trugen. Auch aus der Deutschen Politik gibt es ja komische Töne . Hier sind Politikerinnen gerne bereit mit Kopftuch
sich zu unterwerfen in arabischen Ländern um deren Leitkultur zu folgen. Bei uns
wissen sie nicht mal was Leitkultur ist.

Zu Donald Trump , weiterhin bin ich sein Fan , seine Art Unternehmenspolitik mit Staatspolitik zu verwechseln gewollt oder ungewollt bringt richtig Spaß. Wohltuend zu sehen, dass Trump keine Knierutscher ist und so bleibt wie er ist. Echt!

Seine Feinde kann man hier mit ROT/GRÜN,Schwarz bezeichnen , alles Politiker die keine E.. in den Hosen haben und eine Angstpolitik betreiben gegen die eigene Bevölkerung. Die Saudis und Israel stehen stramm wenn Trump kommt , sie wissen
dieser Präsident ist kein Bauer auf dem Schachbrett.

G. Nampf

22.05.2017, 11:05 Uhr

@ Günther Schemuta t22.05.2017, 10:28 Uhr

Merkel und Michelle Obama haben bei ihren Besuchen in Saudi-Arabien auch kein Kopftuch getragen.

Herr Günther Schemutat

22.05.2017, 11:23 Uhr

@ G.Nampf

Das Merkel ohne Kopftuch in Saudi Arabien auftrat , war keine Meldung wert. Aber
Mischelle Obama wurde keine Hand gereicht. Den Trump Frauen gaben die Saudis die Hand. da sieht man wie viel Respekt die Saudis vor Trump haben . Ob man Merkel
die Hand gereicht hat weis ich nicht. Kann mich nicht erinnern.

Aber als Westerwelle noch Aussenminister war, Gott hab ihn selig, musste er über eine Stunde auf den König warten. Ich wäre nach einer halben Stunde wieder abgereist.

Amerikaner aber lässt man nicht warten.

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