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04.09.2013

10:06 Uhr

Türkei

Justiz geht gegen Gezi-Karikaturen vor

Karikaturen zu den Gezi-Unruhen erzürnen die Justiz. Die Staatsanwaltschaft ließ die Karrikaturen einsammeln und und leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf Regierungsbeleidigung ein.

Die regierungsfeindlichen Unruhen vom Juni im Gezi-Park von Istanbul finden immer noch Widerklang: Karikaturen zu den Unruhen wurden in einer Ausstellung gezeigt. Die Justiz sah darin eine Beleidigung der Regierung und kassiert die Karikaturen ein. AFP

Die regierungsfeindlichen Unruhen vom Juni im Gezi-Park von Istanbul finden immer noch Widerklang: Karikaturen zu den Unruhen wurden in einer Ausstellung gezeigt. Die Justiz sah darin eine Beleidigung der Regierung und kassiert die Karikaturen ein.

IstanbulEine Ausstellung mit Karikaturen zu den Gezi-Unruhen in der Türkei hat die Justiz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft im südwesttürkischen Didim ließ die Karikaturen einsammeln und leitete Vorermittlungen gegen die Organisatoren wegen des Verdachts auf Beleidigung der Regierung ein, wie in der türkischen Presse am Mittwoch berichtet wurde. Unter den angeblich beleidigenden Karikaturen war demnach auch ein Werk des Karikaturisten Murat Ahmet aus dem Kosovo, der von der deutsch-türkischen Karikaturenzeitschrift „Don Quichotte“ ausgezeichnet wurde.

Der in Deutschland lebende „Don Quichotte“-Herausgeber Erdogan Karayel kritisierte das Vorgehen der Justiz als eine „Schande“. In der Bundesrepublik sei eine solche Reaktion völlig undenkbar, sagte er den Berichten zufolge. Ein örtlicher Politiker der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Didim wurde hingegen mit den Worten zitiert, die Karikaturen enthielten Beleidigungen des Ministerpräsidenten.

Die regierungsfeindlichen Unruhen vom Juni, die im Gezi-Park von Istanbul ihren Anfang nahmen, richteten sich unter anderem gegen Erdogans autoritären Führungsstil. Die Regierung wirft der Opposition und ausländischen Kräften vor, die Bevölkerung aufgehetzt zu haben.

Von

afp

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