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25.01.2017

20:32 Uhr

Trump unterzeichnet Anordnung

US-Präsident leitet Mauerbau an Grenze zu Mexiko ein

Die Mauer zu Mexiko soll kommen, obwohl Kritiker das für ein Himmelfahrtskommando halten. US-Präsident Trump hält damit an seinem Wahlkampfversprechen fest – Nieto erwägt Absage des Antrittsbesuchs kommende Woche.

Trump und Mexiko

Die Absicht, schnell eine Mauer zu errichten

Trump und Mexiko: Die Absicht, schnell eine Mauer zu errichten

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WashingtonAls Reaktion auf den von US-Präsident Donald Trump angeordneten Mauerbau an der Grenze will Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto womöglich einen geplante Washington-Besuch platzen lassen. Dies teilte ein ranghoher Regierungsvertreter in Mexiko-Stadt am Mittwoch mit. Peña Nieto erwäge derzeit eine Absage der für den 31. Januar geplanten Visite, sagte er.

Trump hatte ein Dekret zum Start eines Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko unterzeichnet. Einen solchen Grenzwall hatte er im Wahlkampf immer wieder versprochen und erklärt, Mexiko werde dafür aufkommen. Für die Umsetzung seines markantesten Wahlkampfversprechens veranschlagen Experten Kosten in Höhe von bis zu 40 Milliarden Dollar. Dies hat die Regierung von Peña Nieto zwar wiederholt zurückgewiesen. In Mexiko wächst indes nun auch der Unmut über Peña Nieto, dem viele Schwäche im Umgang mit Trumps harter Linie vorwerfen.

Die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ist rund 3200 Kilometer lang. Ein Teil davon ist bereits mit Grenzzäunen und Sperranlagen gesichert. Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Handel mit illegalen Drogen sowie den Übertritt von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung zu verhindern.

USA - Mexiko: Grenze, Migration und Kriminalität

1. Grenzzäune

Auf rund einem Drittel der 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko gibt es bereits Grenzzäune. Die nicht gesicherten Abschnitte liegen meist in unzugänglichen Gebieten. Wüsten, Flüsse und Gebirge machen illegale Grenzübertritte dort ohnehin schwierig.

2. Drogen

Der Großteil der Drogen wird nicht über die grüne Grenze, sondern in Autos über reguläre Grenzübergänge oder versteckt in Containern über Häfen in die USA geschmuggelt.

3. Grenzverkehr

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko gilt als die verkehrsreichste der Welt. Täglich passieren eine Million Menschen und etwa 437.000 Fahrzeuge die Grenze.

4. Illegale Grenzgänger

Die Zahl der an der US-Grenze aufgegriffenen illegalen Einwanderer war zuletzt so niedrig wie seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr.

5. Ohne Aufenthaltsgenehmigung

In den USA leben Schätzungen zufolge rund elf Millionen Migranten ohne Aufenthaltsberechtigung. Etwa die Hälfte sind Mexikaner.

6. Gewaltverbrechen

Einwanderer begehen weniger Gewaltverbrechen als US-Bürger ohne Migrationshintergrund.

7. Steuer

Einwanderer zahlen mehr Steuern als sie staatliche Hilfsleistungen empfangen.

8. Gesetzesbrüche

80 Prozent der aus den USA abgeschobenen Migranten wurden lediglich Verstöße gegen das Einwanderungsgesetz oder leichte Vergehen vorgeworfen.

9. Hilfe aus Mexiko

Mexiko unterstützt die USA beim Kampf gegen illegale Einwanderung. Im Haushaltsjahr 2016 nahmen die mexikanischen Behörden über 150 000 illegale Migranten aus Mittelamerika fest.

10. Netto-Einwanderung

Die Netto-Einwanderung aus Mexiko in die USA ist bereits seit Jahren negativ.

Experten halten jedoch den Bau der Mauer, für dessen Ankündigung sich Trump im Wahlkampf immer wieder von seinen Anhängern hatte feiern lassen, für Geldverschwendung. In Gebirgsregionen und Wüsten entfalte sie praktisch keine Wirkung, dort sei sie aber besonders schwierig und nur unter erheblichen Kosten zu errichten.

Trump erklärte im Sender ABC, er wolle mit den Planungen sofort und mit dem Bau so schnell wie möglich beginnen, vermutlich innerhalb von Monaten. Mexiko werde für die Kosten zu einem späteren Zeitpunkt aufkommen müssen - und zwar „zu 100 Prozent“. Mexikos Regierung hat wiederholt betont, das Land werde keine Zahlungen für den Mauerbau leisten.

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