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18.08.2015

13:44 Uhr

Tsipras lockert Kontrollen

Griechen dürfen wieder Geld ins Ausland überweisen

Die griechische Regierung lockert die scharfen Kapitalverkehrskontrollen. Die Bürger dürfen ab sofort wieder Bankkonten eröffnen und Geld ins Ausland überweisen. Es gelten jedoch strenge Obergrenzen.

Die Banken haben wieder geöffnet, Bürger dürfen Konten eröffnen und Geld ins Ausland überweisen. dpa

Filiale der griechischen Alpha Bank in Athen

Die Banken haben wieder geöffnet, Bürger dürfen Konten eröffnen und Geld ins Ausland überweisen.

AthenGriechenland lockert die Kapitalverkehrskontrollen. Bürger des schuldengeplagten Landes können nun bis zu 500 Euro pro Monat ins Ausland überweisen ohne dafür eine Genehmigung der Behörden vorweisen zu müssen. Die Regierung in Athen lockerte ihre Ende Juni eingeführten Beschränkungen im Zahlungsverkehr leicht, wie aus einem am Dienstag bekanntgewordenen Erlass der Regierung hervorgeht.

Außerdem wird es Studenten erleichtert, Studiengebühren und Lebenshaltungskosten im Ausland zu stemmen. Sie können dazu bis zu 8000 Euro je Quartal transferieren.

Auch die Auflagen für Banken wurden gelockert – etwa für den Interbankenmarkt und den Derivatehandel. Allerdings dürfen die Griechen weiterhin nur maximal 420 Euro pro Woche abheben. Erlaubt wird Bankkunden zudem wieder die Eröffnung neuer Konten, bei denen allerdings keine Barabhebungen möglich sind. Damit sollen sie Kredite, ihre Sozialversicherungsbeiträge und Schulden zahlen können.

Das verlieren die Euro-Länder, wenn Griechenland pleitegeht

Deutschland

88,7 Milliarden Euro

Frankreich

67,9 Milliarden Euro

Italien

59,2 Milliarden Euro

Spanien

40,5 Milliarden Euro

Niederlande

19,3 Milliarden Euro

Belgien

11,9 Milliarden Euro

Österreich

9,4 Milliarden Euro

Finnland

6 Milliarden Euro

Portugal

4,5 Milliarden Euro

Slowakei

2,9 Milliarden Euro

Irland

2,7 Milliarden Euro

Slowenien

1,6 Milliarden Euro

Quellen

IWF, EU-Kommission, EFSF, ESM, EZB, Bank of Greece, Berechnungen des ifo Instituts.

Die Kontrollen gelten seit Ende Juni. Die Regierung von Ministerpräsident Minister Alexis Tsipras hatte damals auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise den Geldverkehr in Griechenland begrenzt, um einen weiteren Abzug von Kapital durch Bankkunden zu verhindern. Zuvor hatten Griechen aus Sorge vor einem Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion in Scharen ihre Konten leergeräumt.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

18.08.2015, 19:36 Uhr

Griechen dürfen wieder Schwarzgeld ins Ausland überweisen
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Somit werden die Griechen auch weiterhin ihre Konten plündern.
Aber die Rettung naht in Form des dritten "Hilfspaketes" in Höhe von 92 Milliarden Euro.
Davon sind mindestens zehn Milliarden für die Pleitebanken vorgesehen.
2016 folgt dann das vierte "Hilfspaket". Und so geht es weiter bis zum Sankt Nimmerleinstag.

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