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30.11.2015

11:37 Uhr

Tsipras zur Abschuss des russischen Jets

„Glücklicherweise sind unsere Piloten nicht so nervös“

Kritik über Twitter: Griechenlands Premier Tsipras teilt über den Kurznachrichtendienst gegen die Türkei aus – wegen des Abschusses eines russischen Jets. Der türkische Ministerpräsident Davutoglu reagierte prompt.

Der griechische Premier greift die Türkei an. dpa

Alexis Tsipras

Der griechische Premier greift die Türkei an.

AthenMit flapsigen Tweets ist Alexis Tsipras seinen türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu wegen des Abschusses des russischen Kampfjets in der vergangenen Woche angegangen.

In Anspielung darauf, dass die Türkei selbst regelmäßig den griechischen Luftraum verletzt, twitterte der griechische Regierungschef nach dem Brüsseler Sondergipfel zur Flüchtlingskrise am Sonntagabend: „An Ministerpräsident Davutoglu: Glücklicherweise sind unsere Piloten nicht so nervös wie eure gegenüber den Russen.“

Griechischen Medien zufolge kam es über dem Ägäischen Meer allein in diesem Jahr rund 1600 Mal zu Verletzungen des griechischen Luftraums seitens der Türkei und damit zu Scheinkämpfen zwischen türkischen und griechischen Kampfflugzeugen. „Was in der Ägäis passiert, ist unerhört und unglaublich“, twitterte Tipras weiter. Man habe die modernsten Waffensysteme, doch am Boden könne man keine Schleuser fassen, die Menschen im Mittelmeer ertrinken ließen.

Die Antwort des türkischen Ministerpräsidenten ließ nicht lange auf sich warten. „Die Kommentare über Piloten von @atsipras stehen kaum im Einklang mit dem Geist des heutigen Tages. Alexis: Lass uns auf unsere positive Agenda konzentrieren.“

Auch griechische Medien kritisierten Tsipras. „Schade, dass todernste Themen wie der Flüchtlingszustrom und die Lauftraumverletzungen von einem offenbar flapsigen Vorgehen überschattet werden“, kommentierte der griechische Journalist Nick Makoutzis – natürlich ebenfalls per Tweet.

Das sind Griechenlands Parteien

ND

Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) mit 27,8 Prozent und 76 Abgeordneten.

Syriza

Das Bündnis der radikalen Linken (Syriza). Die Partei hatte bei den letzten Wahlen im Januar 36,4 Prozent und 149 Abgeordnete im Parlament mit 300 Sitzen erhalten. Nach ihrer Spaltung am Freitag hat die Syriza nur noch 124 Abgeordnete.

LAE

Die neue Fraktion Volkseinheit (LAE) mit 25 Abgeordneten. Diese Angeordneten waren bislang in der Syriza und spalteten sich aus Protest gegen die Sparpolitik ab.

Goldene Morgenröte

Die rechtsradikale Partei Goldene Morgenröte mit 6,3 Prozent und 17 Abgeordneten.

To Potami

Die Partei der politischen Mitte To Potami mit sechs Prozent und ebenfalls 17 Abgeordneten.

KKE

Die Kommunisten (KKE) mit 5,5 Prozent und 15 Abgeordneten.

Anel

Die rechtspopulistische Partei der unabhängigen Griechen (Anel) mit 4,8 Prozent und 13 Abgeordneten.

Pasok

Die Sozialisten (Pasok) kommen auf 4,7 Prozent und 13 Abgeordnete.

Von

dpa

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