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13.01.2010

14:03 Uhr

Tschechischen

Im Rentensystem klaffen Milliardenlöcher

Dem Rentensystem in Tschechien droht im Zuge der Wirtschaftskrise das Geld auszugehen. Bereits das Jahr 2009 schloss die staatliche Rentenkasse mit einem Defizit von etwa 30 Milliarden Kronen ab. Das sind umgerechnet rund 1,14 Milliarden Euro.

Eine betriebliche Altersvorsorge gibt es in Tschechien bislang nicht. Reuters

Eine betriebliche Altersvorsorge gibt es in Tschechien bislang nicht.

HB PRAG. Über den Milliarden-Fehlbetrag berichtete die Tageszeitung „Lidove noviny“ am Mittwoch in Prag. Finanzminister Eduard Janota sagte dem Blatt, er erwarte wegen sinkender Einnahmen aus den Sozialversicherungen auch für 2010 ein Finanzloch in Höhe von 20 bis 30 Milliarden Kronen.

Reformen oder Budgethilfen seien notwendig, damit die Rentenkasse im Herbst noch alle Bezüge auszahlen könne, berechnete die Zeitung. Janota kündigte Verhandlungen mit dem Arbeits- und Sozialministerium an. Er verwies auf die steigende Arbeitslosigkeit und die zunehmende Zahl von Frührentnern, die das System belasten.

2007 und 2008 hatte die staatliche Rentenkasse in Tschechien noch kleine Überschüsse erzielt. Analysten und Politiker drängen seit Jahren auf eine Reform, die den demografischen Wandel berücksichtigen und die Bürger zur Eigenverantwortung motivieren soll. Dabei steht die Einführung betrieblicher Altersvorsorge im Blickpunkt, die von der EU empfohlen wird, in Tschechien aber bisher nicht umgesetzt ist.

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