Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2017

15:13 Uhr

Trumps Plauderei mit Russland

Putin bietet Aufzeichnungen des Trump-Gesprächs an

Donald Trump gerät durch den Skandal um die Weitergabe von geheimen Informationen immer stärker unter Druck. Laut Wladimir Putin könnte Russland für Klarheit sorgen – unter bestimmten Voraussetzungen.

Geheimnisverrat

Putin: „Trump gab keine Geheimnisse an Lawrow weiter"

Geheimnisverrat: Putin: „Trump gab keine Geheimnisse an Lawrow weiter"

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hat den Skandal um die Weitergabe von geheimen Informationen an Russland durch US-Präsident Donald Trump als „politische Schizophrenie“ kritisiert. Putin bot am Mittwoch an, die Aufzeichnungen der Gespräche zwischen Trump und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vergangene Woche dem US-Kongress zu überreichen, wenn das Weiße Haus zustimme.

„Wenn die US-Administration das für möglich hält, sind wir bereit, die Aufzeichnung des Gesprächs zwischen Lawrow und Trump dem Senat und dem Kongress der USA zur Verfügung zu stellen. Natürlich nur in dem Fall, wenn die US-Administration das auch wünscht“, sagte Putin. Mit anderen Worten: Gegen Trumps Willen wird Russland Trump nicht bloßstellen.

Wie James Comey zu einer Gefahr für Donald Trump wurde

05. Juli 2016

In einer Pressekonferenz sagt James Comey, kein „vernünftiger Strafverfolger“ würde die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre anklagen. Ihren Umgang und der ihres Teams mit Geheimdienstinformationen verurteilt er aber als „extrem sorglos“.

Am gleichen Tag: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nennt die FBI-Entscheidung, nicht strafrechtlich gegen Clinton vorzugehen, das größte Beispiel dafür, dass das System „manipuliert“ sei.

Quelle: AP

07. Juli 2016

Comey verteidigt die Entscheidung nach Kritik durch die Republikaner. Clinton anzuklagen, wäre unberechtigt und eine reine „Prominentenjagd“, sagt er.

28. Oktober 2016

Tage vor der Präsidentenwahl informiert der FBI-Chef den US-Kongress in einem Brief, die Ermittlungen gegen Clinton würden wieder aufgenommen – es gebe neue Hinweise durch E-Mails, die auf einem von einer Vertrauten Clintons genutzten Computer gefunden seien worden. Das Justizminister warnte Comey vorab, den Bescheid herauszugeben – dies könne den Richtlinien widersprechen; der Anschein, sich in die Wahl einzumischen, müsse verhindert werden.

Am gleichen Tag: Trump würdigt auf einer Wahlkampfansprache die jüngste Entscheidung des FBI. Er habe großen Respekt für die Behörde, falsche Dinge richtigzustellen.

06. November 2016

Comey teilt dem US-Kongress in einem zweiten Brief mit, die neu entdeckten E-Mails änderten den Beschluss des FBI nicht. Es bleibt dabei: Clinton wird nicht angeklagt.

Am gleichen Tag: Trump kritisiert Comeys zweites Schreiben – Clinton werde durch ein „manipuliertes System“ geschützt. Sie sei „schuldig“.

08. November 2016

Trump wird zum neuen US-Präsidenten gewählt.

12. November 2016

Während eines Telefongesprächs mit führenden Wahlkampfspendern macht Clinton Comey für ihre Wahlniederlage verantwortlich. Bis zu dessen ersten Brief an den Kongress sei sie auf dem Siegeszug gewesen.

06. Januar 2017

Zusammen mit drei weiteren hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern informiert Comey den gewählten Präsidenten, dass Russland laut ihrer Erkenntnisse die US-Wahl beeinflusst hat – und zwar zugunsten Trumps.

20. März 2017

Comey sagt vor dem US-Kongress aus, dass das FBI bereits seit Juli zu möglichen Verbindungen des Trump-Teams nach Russland ermittelt. Es ist der gleiche Monat, in dem er öffentlich ankündigte, gegen Clinton werde keine Anklage erhoben. Zuvor hatte Comey sich geweigert, die parallel laufende Ermittlung gegen Trumps Verbündete öffentlich bekanntzugeben. Bei Demokraten sorgt das für Protest: Sie bekräftigen, Comey sei in der Verantwortung für Clintons Niederlage.

Am gleichen Tag – in der gleichen Anhörung: Comey sagt, FBI und Justizministerium hätten keine Belege für Trumps Behauptung, dass der frühere US-Präsident Barack Obama ihn vor der US-Wahl abhören ließ.

