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21.06.2017

13:44 Uhr

Trump zu Chinas Nordkorea-Politik

„Es hat nicht funktioniert"

Der amerikanische Präsident hat die chinesische Nordkorea-Politik als gescheitert bezeichnet. Die Bereitschaft Chinas zur Minderung der Spannungen im Konflikt mit dem Regime unterstrich Trump jedoch gleichzeitig.

Der US-Präsident sieht Chinas Nordkorea-Politik als gescheitert an. AP

Donald Trump

Der US-Präsident sieht Chinas Nordkorea-Politik als gescheitert an.

Washington/PekingUS-Präsident Donald Trump hat die chinesische Nordkorea-Politik als Fehlschlag kritisiert. Zwar wisse er die Bemühungen seines Kollegen Xi Jinping sehr zu schätzen, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Allerdings erklärte er weiter: „Es hat nicht funktioniert. Wenigstens weiß ich, dass es China versucht hat!“ Unklar ist, ob Trump damit einen Kurswechsel signalisierte. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte, die Volksrepublik unternehme unermüdlich Anstrengungen zur Minderung der Spannungen im Korea-Konflikt. Eine Lösung des Atomwaffen-Problems auf der Halbinsel sei zudem in Chinas eigenem Interesse.

Trump verschärft mit seiner Aussage nach dem Tod des kürzlich von Nordkorea freigelassenen US-Studenten Otto Warmbier den Ton. Er machte „das brutale Regime“ in Pjöngjang für die schweren Hirnschäden verantwortlich, an denen Warmbier starb. Zudem erhöht er den Druck auf China, Nordkorea zur Aufgabe seines Atom- und Raketenprogramms zu veranlassen. Die staatliche chinesische Zeitung „Global Times“ warnte, der Tod Warmbiers könne die US-Regierung zu so einem Vorgehen bewegen. China werde sich allerdings „durch Druck auf Nordkorea nicht wie ein 'US-Verbündeter' verhalten“, hieß es in einem Kommentar.

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Der Fall Otto Warmbier schlägt weiter Wellen: Nach dem Tod des US-Studenten will Washington China dazu bringen, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Doch Peking will seine Bemühungen nicht verstärken und winkt ab.

China ist der einzige große Verbündete der Regierung in Pjöngjang. Trump hat wiederholt von der Regierung in Peking verlangt, ihren Einfluss auf den abgeschotteten Nachbarn stärker zu nutzen, um das international geächtete Atomprogramm zu stoppen. Einige Insider in den USA zeigten sich über Trumps Vorgehen überrascht. Ohne Chinas Hilfe habe die Regierung in Washington kaum eine Handhabe, Nordkorea in die Schranken zu weisen, verlautete aus hochrangigen Regierungskreisen. Der Präsident zeige sich frustriert, sagte der ehemalige US-Botschafter in Südkorea, Christopher Hill, dem Sender MSNBC. Trump wolle darauf hinweisen, dass er es „wenigstens versucht hat statt es wie andere gar nicht erst zu probieren“.

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Für Mittwoch sind in Washington amerikanisch-chinesische Gespräche geplant: US-Außenminister Rex Tillerson will seinen chinesischen Kollegen Yang Jiechi empfangen und Verteidigungsminister Jim Mattis den chinesischen Generalstabschef Fang Fenghui.

Von

rtr

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