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24.01.2017

12:16 Uhr

Trumps Finanzminister

Mnuchin will Banken das Zocken erleichtern

Der sogenannte Dodd-Frank-Act soll Sparer und Steuerzahler vor riskanten Spekulationen an der Wall Street abschirmen. Nun will der neue US-Finanzminister eine der wichtigsten Fangleinen für Banken lockern.

Nach Ansicht des amerikanischen Finanzministers nach haben die Aufseher den Banken unter der aktuellen Vorgabe zu viele Geschäftsaktivitäten verboten. AP

US-Finanzminister Steven Mnuchin

Nach Ansicht des amerikanischen Finanzministers nach haben die Aufseher den Banken unter der aktuellen Vorgabe zu viele Geschäftsaktivitäten verboten.

BerlinDer designierte US-Finanzminister Steve Mnuchin will eine der wichtigsten Fangleinen für Banken nach der Finanzkrise lockern und ihnen wieder mehr Spekulation auf eigene Rechnung erlauben. Dies geht aus einem Antwortschreiben des früheren Goldman-Sachs-Managers und Filmfinanziers auf Fragen des Finanzausschusses des US-Senats hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Konkret geht es um die sogenannte Volcker-Regel, mit der den Geschäftsbanken nach dem Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems im Jahr 2008 Fesseln beim riskanten Eigenhandel angelegt wurden. Mnuchin schrieb, die Einschränkungen beträfen zu viele Bereiche.

Die nach dem früheren US-Zentralbanker Paul Volcker benannte Regel war 2010 im sogenannten Dodd-Frank-Act gesetzlich fixiert worden. Das mehr als 800 Seiten umfassende und nach zwei Kongressabgeordneten benannte Gesetz war wiederum die zentrale Lehre der USA aus der Finanzkrise, in deren Verlauf Banken weltweit mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditäts-Garantien vor dem Kollaps gerettet werden mussten. Der neue Präsident Donald Trump hatte wiederholt kritisiert, der Dodd-Frank-Act gebe der Aufsicht so viel Macht, dass die US-Banken nicht mehr richtig funktionierten und Geld verleihen könnten.

Steven Mnuchin: Trumps Finanzminister in Erklärungsnöten

Steven Mnuchin

Trumps Finanzminister in Erklärungsnöten

Der US-Senat nimmt den designierten Finanzminister der Vereinigten Staaten, Steven Mnuchin, in die Mangel. Es geht um zahlreiche Zwangsversteigerungen und verheimlichte Millionen. Auch Kritiker halten ihm das vor.

Mnuchin schrieb an die Senatoren, als Vorsitzender des Finanz-Stabilitätsrates der USA werde er sich dafür einsetzen, die Volcker-Regel anders zu definieren. Er wolle, dass die Banken dem Markt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen könnten. Ziel des Dodd-Frank-Acts war es, die Sparer und Steuerzahler vor riskanten Spekulationen an der Wall Street abzuschirmen. Ähnliche Regeln wurden auch in der EU eingeführt.

In dem Schreiben berief sich Mnuchin auf einen Bericht der US-Notenbank, wonach der Dodd-Frank-Act die Marktliquidität begrenze. In der Studie der Federal Reserve heißt es, weil unklar sei, was den Banken erlaubt sei, verfolgten viele Händler konservative Strategien, um rechtliche Grenzen nicht zu übertreten. Wann der US-Senat über Mnuchins Berufung abstimmt, steht noch nicht fest.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

24.01.2017, 12:34 Uhr

Der richtige Weg wäre die Verantwortlichen persönlich zur Schadensgutmachung heranziehen. 10 Millionen Verluste = Verantwortliche zahlen dies aus eigener Tasche. Sie haben sich genug Boni genommen bzw. erhalten. Erst dann arbeiten diese Personen richtig. Alles Andere fördert nur das schädliche Verhalten ohne eine Änderung zu bewirken. Wieso soll immer der Steuerzahler bzw. Kunde für fas gewissenlose, schädliche Verhalten aufkommen?

Herr Old Harold

24.01.2017, 13:19 Uhr

Zur Finanzkrise 2008, in deren Verlauf Sparer in langen Schlangen und blöde grinsend vor den geschlossenen Portalen ihrer Banken standen, war es gekommen, weil die Banker in ihrer Gier, jedem Sozialhilfeempfänger seinen Wunsch nach einer eigenen Villa erfüllt haben.

Als Sicherheit für den Kredit diente lediglich die Immobilie selbst, nicht aber das Einkommen und damit die Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer.

Das ging solange gut, wie die Immobilienpreise stiegen und stiegen.

Als die Immobilienpreise jedoch abstürzten, setzten die Banken ihre nicht mehr kreditwürdigen Kunden kurzerhand aus dem Haus und buchstäblich vor die Tür.

Dass Deutschland davon weitgehend ausgenommen war, haben wir nur Angela Merkel und Peer Steinbrück zu verdanken, die den Sparern zusicherten, notfalls mit dem Steuergeld aller Bürger für die Spareinlagen einzustehen. Dadurch kam es in Deutschland zu keinem Sturm auf die Banken, wie z.B. in Großbritannien, Island, den USA und Zusammenbrüchen von Banken in diesen Ländern.

Gleichzeitig wurde aber den Banken mit einem neuen Gesetz verboten, zukünftig Kredite zu vergeben, wenn die Rückzahlung der Kredite aus eigenem Einkommen der Kreditnehmer nicht gewährleistet ist.

Genau dieses Gesetz kippt der Tölpel und Schuldenmilliardär Trump jetzt mit seinen Beratern, die als Kredithaie an der Finanzkrise prächtig verdient hatten.

Der Weltwährungszusammenbruch galoppiert auf die Menschheit zu!

Meine Empfehlung:

Gold in kleinen Stückelungen kaufen und Bankschließfächern deponieren!.

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