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21.08.2016

15:05 Uhr

Türkei

Mindestens 51 Tote bei Anschlag auf Hochzeit

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier im Süden der Türkei hat es Dutzende Todesopfer gegeben. Für die Tat soll die Terrormiliz IS verantwortlich sein. Laut Präsident Erdogan war der Attentäter noch ein Kind.

Bei der kurdischen Hochzeit wurden Dutzende Menschen getötet und rund 100 verletzt. AFP; Files; Francois Guillot

Tatortszene in der türkischen Stadt Gaziantep nach einem mutmaßlichen IS-Selbstmordanschlag

Bei der kurdischen Hochzeit wurden Dutzende Menschen getötet und rund 100 verletzt.

GaziantepBei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier im Süden der Türkei sind mindestens 51 Menschen getötet worden. Für die Tat in der Stadt Gaziantep Samstagnacht sei wahrscheinlich die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, erklärte Präsident Recep Tayyip Erdogan. Bei dem Anschlag wurden nach Angaben der Provinzregierung 94 Personen verletzt.

Laut Erdogan ist der Anschlag von einem Kind zwischen 12 und 14 Jahren verübt worden. Es habe sich um ein Selbstmordattentat gehandelt, sagt der türkische Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu vom Sonntag. Die Zahl der Todesopfer sei auf 51 gestiegen. 69 Menschen seien verletzt worden, davon 17 schwer.

An der Hochzeitsfeier hatten offenbar zahlreiche Kurden teilgenommen, unter den Gästen waren auch viele Kinder. Das Brautpaar stammte nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan aus der Region Siirt weiter östlich. Die Tageszeitung Hürriyet“ berichtete, die Brautleute seien verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, sie seien nicht in Lebensgefahr.

Die Detonation ereignete sich Sicherheitskreisen zufolge, als eine große Gruppe von Hochzeitsgästen zum Feiern auf die Straße strömte. „Überall war Blut und überall lagen Körperteile“, sagte der 25-jährige Veli Can. Augenzeuge Ibrahim Özdemir sagte: „Wir wollen, dass diese Massaker endlich aufhören. Wir fühlen Schmerz, vor allen die Frauen und Kinder“.

Der pro-kurdische Parlamentsabgeordnete Mahmut Togrul aus Gaziantep sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es habe sich um eine kurdische Hochzeit gehandelt. Der IS hat in der Vergangenheit wiederholt Angriffe auf kurdische Versammlungen verübt.

Seit Monaten wird die Türkei von Anschlägen erschüttert. Einige werden dem IS zugeschrieben, andere radikalen Kurdengruppen. Im Juni töteten mutmaßliche IS-Selbstmordattentäter 44 Menschen am Istanbuler Flughafen.

Im Oktober vergangenen Jahres starben 95 Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf eine pro-kurdische Veranstaltung in Ankara. Zudem scheiterte vor einigen Wochen ein Militärputsch.

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