03. Mai 2017

Vor dem Justizausschuss des Senats bekräftigt Comey seine Entscheidung, mit den Ermittlungen im Fall Clinton und im Fall des Trump-Teams unterschiedlich umgegangen zu sein. „Ich kann nicht eine Sekunde lang erwägen, welche politische Zukunft in welcher Weise beeinflusst wird. Wir müssen uns fragen, was das Richtige ist und das dann tun“, sagt er.

09. Mai 2017

Comey korrigiert in einem Brief an den US-Kongress eine Aussage, die er während einer jüngsten Anhörung machte. Es geht um eine langjährige Topberaterin Clintons, Huma Abedin. Diese habe entgegen seiner Erklärung nicht „Hunderte und Tausende“ E-Mails an den Laptop ihres Ehemanns gesendet – sondern lediglich „eine kleine Zahl“.

12. Mai 2017

„James Comey sollte hoffen, dass es keine „Aufnahmen“ unserer Gespräche gibt, bevor er beginnt, an die Presse zu leaken!“, twittert Trump.

15. bis 16. Mai 2017

Das Weiße Haus verteidigt Trumps Weitergabe an Informationen an den russischen Außenminister und den russischen Botschafter in den USA als angemessen. Auch Trump selbst sagt, er habe „absolutes Recht“ gehabt, Informationen zu offenbaren, die Terrorismus betreffen.

16. Mai 2017

Eine mit der Sache vertraute Person sagt der Nachrichtenagentur AP, dass Comey in einer Gesprächsnotiz vom 27. Januar verzeichnet habe, Trump habe ihn gebeten, die FBI-Ermittlungen gegen den Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Das Weiße Haus weist das zurück. Der Republikaner Jason Chaffetz verspricht, Kopien der Notizen für einen Ausschuss einzuholen. „Ich habe meinen Stift zur Vorladung bereit“, twittert er.

7. Juni 2017

Vor der mit Spannung erwarteten Anhörung Comeys veröffentlicht der Senatsausschuss das vorbereitete Statement des Ex-FBI-Chefs. Demnach habe ihn Trump mehrfach persönlich aufgefordert, die Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn wegen einer möglichen Russland-Verschwörung einzustellen. Außerdem soll der Präsident Comey indirekt gebeten haben, seinen Namen öffentlich reinzuwaschen.

Die Vorwürfe einer Einflussnahme seines Landes auf die Wahl in den USA wies Putin als Unsinn zurück. Zunächst habe er die Anschuldigungen noch lustig gefunden, doch mittlerweile sei er besorgt, sagte Putin am Mittwoch. „Denn es ist schwierig sich vorzustellen, was Leute, die solchen Unsinn produzieren, sich als Nächstes einfallen lassen.“

Putin griff bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni US-Politiker an, die für diese Vorwürfe verantwortlich seien. Namen nannte er nicht, er sagte aber, sie würden eine „antirussische Stimmung“ verbreiten. Entweder seien sie dumm oder gefährlich und skrupellos und würden bewusst ihrem eigenen Land Schaden zufügen.

Auf die Frage, was er bisher von der Präsidentschaft von Donald Trump halte, sagte Putin, diese Antwort müsse das amerikanische Volk geben. Aber Trump könne nur bewertet werden, wenn ihm erlaubt werde, mit voller Leistung zu arbeiten, sagte Putin.

„Impeachment“ des US-Präsidenten: Der lange Weg zur Amtsenthebung

„Impeachment“ des US-Präsidenten

Der lange Weg zur Amtsenthebung

Der US-Präsident leistet sich Fehler, die auch seine Parteifreunde schockieren. Doch die Republikaner kritisieren Donald Trump nur zaghaft. Der Grund: Ein Amtsenthebungsverfahren hätte bislang kaum Aussicht auf Erfolg.

Trump war in die Kritik geraten, nachdem enthüllt worden war, dass er Lawrow und dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, sensible Geheimdienstinformationen verraten haben soll. Putin witzelte am Mittwoch, er werde Lawrow rügen, weil er „diese Geheimnisse nicht mit uns geteilt“ habe.

Von

ap

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Paul Kersey

17.05.2017, 14:55 Uhr

Finde ich eine saubere Lösung. Mal sehen ob Trump einwilligt.

Rainer von Horn

17.05.2017, 15:13 Uhr

Das ist jetzt der Beweis, daß Putin die US-Wahlen manipuliert hat. oder?




;)

Herr volker schulz

17.05.2017, 15:36 Uhr

quasi kann man doch festhalten...glauben kannst du nichts mehr....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×