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07.04.2015

16:07 Uhr

Türkei

Gericht spricht Offiziere von Putschvorwurf frei

Wegen unzulässiger Beweise hat ein Gericht in der Türkei 62 Offiziere freigesprochen. Die Männer waren 2012 ursprünglich verurteilt worden, einen Militärputsch geplant zu haben.

In der Türkei sind weitere 62 Generäle vom Vorwurf eines Putschversuchs freigesprochen worden. Kritiker werfen Präsident Erdogan vor, dem Militär durch politische Prozesse schaden zu wollen. ap

Freispruch

In der Türkei sind weitere 62 Generäle vom Vorwurf eines Putschversuchs freigesprochen worden. Kritiker werfen Präsident Erdogan vor, dem Militär durch politische Prozesse schaden zu wollen.

AnkaraIn der Türkei sind am Dienstag die letzten 62 Offiziere freigesprochen worden, die wegen angeblicher Putschvorbereitungen inhaftiert worden waren. Ein Gericht habe entschieden, dass einige der im Prozess gegen sie vorgebrachten Beweise unzulässig gewesen seien, teilte ein Verteidiger mit. In der vergangenen Woche waren bereits 236 weitere Offiziere vom Vorwurf der Verschwörung freigesprochen worden. Die Neuaufnahme der beiden Prozesse war vom Verfassungsgericht vor einem Jahr angeordnet worden.

Die Offiziere waren 2012 für schuldig befunden worden, 2003 eine Verschwörung zum Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan organisiert zu haben. Der Vorwurf lautete, die Offiziere hätten Bombenanschläge auf Moscheen geplant.

Außerdem sollte angeblich ein Konflikt mit Griechenland ausgelöst werden, in dem ein türkisches Kampfflugzeug abgeschossen wird. All dies sollte der Anklage zufolge den Weg frei machen zur Machtübernahme des Militärs. Mehrere als Beweise vorgelegte Dokumente wurden nach Angaben der Verteidigung aber nachweislich erst in den Jahren nach der angeblichen Verschwörung erstellt.

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Die von 2010 bis 2012 laufenden Prozesse gehörten offenkundig zu den Bemühungen Erdogans, den Einfluss der Armee auf die Politik zu begrenzen. Bis dahin hatte sich das Militär als Bewahrer einer weltlichen politischen Ordnung in der Türkei verstanden und war dadurch mit dem Islamisten Erdogan und seiner AK-Partei in Konflikt geraten. Kritiker warfen Erdogan vor, die Gerichtsverfahren als Hexenjagd auf die Generalität zu missbrauchen.

Von

rtr

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