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06.07.2017

09:57 Uhr

Türkei

Deutscher bei Menschenrechts-Workshop in Istanbul festgenommen

Nur wenige Wochen, nachdem Erdogan den Türkei-Chef von Amnesty International hat festnehmen lassen, sind am Mittwoch erneut elf Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation festgenommen worden. Darunter auch ein Deutscher.

Schon wieder Festnahmen mehrerer Aktivisten in der Türkei. dpa

Amnesty International

Schon wieder Festnahmen mehrerer Aktivisten in der Türkei.

IstanbulDie Polizei hat bei einem Workshop für Menschenrechtler in Istanbul elf Menschen festgenommen, darunter einen Deutschen. Wie Amnesty International am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei den Festgenommenen um die Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, Idil Eser, sieben weitere Menschenrechtler, den Direktor des Hotels, in dem der Workshop stattfand, sowie einen Deutschen und einen schwedischen Staatsbürger, die beide als Referenten eingeladen worden waren.

Wie der türkische Menschenrechtsverein (IHD) und mehrere Medien übereinstimmend berichteten, führte die Polizei die Aktivisten am Mittwoch auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada ab. Thema der Konferenz war nach Angaben von Amnesty „Digitale Sicherheit und Informationsmanagement“. Der IHD teilte mit, er habe nur durch Zufall von den Festnahmen erfahren. Die Familien der Aktivisten seien nicht informiert worden. Amnesty International zufolge wurde den Festgenommenen zunächst der Zugang zu Anwälten verwehrt.

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Unmittelbar vor dem G20-Gipfel verschärft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Ton gegenüber der Bundesregierung. Insbesondere kritisiert er, nicht vor Landsleuten in Deutschland sprechen zu können.

Anfang Juni war bereits der Leiter der türkischen Amnesty-Sektion, Taner Kiliç, zusammen mit einem Dutzend weiterer Anwälte in Untersuchungshaft worden. Kiliç werde verdächtigt, Verbindungen zum Netzwerk des muslimischen Predigers Fethullah Gülen zu haben, erklärte Amnesty. Der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, appellierte an die Teilnehmer des G20-Gipfels, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Hamburg aufzufordern, alle Menschenrechtsverteidiger freizulassen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht den in den USA lebenden Gülen für den missglückten Putschversuch vor knapp einem Jahr verantwortlich, bei dem 240 Menschen getötet worden waren. Die türkische Regierung verhaftete seitdem etwa 50.000 Menschen und entließ 150.000 aus meist öffentlichen Ämtern.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Günther Schemutat

06.07.2017, 08:54 Uhr

Wenn der Menschenschinder Erdogan seine Kolonie Deutschland in Hamburg besucht, stehen seine Lakaien schon stramm. Mit Merkel , Putin ,Trump hat er
die Leute an seiner Seite , die ihn brauchen aus unterschiedlichen Gründen. Für mich ist daher China der wichtigste Besucher in Hamburg. Ein Land mit 1,3 Milliarden Menschen zu führen und die Wirtschaft nach oben zu bringen , ist eine Leistung die hohe Beachtung finden sollte. Da läuft und kann nicht alles rund laufen,
aber wer will hier kritisieren. Deutschlands Politiker vielleicht , die das das eigene
Land als Staat aufgegeben haben und die eigen Identität soweit verloren hat, dass
man das schon hinterfragen muss , was ist Deutschland. Die Chinesen werden am Ende siegen ,Russlands Osten bekommen ,die EU dominieren und Amerika
als größter Gläubiger kontrollieren. Alles ohne das sie eine Bombe werfen müssen.
Das ist Clever.

Frau Lana Ebsel

06.07.2017, 12:47 Uhr

Ob dieser Deutsche sich in unserem Land wohl auch als Deutscher gibt?

Herr Günther Schemutat

06.07.2017, 13:19 Uhr

Wenn Erdogan wieder in Deutschland auftritt und 30 000 Tausend Anhänger ihn feiern und am nächsten Morgen auf den Titelseiten steht: Tausende Deutsche jubeln Erdogan zu. Was für ein Shitstorm würde das wohl geben.

Genauso verhält es sich mit Deutschen in der Türkei . Heute gibt es soviel Deutsche anderer Nationen , dass die Deutschen die alle im Knast sitzen besser Türkisch sprechen und mehr Verwandte dort haben als ich jemals haben werde.

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