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10.02.2015

12:47 Uhr

Tsipras, Varoufakis und Co.

Was das Ausland über Griechenland denkt

VonHolger Alich, Maike Freund, Katharina Kort, Hans-Peter Siebenhaar, Matthias Thibaut

Die Griechen wollen nicht mehr sparen, am liebsten wäre ihnen sogar ein Schuldenerlass. Von der neuen Leichtigkeit in Athen hält Deutschland nicht viel. Doch auf wessen Seite steht das europäische Ausland? Ein Überblick.

Die Briten verfolgen den Showdown zwischen Deutschland und Griechenland wie einen Action-Thriller. Auf der Titelseite des „Economist“ zückt eine griechische Aphrodite die Pistole, und es wird Dirty Harry zitiert: „Go ahead Angela, make my day.“ Economist

So titelt „The Economist“

Die Briten verfolgen den Showdown zwischen Deutschland und Griechenland wie einen Action-Thriller. Auf der Titelseite des „Economist“ zückt eine griechische Aphrodite die Pistole, und es wird Dirty Harry zitiert: „Go ahead Angela, make my day.“

Düsseldorf/London/Mailand/Wien/ZürichWas ist das nur für einer, dieser Alexis Tsipras, der neue griechische Ministerpräsident? Und erst Yanis Varoufakis, der Finanzminister? Ohne Krawatte, ganz leger, dafür mit frechen Vorstellungen. Diese Griechen, die mit Blitzgeschwindigkeit eine neue Regierung bilden, schnellstmöglich für ihre Sache Verbündete im Euro-Raum suchen und die zentrale Forderung aufstellen: Weg mit der Troika und her mit einem Schuldenerlass.

Damit hatten die Deutschen nicht gerechnet. Und während ein Teil der Presse zum Beispiel dazu aufruft, der neuen Regierung in Griechenland eine Chance zu geben, ist die Meinung der Deutschen laut aktuellen Umfragen ziemlich eindeutig – wenigstens zu den Forderungen:

68 Prozent sind gegen einen weiteren Schuldenschnitt, 85 Prozent haben Sorge, dass die Deutschland bei einer Griechenland-Rettung mehr zahlen muss als bisher vorgesehen, 58 Prozent fordern, dass Athen die bestehenden Vereinbarung einhält, aber mehr als die Hälfte (54 Prozent) will, dass die Griechen den Euro behalten.

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Der griechische Premier Tsipras will seine Wahlversprechen auch mit Geld aus Deutschland finanzieren. Sein Ziel: Reparationsforderungen aus der Nazi-Zeit eintreiben. In Berlin hat er damit große Empörung ausgelöst.

Die Deutschen sehen das so wie ihr Bundesfinanzminister. Auf der ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Varoufakis in der vergangenen Woche gab sich Wolfgang Schäuble (CDU) locker, freundlich und rückte keinen Zentimeter von seinem Standpunkt ab: Einen Schuldenschnitt wird es nicht geben, die Griechen sollen sich an die bestehenden Abmachungen halten – egal, welche Regierung nun am Zug ist. Und auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält nichts von den Forderungen der Griechen.

Doch wie sieht das europäische Ausland den neuen Kurs der Griechen? Unsere Korrespondenten berichten.

Maike Freund, Düsseldorf

Kommentare (34)

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Herr Helmut Paulsen

10.02.2015, 12:54 Uhr

Griechenland = Zockerland = Als wenn ein Bauerhof mit 2 Kühen, 5 Schweinen und 10 Hühnern sich über 100 Millionen EURO verschuldet hätten. Warum bekam der "Bauernhof" soviel Kredite ? Das ist die entscheidende Frage. Und wo ist das ganze Geld jetzt ??

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Das "EU-Rettungsgeld" das landete TATSÄCHLICH bei den Banken, damit sie keine Kredit-Ausfälle haben - WEIL JA DIE GRIECHISCHE REGIERUNG NICHT ZAHLEN KANN ODER WILL.

Aber: WO IST DAS GELD, DAS DIE GRIECHIEN URSPRÜNGLICH FÜR DIE STAATS-ANLEIHEN BEKOMMEN HATTEN ?? Die 350 Milliarden Staats-Anleihe-Gelder ?? Die Regierung hatte doch Geld von den Banken bekommen, als sie die Staats-Anleihe-Papiere gegen Geld tauschten (Primäre Auktionen).

DAS IST DOCH DIE FRAGE !!!

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-- SIE TREIBEN KEINE STEUERN EIN IM LAND GRIECHENLAND. -- Niemand zahlt Steuern. Wie soll da ein Staat finanziert werden ? Wie soll man 5000 EUR Pension zahlen für 100.000 Bedienstete Beamte ?

Der Staat finanziert sich ausschliesslich über SCHULDEN. Darum sind sie BANKROTT und suchen neue GELD-SCHENKER.

Herr Rudolf Riedl

10.02.2015, 13:10 Uhr

Es spielt keine Rolle, auf welcher Seite das Ausland steht, denn von den 28 EU
Ländern sind mindestens 5 (PIGS) ebenfalls in einer finanziellen prekären Lage
und Frankreich steht hierzu bereits in den Startlöchern.

Nach gestrigen Berichten in der Presse, sind von 10 Mio Einwohnern ca. 1 Mio Staatsbedienstete, die also direkt von den Hilfsgeldern bezahlt werden und am Staatstropf hängen.

Gebt den Griechen über einen Austritt die Drachme zurück, dann können sie über 5 - 10 Jahre wieder wirtschaftlich werden.

Das was seit 2010 in Griechenland passiert, ist Insolvenzverschleppung und in
Deutschland strafbar. Griechenland soll um jeden Preis politisch motiviert in
der EU gehalten werden.

Schlimm für die einfache Bevölkerung, gut für die Reeder und Banken, die weiterhin keine Steuern bezahlen.

Herr Manfred Zimmer

10.02.2015, 13:15 Uhr

Hier ein Link mit einem Vergleich der Renten in Griechenland und Deutschland, um das Thema zu versachlichen:

https://liberalesinstitut.wordpress.com/2010/04/27/rentenniveau-im-vergleich-griechenland-und-deutschland/

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